Tag 201

Gerechte Gnade

Weisheit Sprüche 17,15–24
Neues Testament Römer 5,12–21
Altes Testament Amos 8,1–9,15

Einführung

Es heißt, das größte Problem dieser Welt sei nicht ein Mangel an Demokratie, zu große Armut oder zu wenig Medikamente gegen AIDS, sondern die Tatsache, dass zwei Drittel der Weltbevölkerung keinen Schutz durch das Gesetz genießen. Ein Mangel an Gerechtigkeit hat furchtbare Auswirkungen auf die Armen dieser Welt.

Die Themen Gerechtigkeit und Gnade spinnen sich wie ein roter Faden durch die Bibel. Ohne Gerechtigkeit kann man Gnade nicht wirklich verstehen. Eine Definition von Gnade ist „unverdiente Liebe“. Eine Eselsbrücke könnte lauten: Gott Nimmt Alle Durch (den) Einen an. Wir sehen heute, wie Jesus Christus dir und mir gerechte Gnade zugänglich macht.

Weisheit

Sprüche 17,15–24

15 Der HERR verabscheut es, wenn der Schuldige freigesprochen
  und der Unschuldige verurteilt wird.

16 Ein Dummkopf kann sich Weisheit nicht erkaufen,
  sie würde ihm auch gar nichts nützen – er hat ja doch keinen Verstand!

17 Ein guter Freund steht immer zu dir,
  und ein Bruder ist in Zeiten der Not für dich da.

18 Wer sich mit Handschlag für die Schulden eines anderen verbürgt,
  hat den Verstand verloren!

19 Der Streitsüchtige liebt die Bosheit;
  und wer zu hoch hinauswill, wird tief fallen.

20 Ein verdorbener Mensch hat nichts Gutes zu erwarten;
  und wer Lügen verbreitet, stürzt sich ins Unglück.

21 Wer einen nichtsnutzigen Sohn hat,
  kennt nur Sorge und Leid.

22 Ein fröhliches Herz macht den Körper gesund;
  aber ein trauriges Gemüt macht kraftlos und krank.

23 Ein gottloser Richter nimmt heimlich Bestechungsgelder an
  und verdreht das Recht.

24 Ein vernünftiger Mensch bemüht sich um Weisheit,
  aber ein dummer hat nur andere Dinge im Kopf.

Kommentar

Ohne Gerechtigkeit geht es nicht

In zahlreichen Ländern dieser Erde kommen Verbrecher ungeschoren davon, während die Gefängnisse voll sind mit unschuldigen Menschen, von denen viele weder ein Verfahren noch ein Urteil bekommen haben. „Wer den Schuldigen gerecht spricht und den Gerechten schuldig, die sind beide dem Herrn ein Gräuel“ (17,15; LUT). Beides ist eine Form groben Unrechts. Beides ist Gott ein Gräuel und hat schwere Auswirkungen in der Gesellschaft.

Ein Großteil des Problems wird durch Bestechung verursacht. „Der Gottlose nimmt heimlich Geschenke an und beugt damit das Recht“ (17,23). Ein Anwalt in einem Entwicklungsland erzählte mir einmal, dass man „die richtigen Räder schmieren“ müsse, wolle man den Gang der Rechtsprechung beschleunigen; ein Euphemismus für Bestechung.

Der Kampf für Gerechtigkeit ist eine ernste Aufgabe. Sie erfordert harte Arbeit und lässt dich schnell ausbrennen. Das Buch der Sprüche ist reich an ausgewogener Weisheit.

Es erinnert uns, dass wir Familie und Freunde brauchen: „Auf einen Freund kann man sich immer verlassen, und ein Bruder ist dazu da, dass man einen Helfer in der Not hat“ (17,17). Vermeide sinnlose Diskussionen. „Wer den Streit liebt, liebt die Sünde“ (17,19). Unnötiger Streit vermag Familien und Freundschaften kaputt zu machen.

Neben Familie und Freunden ist auch Spaß wichtig: „Ein fröhliches Herz ist die beste Medizin, ein verzweifelter Geist aber schwächt die Kraft eines Menschen“ (17,22). Nimm dich selbst nicht zu ernst. Man muss über sich lachen können. Lachen ist wie ein Fitnesstraining für dein Inneres; es trainiert deine Seele und erhält dich gesund.

Gebet

Herr, zeige uns, was wir als Einzelner und was wir als Gemeinde tun können, um allen Menschen Zugang zu Gerechtigkeit zu verschaffen. Hilf uns, die richtige Balance im Leben zu finden, dass wir unsere Verantwortung ernstnehmen und uns trotzdem Zeit für Familie, Freunde und Freude nehmen.

Neues Testament

Römer 5,12–21

Adam brachte den Tod – Christus bringt das Leben

12 Durch einen einzigen Menschen, nämlich durch Adam, ist die Sünde in die Welt gekommen und als Folge davon der Tod. Nun sind alle Menschen dem Tod ausgeliefert, denn alle haben auch selbst gesündigt.

13 Demnach war die Sünde schon da, lange bevor Gott durch Mose das Gesetz gab. Aber wo kein Gesetz ist, kann auch keine Schuld angerechnet werden. 14 Dennoch waren bereits in der Zeit von Adam bis Mose alle Menschen dem Tod verfallen, auch wenn sie nicht wie Adam gegen ein ausdrückliches Gebot von Gott verstießen. Adams Schuld hatte Folgen für alle Menschen. Insofern ist er das genaue Gegenbild zu Christus, der kommen sollte, um uns zu erlösen.

15 Freilich lässt sich die Erlösung, die uns Christus geschenkt hat, nicht mit Adams Verfehlung vergleichen. Denn durch das Vergehen des einen wurde die gesamte Menschheit dem Tod ausgeliefert; durch Jesus Christus aber, diesen einen Menschen, haben alle in überreichem Maß Gottes Barmherzigkeit und Liebe erfahren. 16 Was Gott uns durch Christus geschenkt hat, kann man nicht auf eine Stufe stellen mit dem, was aus Adams Sünde folgte. Gottes Urteilsspruch brachte wegen der einen Sünde von Adam die Verdammnis; was Christus getan hat, brachte trotz unzähliger Sünden den Freispruch. 17 Hat aber die Verfehlung eines einzigen Menschen zur Herrschaft des Todes geführt, um wie viel mehr werden dann alle, die Gottes überreiche Barmherzigkeit und seine Vergebung erfahren haben, durch Jesus Christus leben und mit ihm herrschen!

18 Es steht also fest: Durch die Sünde eines einzigen Menschen sind alle Menschen in Tod und Verderben geraten. Aber durch die Erlösungstat eines einzigen Menschen sind alle mit Gott versöhnt und bekommen neues Leben. 19 Oder anders gesagt: Durch Adams Ungehorsam wurden alle Menschen vor Gott schuldig; aber weil Jesus Christus gehorsam war, werden sie von Gott freigesprochen.

20 Das Gesetz aber kam erst später hinzu. Es sollte das volle Ausmaß von Adams Verfehlung ans Licht bringen. Denn wo sich die ganze Macht der Sünde zeigte, da erwies sich auch Gottes Barmherzigkeit in ihrer ganzen Größe. 21 Denn so wie bisher die Sünde über alle Menschen herrschte und ihnen den Tod brachte, so herrscht jetzt Gottes Gnade: Gott spricht uns von unserer Schuld frei und schenkt uns ewiges Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Kommentar

Gnade im Überfluss

Wie siehst du dich selbst? Was glaubst du von dir? Was meinst du, wie Gott dich sieht? Und welche Gefühle hat Er für dich?

Gnade bedeutet, dass wir „in Gottes Augen gerechtfertigt“ sind (5,19). Rechtfertigung ist ein kostenloses Geschenk, das wir aus Gottes Gnade erhalten. Unsere Sünde ist machtlos gegen Gottes Gnade. „Denn wo sich die ganze Macht der Sünde zeigte, da erwies sich auch Gottes Barmherzigkeit in ihrer ganzen Größe. Wo bisher die Sünde über alle Menschen herrschte und ihnen den Tod brachte, dort herrscht jetzt Gottes Gnade“ (5,20-21).

Paulus enthüllt weitere erstaunliche Aspekte der Gnade. Dazu stellt er zwei Reiche dar – Adams Reich und Christi Reich.

Von Natur aus gehören wir alle zu Adams Reich. Sünde, Tod und Trennung von Gott kamen durch Adam in die Welt (5,12-14).

Aber Paulus beschreibt ein neues Reich, das Jesus durch Seinen Tod und Seine Auferstehung begründet hat. Das Erstaunliche ist, dass du von Adams in Jesu Reich übersiedelst, und das nicht wegen guter Führung, sondern einfach, indem du Gottes Gnade als Geschenk annimmst. Das wurde durch Jesus möglich.

Paulus beginnt damit, den Tod, der durch Adam in die Welt kam, mit dem Leben, das durch Jesus kam, zu vergleichen. Der zentrale Punkt aber ist, dass es sich „mit der Gnadengabe [nicht verhält] wie mit der Sünde“ (5,15; LUT). Sie lassen sich nur deshalb gegenüberstellen, weil das Geschenk des Lebens so viel größer als die Übertretung ist.

Die einzige Ähnlichkeit besteht darin, dass von beiden viele betroffen sind. Deine Entscheidungen, gehorsam oder ungehorsam zu sein, wirken sich auf viele andere Menschen aus. Infolge von Adams Sünde starben viele. Aber Jesu Gehorsam ermöglicht vielen den Zugang zur Gnade, in der du stehst, und das freie Geschenk der Rechtfertigung. Das Geschenk ist nicht wie die Übertretung: „Gottes Urteilsspruch brachte wegen der einen Sünde Adams die Verdammnis; was Christus getan hat, brachte trotz unzähliger Sünden den Freispruch“ (5,16; Hfa).

Adams Ungehorsam führte zur „Herrschaft des Todes“ (17a; Hfa). „Doch durch … Jesus Christus, werden alle, die Gottes Gnade und das Geschenk der Gerechtigkeit annehmen, über Sünde und Tod siegen und leben! (5,17).

Adams Sünde bewirkt, dass wir alle auf der Anklagebank sitzen. Jesu Rechtfertigungstat am Kreuz macht es Gott möglich, uns für gerecht zu erklären und Leben zu schenken. Jesu Rechtfertigung zieht deine Rechtfertigung nach sich. „Weil ein Mensch Gott ungehorsam war, wurden viele Menschen zu Sündern. Doch weil ein anderer Mensch Gott gehorchte, werden viele Menschen in Gottes Augen gerechtfertigt“ (5,19).

Durch Seinen Tod am Kreuz hat Jesus Gottes Gnade und Sein Geschenk möglich gemacht (5,15). Die Folge unserer Sünde sind Gericht und Verdammnis (5,16). Wären wir allein auf Gerechtigkeit angewiesen, wäre das unser Los. Weil aber Jesus an unserer statt gestorben ist, bekommen wir Gerechtigkeit geschenkt.

Gott kann gerecht sein und dich trotzdem freisprechen. Es gibt so etwas wie gerechte Gnade. Durch Jesus haben wir Zugang zu Gottes reichlicher Gnade und Barmherzigkeit sowie dem Geschenk der Gerechtigkeit (5,17). Die Gerechtigkeit, die du empfängst, lässt dich leben (5,18). Du wirst „gerechtfertigt“ (5,19) und gewinnst „durch Jesus Christus, unseren Herrn, das ewige Leben“ (5,21).

Und alles aus Gnade (5,15.17.20-21). Lass diese Wahrheiten tief in dein Herz sinken. Sieh dich so, wie Gott dich sieht – in Seinen Augen bist du gerecht. Und glaube, dass Gott wegen dem, was Jesus für dich getan hat, Freude an dir hat.

Gebet

Herr, ich danke Dir für Jesu Tod an meiner statt. Danke, dass, obwohl ich Gericht und Verdammnis verdiene, Du mir Rechtfertigung und Gerechtigkeit als Gnadengabe anbietest.

Altes Testament

Amos 8,1–9,15

Die Vision vom Korb mit reifem Obst

8 1 Wieder gab Gott, der HERR, mir eine Vision. Darin zeigte er mir einen Korb mit reifem Obst. 2 Er fragte mich: »Amos, was siehst du?«

Ich antwortete: »Einen Korb mit reifem Obst.«

Da sprach der HERR zu mir: »Ja, und so ist auch mein Volk: reif für das Gericht! Von jetzt an sehe ich nicht mehr über ihre Sünden hinweg!

3 Wenn meine Strafe sie trifft, dann werden statt der fröhlichen Gesänge im Königspalast Trauerlieder erklingen. Alles ist voller Leichen, es herrscht Totenstille. Mein Wort gilt!«

Rücksichtslose Ausbeutung

4 Hört zu, die ihr die Armen unterdrückt
  und die Bedürftigen zugrunde richtet!

5 Ihr sagt:

  »Wann ist das Neumondfest endlich vorbei?
  Wann ist die Sabbatruhe bloß vorüber,
  damit wir die Kornspeicher wieder öffnen
  und Getreide verkaufen können?
  Dann treiben wir den Preis in die Höhe:
  Wir verkleinern das Getreidemaß
  und machen die Gewichte auf der Waage schwerer,
  wo die Käufer ihr Silbergeld abwiegen.
  Auch die Waage selbst stellen wir falsch ein.
6 Bestimmt können wir sogar noch den Getreideabfall verkaufen!«
  Wer euch Geld schuldet, den macht ihr zum Sklaven, ja,
  ihr verkauft einen Armen schon,
  wenn er ein Paar Schuhe nicht bezahlen kann.

7 Der HERR aber, dessen Namen ihr so stolz im Mund führt, hat sich geschworen: »Niemals werde ich vergessen, was sie getan haben!

8 Ja, ihretwegen soll die Erde beben,
  sie wird sich heben und senken wie der Nil in Ägypten,
  und die Menschen werden alle miteinander um ihre Toten trauern.

9 Ich, Gott, der HERR, kündige euch an: An jenem Tag

  lasse ich die Sonne schon am Mittag untergehen,
  und die Dunkelheit bricht am helllichten Tag über das Land herein.
10 Eure Freudenfeste lasse ich zu Leichenfeiern werden
  und eure fröhlichen Lieder zu Totenklagen.
  Ich sorge dafür, dass ihr Trauergewänder anzieht
  und euch vor Kummer die Köpfe kahl schert.
  Ihr werdet so verzweifelt sein wie jemand,
  dessen einziger Sohn gestorben ist.
  Es wird ein bitterer Tag für euch sein, wenn das Ende kommt!«

Gott antwortet nicht mehr

11 »Ich, Gott, der HERR, sage euch:
  Es kommt die Zeit, da schicke ich euch eine Hungersnot.
  Aber nicht nach Brot werdet ihr hungern
  und nicht nach Wasser verlangen.
  Nein, nach einem Wort von mir werdet ihr euch sehnen!
12 Dann irren die Menschen ruhelos durchs Land,
  vom Toten Meer bis zum Mittelmeer, vom Norden bis zum Osten.
  Doch ihre Suche wird vergeblich sein:
  Ich, der HERR, antworte ihnen nicht.

13 Auch die schönen Mädchen und die jungen Männer
  werden an jenem Tag vor Durst zusammenbrechen.
14 Sie werden fallen und nicht mehr aufstehen,
  denn sie schwören bei dem widerlichen Götzen
  von Samaria und bekräftigen ihren Eid mit den Worten:
  ›So wahr dein Gott lebt, Heiligtum in Dan!‹ oder:
  ›So wahr die Wallfahrt nach Beerscheba uns Gottes Segen sichert!‹«

Die letzte Vision: Der Herr am Altar

9 1 Ich sah den Herrn in Bethel am Altar stehen; er befahl:

  »Schlag auf die Kapitelle der Tempelsäulen,
  dass die Türschwellen erbeben!
  Zerschmettere die Säulen, damit die Trümmer den Leuten
  auf den Kopf fallen! Und wer das überlebt,
  den lasse ich vom Schwert durchbohren.
  Keiner wird fliehen können, niemand wird entkommen
  und sich retten.
2 Auch wenn sie in die Totenwelt eindringen
  und sich verstecken könnten –
  ich würde sie sogar von dort zurückholen!
  Und wenn sie in den Himmel heraufsteigen könnten,
  würde ich sie wieder hinunterstürzen.
3 Wollten sie auf den Gipfel des Karmel fliehen,
  würde ich sie auch dort finden und zurückholen.
  Könnten sie sich auf dem Meeresboden verbergen,
  würde ich der Meeresschlange befehlen,
  sie mit einem Biss zu töten.
4 Und wenn sie unter den Gefangenen wären,
  die in ein fremdes Land verschleppt werden,
  würde ich sie auch dort noch mit dem Schwert umbringen!

  Denn von mir haben sie nichts Gutes mehr zu erwarten,
  sondern nur noch Tod und Verderben.«

Was für ein Gott!

5 Der HERR ist der allmächtige Gott! Berührt er die Erde,
  so fängt sie an zu schwanken.
  Sie hebt und senkt sich wie der Nil in Ägypten,
  und die Menschen trauern alle miteinander um ihre Toten.
6 Im Himmel hat er die Stufen zu seinem Thron gebaut
  und auf der Erde die Fundamente für das Himmelsgewölbe gelegt.
  Er ruft das Wasser aus dem Meer, und schon ergießt es sich auf die Erde.
  Sein Name ist »der HERR«!

Ihr seid nicht besser als die anderen!

7 So spricht der HERR:
  »Glaubt ihr Israeliten wirklich, ihr wärt besser als die Äthiopier?
  Es ist wahr: Ich habe euch aus Ägypten befreit.
  Aber genauso habe ich die Philister aus Kreta herausgeführt
  und die Syrer aus Kir.

8 Ich sehe ganz genau, wie man in Israel,
  diesem verdorbenen Königreich, gegen mich sündigt.
  Darum lasse ich es vom Erdboden verschwinden!
  Doch ich, Gott, der HERR,
  will euch Nachkommen von Jakob nicht völlig ausrotten.
  Darauf könnt ihr euch verlassen!
9 Ich befehle, euch unter alle Völker zu zerstreuen
  und durchzuschütteln.
  So wie in einem Sieb die Steine hängen bleiben,
10 so siebe ich die Schuldigen aus meinem Volk aus,
  sie, die jetzt noch selbstgefällig sagen:
  ›Menschen wie uns lässt Gott nichts zustoßen.
  Kein Unglück wird uns treffen.‹
  Gerade sie werden vom Schwert durchbohrt!«

Neue Hoffnung für Israel

11 Gott sagt: »An jenem Tag

  werde ich das Reich von König David wieder aufbauen.
  Jetzt gleicht es zwar einem verfallenen Haus,
  doch dann richte ich die umgestürzten Wände wieder auf
  und schließe die Risse in der Mauer.
  Ja, ich lasse es wieder in seinem alten Glanz erstehen.
12 Die Israeliten werden in Besitz nehmen,
  was vom Gebiet der Edomiter übrig geblieben ist.
  Auch über all die anderen Völker,
  die ich zu meinem Eigentum erklärt habe,
  werden sie ihre Herrschaft ausdehnen.
  Dafür sorge ich, der HERR. Mein Wort gilt!

13 Es kommt die Zeit, da wird es eine sehr reiche Ernte geben.

  Dann mähen die Arbeiter noch das Getreide ab,
  wenn der Bauer schon kommt, um den Acker wieder zu pflügen.
  Man tritt die Trauben noch in der Kelter,
  obwohl die Zeit der Aussaat schon wieder begonnen hat.
  Ja, es wird so viele Trauben geben,
  dass ihr Saft die Berge und Hügel herabfließt!
14 Denn ich wende das Schicksal meines Volkes wieder zum Guten.
  Die Israeliten bauen die verwüsteten Städte wieder auf
  und werden auch darin wohnen, sie pflanzen Weinberge an
  und werden den Wein davon trinken, sie legen Gärten an
  und werden deren Früchte genießen.
15 Ich pflanze sie wieder in ihr Land ein,
  und niemand wird sie dann mehr herausreißen.
  Denn dieses Land habe ich, der HERR, ihr Gott, ihnen gegeben.

  Mein Wort gilt!«

Kommentar

Der gerechte und gnädige Gott

Wieder spricht Amos laut gegen herrschendes Unrecht:

„Hört zu, ihr, die ihr die Not Leidenden tretet und die Bedürftigen in diesem Land vernichtet! Ihr könnt es kaum erwarten, dass der Sabbat vorüber ist und die Feiertage vorbei sind, damit ihr wieder handeln könnt. Ihr messt das Korn mit falschem Maß und wiegt es auf gefälschten Waagen. Und ihr mischt den Weizen, den ihr verkauft, mit Spreu, die ihr vom Boden zusammenfegt! Dann versklavt ihr die Armen wegen der Schuld eines Silberstücks oder eines Paars Sandalen“ (8,4-6).

Die Menschen damals unterschieden sich nicht so sehr von unserer Gesellschaft heute. Menschen verhungern geistlich. Es gibt einen „Hunger nach dem Wort des Herrn“ (8,11). Die Menschen sind auf der Suche und probieren es mit Drogen, Alkohol, Sex und Macht; alles in dem Versuch, diesen tiefen Hunger zu stillen. „Doch ihre Suche wird vergeblich sein“ (8,12; Hfa).

Ziel des alten Bundes war der Schutz der Benachteiligten. Wie auch heute oft, hatten die Armen keinen Zugang zum Recht. Es wurde auf ihnen herumgetrampelt, sie wurden übervorteilt. Der Herr hasst Unaufrichtigkeit, weil Er uns liebt. Und Er liebt die Armen. Unrecht und Unaufrichtigkeit waren der Kern von Israels Sünde. Deshalb kündigt Amos ein Gericht an, „Die Zeit wird kommen…da ich eine Hungersnot ins Land schicke“ (8,11). Israel wird ins Exil geführt werden (9,1-10).

Trotzdem endet das Buch Amos mit der Verheißung auf Wiederherstellung: „ich [werde] das gefallene Königreich Davids wiederherstellen… Dann werden die Weinberge Israels von süßem Wein triefen und überfließen! Ich werde mein vertriebenes Volk Israel aus den fernen Ländern heimholen und sie werden ihre Städte, die jetzt in Trümmern liegen, wieder aufbauen und darin wohnen. Sie werden Weinberge und Gärten pflanzen; sie werden ihre eigenen Feldfrüchte essen und ihren eigenen Wein trinken. Ich werde sie fest einpflanzen in dem Land, das ich ihnen geschenkt habe… dann werden sie nie mehr ausgerissen werden“ (9,11-15).

Was Gott Seinem Volk für eine Zukunft verheißt, übertrifft deine wildesten Träume. Selbst ihr Ungehorsam und ihre Ungerechtigkeit können Gott nicht von Seinen Plänen abhalten zu segnen. Es ist dieselbe Dynamik, die wir heute auch im Neuen Testament gesehen haben. Gottes Gnade und Barmherzigkeit wiegen schwerer als unsere Schuld. Letzten Endes ist es Jesus, der ermöglicht, dass Gerechtigkeit und Vergebung Hand in Hand gehen.

Gebet

Danke, Herr, dass Du ein gerechter und barmherziger Gott bist. Danke, dass wir durch die Ausgießung des Heiligen Geistes bereits den Anbruch dieser Zukunft sehen können. Ich bete, dass die Gerechtigkeit triumphiert. Möge der neue Wein Deines Heiligen Geistes und eine reiche Ausgießung von Gnade und Barmherzigkeit von den Weinbergen fließen.

Pippa fügt hinzu

Römer 5,20b

„Doch als das Ausmaß der Sünde unter den Menschen immer größer wurde, ist Gottes wunderbare Gnade noch grenzenloser geworden.“

Die The Message Bibel übersetzt hier sinngemäß, „aber die Sünde hatte und hat keine Chance im Wettstreit mit der aggressiven Vergebung, die wir Gnade nennen.“ Ich glaube, das ist der Grund, warum uns in Gefängnissen oft so viel Glaube und Liebe begegnen, so viele Leben verändert werden. Je dunkler es ist, desto heller strahlt das Licht.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“) \t Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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