Tag 172

Komm Heiliger Geist

Weisheit Psalm 76,1–12
Neues Testament Apostelgeschichte 13,42–14,7
Altes Testament 1. Könige 7,23–8,21

Einführung

Zeit in der Gegenwart Gottes zu verbringen, ist das Wichtigste, das du in deinem Leben tust. Du brauchst Gottes Gegenwart mehr als alles andere. Aber wie kommst du in Seine Gegenwart?

Ich kann mich noch gut an das erste Mal erinnern, als ich jemanden eines der ältesten Gebete überhaupt habe beten hören, „Komm Heiliger Geist“ – und das in der vollen Erwartung, dass der Heilige Geist kommen würde! Es war an einem Sonntagabend 1982. Wir hatten uns nach dem Abendgottesdienst noch in der Krypta versammelt. Während wir beteten, „Komm Heiliger Geist“, passierten bemerkenswerte Dinge. Wir sahen, wie Menschen mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden, und es geschah in ähnlicher Weise, wie die Apostelgeschichte über Pfingsten berichtet. Tags darauf wurden wir Zeuge erstaunlicher körperlicher Heilungen, als wieder „Komm Heiliger Geist“ gebetet wurde.

Im Heiligen Geist ist Gott heute immer bei uns. Wenn du betest, „Komm Heiliger Geist“, dann bittest du um eine gesteigerte Wahrnehmung von Gottes Gegenwart. Manchmal lesen wir im Neuen Testament, dass der Heilige Geist unaufgefordert und spontan über eine ganze Gruppe von Menschen kam (Apostelgeschichte 2,2; 10,44). Ein anderes Mal wird berichtet, dass die Jünger um den Heiligen Geist baten: „Nach diesem Gebet bebte das Gebäude, in dem sie sich versammelt hatten, und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt“ (Apostelgeschichte 4,31). Im Alten Testament lesen wir heute, dass „die Herrlichkeit des Herrn im Haus des Herrn gegenwärtig war“ (1. Könige 8,11).

Jeder der drei Abschnitte von heute zeigt uns, wie wir durch den Heiligen Geist in den Genuss der auferbauenden Gegenwart Gottes gelangen können.

Weisheit

Psalm 76,1–12

Gottes Zorn

1 Ein Lied von Asaf,
  mit Saiteninstrumenten zu begleiten.
2 Gott ist in Juda jedem bekannt,
  in ganz Israel wird sein Name geehrt.
3 In Jerusalem wurde sein Heiligtum errichtet;
  auf dem Berg Zion hat er seine Wohnung.

4 Dort zerbrach er Pfeile,
  Schilde und Schwerter, ja, alles Kriegsgerät!
5 Herr, wie kein anderer strahlst du vor Glanz,
  du bist mächtiger als die uralten Berge.
6 Du hast die stolzen Krieger ihrer Waffen beraubt.
  Sie schlafen den Todesschlaf,
  und niemals werden sie wieder zur Waffe greifen.

7 Du, Gott Jakobs, brauchtest nur zu drohen,
  und schon fielen Ross und Reiter. 8 Furchterregend bist du, o Gott!
  Wer kann vor dir bestehen, wenn dein Zorn losbricht?
9 Alle Welt erstarrte vor Schreck und wurde stumm,
  als dein Richterspruch vom Himmel ertönte,
10 als du dich erhobst, um Gericht zu halten
  und den Entrechteten auf der Erde zu helfen.

11 Das Wüten der Menschen vermehrt deinen Ruhm,
  selbst ihr verzweifeltes Toben machst du dir zunutze!
12 Gebt dem HERRN, eurem Gott, Versprechen und haltet sie!
  Ihr Völker rings um Israel –
  bringt ihm eure Gaben, denn groß und gewaltig ist er!

Kommentar

Sich nach Gottes vollmächtiger Gegenwart sehnen

Der Tempel in Jerusalem war nicht in erster Linie eine Opferstätte, sondern der Ort, an dem Gottes Gegenwart wohnte. Der Psalmist schreibt, „Gott ist in Juda jedem bekannt, in Israel ist sein Name berühmt. Er ist in Jerusalem zu Hause, der Berg Zion ist sein Wohnsitz“ (76,2-3). Wenn im Alten Testament von „Zion“ (für Jerusalem) die Rede ist, dann steht häufig Gottes Gegenwart unter Seinem Volk im Mittelpunkt. Dort wohnt Er.

Deshalb waren die Menschen damals so leidenschaftlich, wenn es um Jerusalem und ganz besonders, wenn es um den Tempel ging. Wie wir alle sehnten auch sie sich nach Gottes Gegenwart. Die erstaunliche Wahrheit ist, dass wir durch Jesus heute Gottes Gegenwart in und unter uns, Seinem Volk, überall auf der Welt erleben können. Sein Heiliger Geist lebt in dir.

Gebet

Herr, ich sehne mich nach Deiner Gegenwart in mir. Danke, dass Du unter Deinem Volk lebst. Bitte fülle mich auch heute wieder mit Deinem Heiligen Geist; mach Deinen Namen groß unter uns.

Neues Testament

Apostelgeschichte 13,42–14,7

42 Als Paulus und Barnabas den Gottesdienst verließen, wurden sie gebeten, am nächsten Sabbat wiederzukommen, um noch einmal über das Gesagte zu sprechen. 43 Viele Juden, aber auch andere, die zum Judentum übergetreten waren, begleiteten Paulus und Barnabas noch. Die Apostel sprachen mit ihnen und ermutigten sie, an Gottes Gnade festzuhalten.

Konflikt mit den Juden

44 Am folgenden Sabbat waren fast alle Einwohner der Stadt zusammengekommen, um Gottes Botschaft zu hören. 45 Als die Juden die vielen Menschen in der Synagoge sahen, wurden sie neidisch. Sie widersprachen Paulus und spotteten.

46 Doch Paulus und Barnabas ließen sich nicht beirren. Ruhig und fest erklärten sie: »Zuerst musste euch Juden Gottes Botschaft verkündet werden. Ihr aber wollt sie nicht hören und zeigt damit selbst, dass ihr unwürdig seid, das ewige Leben zu empfangen. Darum wenden wir uns jetzt an die Nichtjuden. 47 Denn der Herr hat uns befohlen:

  ›Ich habe dich zum Licht für alle Völker gemacht,
  damit du der ganzen Welt die Rettung bringst.‹ «

48 Als die Nichtjuden das hörten, freuten sie sich sehr und lobten Gott für seine Botschaft. Und alle, die zum ewigen Leben bestimmt waren, begannen zu glauben.

49 So breitete sich die Botschaft Gottes in der ganzen Umgebung aus. 50 Den Juden aber gelang es, angesehene Frauen, die sich zur jüdischen Gemeinde hielten, sowie einflussreiche Männer der Stadt gegen Paulus und Barnabas aufzuhetzen. Sie stifteten sie zum Widerstand gegen die beiden an und erreichten, dass sie aus der Stadt vertrieben wurden. 51 Da schüttelten sie den Staub von ihren Füßen als Zeichen dafür, dass sie die Stadt Gottes Urteil überließen, und reisten weiter nach Ikonion. 52 Die in Antiochia gebliebenen Jünger waren trotz allem voller Freude und wurden immer mehr mit dem Heiligen Geist erfüllt.

Reise nach Ikonion

14 1 In Ikonion gingen Paulus und Barnabas zuerst wieder in die Synagoge und predigten dort so überzeugend, dass viele – Juden wie Nichtjuden – zu glauben begannen. 2 Aber die Juden, die von Gottes Botschaft nichts wissen wollten, wiegelten die nichtjüdische Bevölkerung gegen die junge Gemeinde auf. 3 Trotzdem blieben Paulus und Barnabas längere Zeit dort und predigten furchtlos in aller Öffentlichkeit, denn sie vertrauten auf die Hilfe des Herrn. Er bestätigte die Botschaft von seiner Gnade durch Zeichen und Wunder, die durch Paulus und Barnabas geschahen. 4 Die Meinung der Bevölkerung war geteilt. Manche hielten zu den Juden, andere zu den Aposteln. 5 Dann aber schlossen sich die jüdischen und nichtjüdischen Gegner der Apostel zusammen. Gemeinsam mit den führenden Männern der Stadt wollten sie Paulus und Barnabas misshandeln und steinigen. 6 Als die Apostel davon erfuhren, flohen sie in das Gebiet von Lykaonien, in die Städte Lystra und Derbe. 7 Dort und in der ganzen Umgebung verkündeten sie die rettende Botschaft von Jesus Christus.

Kommentar

Erfüllt mit Gottes vollmächtiger Gegenwart

Mit Pfingsten kam Gottes vollmächtige Gegenwart auf Sein Volk. Im heutigen Abschnitt lesen wir, wie „die Gläubigen von Freude und vom Heiligen Geist erfüllt wurden“ (13,52). Der Heilige Geist wohnt in jedem Christen (Römer 8,9).

Welche Auswirkungen Gottes vollmächtige Gegenwart, wenn du mit dem Heiligen Geist erfüllt wirst, hat, sehen wir hier:

1. Wirksamkeit
In Antiochia versammelten sich große Menschenmengen, um das Wort Gottes zu hören (13,44-45). In Ikonion „predigten [Paulus und Barnabas] mit solcher Vollmacht, dass viele - Juden wie Nichtjuden - zum Glauben kamen“ (14,1).

„Der Herr bestätigte ihre Botschaft durch Zeichen und Wunder, die sie mit seiner Hilfe vollbrachten“ (14,3). Das heißt nicht, dass sich in diesem Leben alle in der Kirche absoluter Gesundheit erfreuen werden. Wir sehen hier vielmehr das Anbrechen des künftigen Reiches Gottes, damit das Evangelium seinen Siegeszug fortsetzen kann.

2. Widerstand
Wir können nicht davon ausgehen, dass, nur weil Gott mit uns ist, wir nicht auf Widerstände stoßen werden. Die Ereignisse hier erinnern uns vielmehr daran, dass Widerstände an der Tagesordnung sind. Wo Gott wirkt, da ist auch der Feind nicht weit.

In Antiochia „wurden sie neidisch; deshalb verleumdeten sie Paulus und versuchten, alles, was er sagte, zu widerlegen“ (13,45). „Die Juden hetzten … gegen Paulus und Barnabas auf. Die beiden wurden festgenommen, aus der Stadt ausgewiesen und mussten die Gegend verlassen“ (13,50; GNB).

In Ikonion „schürten die Juden, die Gottes Botschaft ablehnten, jedoch unter den Nichtjuden Misstrauen gegen Paulus und Barnabas“ (14,2). Sie beschlossen, die beiden „zu ergreifen und zu steinigen“ (14,5).

3. Freude
Dein Glück hängt nicht davon a b, was dir passiert. Es gibt tiefe Freude, die von Gottes Gegenwart kommt. Inmitten all der Widerstände, nachdem sie Antiochia verlassen mussten und auf dem Weg nach Ikonion waren, „wurden die Gläubigen von Freude und vom Heiligen Geist erfüllt“ (13,52).

4. Mut
Der Heilige Geist wird dir im Angesicht von Widerständen den nötigen Mut schenken. In Antiochia sprachen „Paulus und Barnabas frei und offen: „Euch musste als Ersten die Botschaft Gottes verkündet werden“ (13,46; GNB). Sie blieben längere Zeit in Ikonion und „verkündeten... die Botschaft von der rettenden Gnade frei und offen“ (14,3; GNB). Obwohl ein Komplott gegen sie geschmiedet wurde (14,5), predigten sie weiter das Evangelium (14,7).

Gebet

Herr, erfülle mich heute mit dem Heiligen Geist und mit Freude. Hilf mir, vollmächtig zu reden, damit viele zum Glauben kommen. Hilf mir, mich nicht von Widerständen entmutigen zu lassen. Schenke mir den Mut, frei und offen von Dir zu erzählen. Ich bete, dass Du die Botschaft durch Zeichen und Wunder bestätigst.

Altes Testament

1. Könige 7,23–8,21

Das Becken aus Bronze

23 Danach fertigte Hiram ein rundes Bronzebecken an, »das Meer« genannt. Seine Höhe betrug 2,5 Meter, sein Durchmesser 5 Meter und sein Umfang 15 Meter. 24 Unterhalb des Randes war es ringsum mit zwei Reihen von Früchten verziert, jeweils zehn auf einen halben Meter. Sie und das Becken waren aus einem Guss.

25 Das Becken stand auf zwölf Rinderfiguren, von denen drei nach Norden gewandt waren, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten. Ihre Hinterbeine zeigten nach innen, und das Becken ruhte auf ihren Rücken. 26 Sein Rand war nach außen gewölbt wie der Kelch einer Lilienblüte. Das Becken hatte eine Wandstärke von knapp 8 Zentimetern und fasste etwa 44.000 Liter.

Die zehn Kesselwagen

27 Als Nächstes stellte Hiram zehn Kesselwagen aus Bronze her. Der Wagenkasten eines jeden war 2 Meter lang, 2 Meter breit und 1,5 Meter hoch. 28 Seine Wände wurden oben und unten durch waagerechte Leisten eingerahmt und durch senkrechte und waagerechte Stäbe verstärkt. 29 Alle Leisten und Stäbe verzierte Hiram mit aufgehämmerten Löwenfiguren, mit Rindern und Keruben. Über und unter den Löwen und Rindern wurden Kranzornamente angebracht. 30 Jeder Kesselwagen hatte unter dem Wagenkasten ein Fahrgestell mit vier Rädern und zwei Achsen aus Bronze. Jede Achse war an beiden Enden durch zwei schräg aufwärtslaufende Streben mit der untersten Leiste des Wagenkastens verbunden. Diese Streben stützten den Wagenkasten, der den Wasserkessel tragen musste. 31 Für den Wasserkessel wurde ein runder Aufsatz auf den Kasten gesetzt. Er stand auf einem viereckigen Rahmen, und sein Rand war mit eingravierten Bildern verziert. Aufsatz und Rahmen waren zusammen 75 Zentimeter hoch. 32 Die Räder der Fahrgestelle besaßen einen Durchmesser von 75 Zentimetern. Sie standen genau unter den Seitenwänden des Wagenkastens und waren an den Füßen der vier Seitenpfosten befestigt. Eine Achse verlief durch jeweils zwei Pfosten. 33 Die Räder waren gebaut wie die Räder von Streitwagen. Ihre Achsen, Felgen, Naben und Speichen wurden allesamt aus Bronze gegossen.

34 Die vier Eckpfosten und der Wagenkasten waren aus einem Guss. 35 Der stützende Rahmen, auf dem der Aufsatz für den Kessel ruhte, war 25 Zentimeter hoch. Er wurde mit Hilfe von Haltern und Platten befestigt, die sich am Wagenkasten befanden. 36 Wo auf Seitenwänden, Haltern oder Platten noch Platz frei war, ließ Hiram Bilder von Keruben, Löwen und Palmen eingravieren und alles mit Kränzen umrahmen. 37 Hiram benutzte für alle zehn Kesselwagen dieselbe Gussform. So sahen alle zehn gleich aus.

38 Für jeden Wagen goss Hiram einen Kessel aus Bronze. Die Gefäße hatten einen Durchmesser von 2 Metern und fassten 900 Liter. 39 Man brachte die Kesselwagen an ihren vorgesehenen Platz: Fünf standen auf der rechten Tempelseite, fünf auf der linken. Das große Wasserbecken stellte man rechts vom Tempel auf, in der Südostecke des Vorhofs.

Liste der Gegenstände, die Hiram herstellte

40 Zuletzt stellte Hiram noch Kübel und Schaufeln zum Beseitigen der Asche her sowie Schalen, in denen das Blut der Opfertiere aufgefangen wurde. Damit beendete er die Arbeiten für den Tempel des HERRN, die König Salomo ihm aufgetragen hatte.

  41 Insgesamt hatte er folgende Gegenstände hergestellt:

  zwei Säulen;

  zwei kelchförmige Kapitelle, die oben auf den Säulen ruhten;

  zwei geflochtene Ketten zur Verzierung der beiden Kapitelle;

42 für jedes Kapitell 200 Granatäpfel, die in zwei Reihen über den Ketten angebracht waren;

  43 zehn Kesselwagen; zehn Wasserkessel, die auf die Wagen gesetzt wurden;

  44 das große Wasserbecken, genannt »das Meer«; zwölf Rinderfiguren, auf denen das Becken stand;

  45 Kübel, Schaufeln und Schalen.

Alle Gegenstände, die Hiram im Auftrag Salomos für den Tempel des HERRN herstellte, wurden aus Bronze gegossen und anschließend blank poliert. 46 König Salomo ließ sie in der Jordan-Ebene zwischen Sukkot und Zaretan gießen. Dort gab es Gießereien mit großen Gussformen aus Tonerde. 47 Für diese Gegenstände wurde so viel Bronze gebraucht, dass König Salomo ihr Gewicht gar nicht mehr feststellen ließ. Dies wäre auch kaum möglich gewesen.

Die Inneneinrichtung des Tempels

48 Für das Innere des Tempels ließ Salomo folgende Gegenstände aus Gold herstellen:

  einen Altar;

  einen Tisch, auf dem die Gott geweihten Brote liegen sollten;

49-50 zehn Leuchter, die vor dem Allerheiligsten stehen sollten: fünf auf der rechten und fünf auf der linken Seite der Tür; Blumenornamente für die Leuchter; Lampen, Dochtscheren und Messer zum Reinigen der Lampen; Becken und Schüsseln; Schalen und Eimer zum Tragen der glühenden Kohlen; Türangeln für den Eingang zum Allerheiligsten und zum Heiligtum. Alle diese Gegenstände wurden aus Gold angefertigt. 51 Als König Salomo den Bau des Tempels vollendet hatte, brachte er alle Silber- und Goldschätze mitsamt den übrigen Gegenständen, die sein Vater David Gott geweiht hatte, in die Schatzkammern des Tempels.

Die Einweihung des Tempels

8 1 Salomo rief die führenden Männer von Israel, die Oberhäupter aller Stämme und Sippen, zu sich nach Jerusalem. Sie sollten dabei sein, wenn die Bundeslade des HERRN aus der »Stadt Davids«, dem Stadtteil Jerusalems auf dem Berg Zion, zum Tempel gebracht wurde. 2 Und so kamen im Monat Etanim, dem 7. Monat des Jahres, alle männlichen Israeliten in Jerusalem zusammen. In diesem Monat wurde auch das Laubhüttenfest gefeiert.

3 Als alle versammelt waren, hoben die Priester die Bundeslade hoch 4 und trugen sie hinauf zum Tempel. Zusammen mit den Leviten brachten sie auch das heilige Zelt hinauf, mit all seinen geweihten Gegenständen. 5 König Salomo und die ganze Gemeinschaft der Israeliten, die zu diesem Fest gekommen waren, hatten sich bei der Bundeslade versammelt. Sie opferten so viele Schafe und Rinder, dass man sie nicht mehr zählen konnte.

6 Die Priester brachten die Bundeslade an den vorgesehenen Platz in den hinteren Raum des Tempels. Dort im Allerheiligsten stellten sie die Bundeslade unter die beiden Keruben. 7 Deren ausgebreitete Flügel beschirmten nun die Bundeslade samt ihren Tragstangen. 8 Die beiden Stangen waren so lang, dass man sie vom Heiligtum aus sehen konnte, wenn man direkt vor dem Allerheiligsten stand. Doch vom Vorhof aus sah man sie nicht. Noch heute befindet sich die Bundeslade an diesem Ort. 9 Damals lagen nur die beiden Steintafeln darin, die Mose am Berg Horeb hineingelegt hatte, als der HERR mit den Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten einen Bund schloss.

10 Als die Priester den Tempel wieder verließen, kam eine Wolke auf ihn herab. 11 Die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das ganze Haus, so dass die Priester es nicht mehr betreten konnten, um ihren Dienst darin zu verrichten.

12 Salomo betete: »Du, HERR, hast gesagt, dass du im Dunkel einer Wolke wohnst. 13 Nun habe ich dieses prachtvolle Haus für dich gebaut. Möge es ein Ort sein, an dem du dich für alle Zeiten niederlassen wirst.«

14 Nach diesem Gebet wandte sich der König zu den Israeliten um, die sich vor dem Tempel zusammengefunden hatten. Er segnete sie und sagte:

15 »Ich preise den HERRN, den Gott Israels! Nun hat er das Versprechen eingelöst, das er meinem Vater David gab. 16 Eines Tages sagte Gott zu ihm: ›Seit ich mein Volk aus Ägypten in dieses Land geführt habe, habe ich in keinem der Stämme Israels eine Stadt ausgewählt, damit man dort einen Tempel für mich baut. Aber ich habe dich, David, zum König über mein Volk Israel bestimmt.‹

17 Mein Vater David hatte schon lange einen großen Wunsch: Er wollte dem HERRN, dem Gott Israels, einen Tempel bauen. 18 Doch der HERR sagte zu ihm: ›Ich freue mich zwar, dass du ein Haus für mich bauen möchtest. 19 Aber nicht du, David, sollst es bauen, sondern erst dein Sohn.‹

20 Der HERR hat Wort gehalten: Ich bin als Nachfolger meines Vaters David König von Israel geworden, genau wie der HERR es vorausgesagt hat. Und nun habe ich auch den Tempel für den HERRN, den Gott Israels, gebaut 21 und darin einen Raum für die Bundeslade eingerichtet. In dieser Lade liegen die beiden Gesetzestafeln. Sie sind die Wahrzeichen des Bundes, den der HERR mit unseren Vorfahren schloss, als er sie aus Ägypten führte.«

Kommentar

Die Herrlichkeit von Gottes stärkender Gegenwart

Warum um alles in der Welt solltest du nicht den Wunsch haben, Zeit mit Gott zu verbringen? Wir verbringen täglich Stunden in sozialen Netzwerken, vorm Fernseher oder an PC und Handy. Joyce Meyer schreibt, „Wir scheinen kein Problem damit zu haben, Zeit in solche Aktivitäten zu investieren. Die Wahrheit ist: Der Teufel setzt viel mehr daran, uns daran zu hindern, Zeit mit Gott zu verbringen als in jedem anderen Bereich unseres christlichen Lebens. Tatsächlich wäre es Satan lieber, dass wir uns in alle möglichen religiösen Aktivitäten verstricken, als dass wir Zeit mit unserem Herrn verbringen.“

Der Abschnitt hilft uns verstehen, wie wunderbar es ist, Zeit in der Gegenwart Gottes zu verbringen – dieses unglaubliche Vorrecht, das du als Jünger Jesu besitzt.

Diese Passage im Alten Testament über den Bau des physischen Tempels in Jerusalem (dem Ort, an dem Gott für immer wohnen sollte; 8,13) erscheint in einem völlig neuen Licht, wenn wir sie vor dem Hintergrund des Neuen Testaments lesen. Der Tempel in Jerusalem als Wohnort Gottes kündigt Seinen Einzug im Herzen eines jeden Gläubigen im Neuen Testament an.

Im Besonderen repräsentierte die Bundeslade die Gegenwart des Herrn. Der Höhepunkt dieses Tempels, sowohl in der Vorbereitung (8,3-9) als auch in Salomos Lob (8,15-21) war der Einzug der Bundeslade in den Tempel. „In der Lade waren nur die beiden Steintafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte“ (8,9) – die zehn Gebote also. Wenn du, das Volk Gottes, unter Gottes Wort lebst, entdeckst du, dass der Geist Gottes deine Wahrnehmung der Gegenwart Gottes erhöht.

Wir lesen, „Als die Priester aus dem Heiligtum heraustraten, erfüllte eine Wolke das Haus des Herrn. Die Priester konnten deswegen ihren Dienst nicht fortsetzen, denn die Herrlichkeit des Herrn war im Haus des Herrn gegenwärtig“ (8,10-11).

Wir spüren Seine Gegenwart nicht immer, obwohl Gott überall gegenwärtig ist. Deshalb muss es sich hier um die Beschreibung einer deutlich stärkeren Wahrnehmung Seiner Gegenwart handeln. Sie beschrieb Salomo, als er sagte, „ich habe dir ein prachtvolles Haus gebaut, eine Wohnung, in der du nun für immer wohnen sollst!“ (8,13).

Wenn wir beten, „Komm Heiliger Geist“, bitten wir um eine deutlich stärkere Wahrnehmung von Gottes Gegenwart unter uns. Und das ist, was wir so häufig erleben, wenn wir dieses Gebet beten.

Es gibt Momente, in denen wir Gottes Gegenwart zusammen mit anderen erleben, aber du kannst Seine Gegenwart auch erleben, wenn du alleine Zeit mit Ihm verbringst.

Du musst kein eisernes Gesetz daraus machen, aber es hilft schon, wenn du dir regelmäßig Zeit mit Gott nimmst. Beim Bibellesen, im Gespräch mit dem Vater im Gebet, wenn du dir Lobpreislieder anhörst oder einfach nur still da sitzt, beginnst du Gottes Gegenwart zu spüren. Tatsächlich wird das Gebet, „Komm Heiliger Geist“ manchmal mit vollkommenem Frieden und Ruhe beantwortet.

Gebet

Gepriesen bist du, Herr, dass Deine Herrlichkeit, die einst den Tempel Salomos erfüllte, nun Dein Volk erfüllt. Danke, dass sich all Deine Verheißungen in uns erfüllen (2. Korinther 1,20).

Komm, Heiliger Geist. Erfülle Deine Verheißung auch heute wieder in uns. Danke, dass jedes Mal, wenn wir beten, „Komm, Heiliger Geist“, wir Gottes Gegenwart und Wirken unter uns stärker wahrnehmen. Bitte hilf mir, Zeit in Deiner Gegenwart zu priorisieren.

Pippa fügt hinzu

Apostelgeschichte 13,50

„Da wiegelten die Anführer des jüdischen Volkes die einflussreichen gottesfürchtigen Frauen, die in die Synagoge kamen, und die angesehenen Männer der Stadt auf, hetzten das Volk gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus der Stadt.“

Es ist traurig, dass sich diese gottesfürchtigen Frauen vom Neid der Juden anstecken ließen (13,45) und sich gegen Paulus und Barnabas wandten. Selbst gottesfürchtige Menschen können falschen Einflüssen erliegen; wir brauchen Gottes Weisheit und die Gabe der Unterscheidung von Gut und Böse.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“) \t Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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