Tag 246

Erkenne wer du bist

Weisheit Psalm 105,1–11
Neues Testament 2. Korinther 5,11–6,2
Altes Testament Jesaja 1,1–2,22

Einführung

Die Botschafter und Diplomaten, die ich bisher kennengelernt habe, haben mich bisher immer sehr beeindruckt. Man spürt, dass sie sorgfältig ausgewählt wurden. Sie sind in der Kunst der Diplomatie geschult. Mit großem Feingefühl vertreten sie ihr Land – in Wort und Tat.

Botschafter genießen viele Privilegien. Laut Lexikon ist ein Botschafter „ein hochrangiger Beamter, der in die Hauptstadt eines fremden Landes entsandt wird, um dort einen souveränen Staat zu repräsentieren“. Ein britischer Botschafter ist ein Beamter, der Königin und Nation repräsentiert, wohin auch immer er entsandt wird.

Paulus schreibt, wir sind „Botschafter Christi“ (2. Korinther 5,20). Das griechische Wort, das mit „Botschafter“ übersetzt wurde, stammt von demselben Wort ab wie das Wort „Presbyter“; es bezeichnet einen Gemeindeleiter oder Ältesten. Ob du nun eine anerkannt leitende Rolle in deiner Gemeinde hast oder nicht, du bist ein Botschafter Christi. Damit hast du das erstaunliche Vorrecht und die Verantwortung, Jesus in der Welt zu repräsentieren. Du bist Gottes Botschafter auf Erden.

Durch dich ruft Gott die Menschen auf, sich mit Ihm zu versöhnen; Seine Vergebung, Liebe und Gnade zu empfangen. Lade sie ein, sich mit Gott anzufreunden und selbst Seine Botschafter zu werden. Sei dabei diplomatisch und taktvoll wie ein königlicher Botschafter, denn schließlich repräsentierst du Christus auf Erden.

Weisheit

Psalm 105,1–11

Israels Geschichte zeigt: Gott hat Wort gehalten!

1 (Verse 1‒15: Preist den HERRN und rühmt seinen Namen,
  verkündet allen Völkern seine großen Taten!
2 Singt und musiziert zu seiner Ehre,
  macht alle seine Wunder bekannt!
3 Seid stolz auf ihn, den heiligen Gott!
  Ja, alle, die seine Nähe suchen, sollen sich freuen!
4 Fragt nach dem HERRN und rechnet mit seiner Macht,
  wendet euch immer wieder an ihn!

5-6 Ihr Nachkommen seines Dieners Abraham,
  erinnert euch an die Wunder, die er vollbracht hat!
Ihr Kinder und Enkel von Jakob, die er auserwählt hat,
  denkt an all seine mächtigen Taten und Urteile!
7 Er ist der HERR, unser Gott!
  Auf der ganzen Welt hat er das letzte Wort.

8 Niemals vergisst er seinen Bund,
  sein Versprechen, das er uns gab.
Es gilt für alle Generationen nach uns,
  selbst wenn es tausende sind.
9 Schon mit Abraham schloss er diesen Bund;
  er schwor auch Isaak, sich daran zu halten.
10 Gegenüber Jakob bestätigte er ihn als gültige Ordnung,
  ja, als ewiges Bündnis für das Volk Israel.
11 Er sprach: »Euch gebe ich das Land Kanaan,
  ihr sollt es für immer besitzen.«

Kommentar

Botschafter für die ganze Welt

Als Botschafter sollen wir ein Segen für alle Völker sein. Jesus beauftragte uns, in die Welt hinauszugehen und alle Völker zu Seinen Jüngern zu machen (Matthäus 28,19-20). Gottes Volk ist gesegnet, damit es ein Segen für die ganze Welt ist.

„Dankt dem Herrn und verkündet seinen Namen. Erzählt allen Völkern von seinen Taten“ (105,1). Heutzutage muss man gar nicht mehr, unbedingt verreisen, um mit vielen Nationen zusammenzukommen. In London, wo ich lebe, ist quasi jede Nation repräsentiert.

Der Psalmist schreibt weiter, „Denkt an seine mächtigen Taten“ (5a), und dann tut er genau das. Er erinnert an alles, was Gott für sein Volk getan hat.

Was sind ein paar deiner Lieblingserinnerungen? Nimm dir Zeit, dich zu erinnern, wie Gott dich gesegnet hat, und danke Ihm dafür. Suche nach diplomatischen Wegen, „allen Völkern von seinen Taten“ zu erzählen (1b).

Als Sein Botschafter bleib nah bei Jesus. „Sucht den Herrn und seine Macht, sucht seine Gegenwart alle Zeit“ (105,4).

Gebet

Herr, danke für alles, was Du für mich getan hast. Hilf mir, in Zukunft den Völkern zu erzählen, was Du Großes getan hast.

Neues Testament

2. Korinther 5,11–6,2

Friede mit Gott

11 Wenn ich Menschen für Christus, den Herrn, gewinne, habe ich dabei immer vor Augen, dass ich mich einmal vor ihm verantworten muss. Gott weiß, dass es mir um nichts anderes geht, und ich hoffe, auch ihr unterstellt mir keine anderen Absichten. 12 Das sage ich nun wirklich nicht, um für mich selbst zu werben. Ich will euch nur ein paar Gründe nennen, warum ihr stolz auf mich sein dürft. Dann könnt ihr sie denen entgegenhalten, für die äußere Vorzüge wichtiger sind als innere Überzeugung. 13 Manche werfen uns vor, wir hätten uns bei euch so verhalten, als hätten wir den Verstand verloren. Wenn das der Fall war, geschah es zur Ehre Gottes. Und wenn wir jetzt bei klarem Verstand sind, dann kommt das euch zugute. 14 Was wir auch tun, wir tun es aus der Liebe, die Christus uns geschenkt hat – sie lässt uns keine andere Wahl. Wir sind davon überzeugt: Weil einer für alle Menschen starb, sind sie alle gestorben. 15 Und Christus ist deshalb für alle gestorben, damit alle, die leben, nicht länger für sich selbst leben, sondern für Christus, der für sie gestorben und auferstanden ist.

16 Daher beurteilen wir auch niemanden mehr nach rein menschlichen Maßstäben. Selbst wenn wir Christus früher danach beurteilt haben, so tun wir das heute nicht mehr. 17 Gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen. 18 All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat. Er hat uns beauftragt, diese Botschaft überall zu verkünden. 19 Und so lautet sie: Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre Sünden nicht länger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten. 20 Als Botschafter von Christus fordern wir euch deshalb im Namen Gottes auf: Lasst euch mit Gott versöhnen! Wir bitten euch darum im Auftrag von Christus. 21 Denn Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir freigesprochen sind und vor ihm bestehen können.

Bewährung im Dienst für Gott

6 1 Als Gottes Mitarbeiter bitten wir euch aber auch: Lasst die Gnade, die Gott euch schenkt, in eurem Leben nicht ohne Auswirkung bleiben. 2 Denn Gott hat gesagt:

»Ich will dein Gebet erhören.
  Es wird eine Zeit der Gnade für dich geben,
  einen Tag, an dem du meine Hilfe erfährst!«

Genau diese Zeit ist jetzt da, der Tag der Rettung ist nun gekommen.

Kommentar

Botschafter mit einer wichtigen Botschaft

Wir alle sind „Botschafter Christi” (5,20). In seiner Rolle als Botschafter Christi versucht Paulus, „andere zu gewinnen“ (5,11) für die Wahrheit des Evangeliums.

Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Und sie ist wichtig. Nimm sie ernst: „Weil ich weiß, dass ich mich einmal vor Gott verantworten muss, will ich möglichst viele für Christus gewinnen“ (11a; Hfa).

Gott wendet Sich durch dich an die Menschen. Er hätte es direkt oder durch Engel machen können. Aber Er entschied, es durch dich und mich zu tun. „Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten“ (19b; Hfa). Paulus schreibt, „So … ermahnt Gott durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (5,20; LUT).

1.\tLiebe ist… das Motiv
„Weil die Liebe Christi uns bewegt“ (5,14). „Denn die Liebe Christi drängt uns“ (LUT). Dein Leben soll von Liebe geprägt sein. Erstens, um Jesus zu lieben, der für uns gestorben ist, damit wir nicht länger für uns, sondern für Ihn leben (5,15). Und zweitens, um andere zu lieben, „Weil wir glauben, dass Christus für alle gestorben ist“ (14b).

2.\tLiebe ist… die Botschaft
Die Botschaft lautet: „Gott liebt dich.“ Er empfängt dich mit offenen Armen. Weil Jesus für dich gestorben ist, ist Freundschaft mit Gott möglich. Du kannst dich Ihm mutig und zuversichtlich nähern, so oft wie du möchtest.

Die Botschaft handelt von Versöhnung (18-19). Versöhnung bedeutet Wiederherstellung der Freundschaft in eine liebevolle Beziehung – mit Gott und mit anderen Menschen. Es ist ein herrliches Privileg, Zeuge zu werden, wenn sich Menschen mit Gott und miteinander versöhnen – ganz besonders in Ehen, Familien und anderen zerbrochenen Beziehungen.

Möglich machen das Jesu Tod und Auferstehung: „Denn Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir freigesprochen sind und Menschen werden, die Gott gefallen“ (5,21; Hfa).

Paulus schreibt, „Denn Gott war in Christus und versöhnte so die Welt mit sich“ (19a). Manche machen sich über die Lehre des Neuen Testaments lustig; sie stellen Gott als grausam und ungerecht dar, weil Er den unschuldigen Jesus an unserer statt bestrafte. Aber das sagt das Neue Testament nicht. Vielmehr schreibt Paulus, „Gott war in Christus“. D.h. Er selbst war der Stellvertreter in der Person Seines Sohnes. Er ermöglichte uns, dass unsere Beziehung zu Ihm wiederhergestellt werden kann.

„Darum: Ist jemand in Christus“ (17a; LUT), „wird [er] ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe, denn sein altes Leben ist vorbei. Ein neues Leben hat begonnen (17b; NL).

3.\tLiebe ist … der Weg
Setze niemals Menschen unter Druck. Versuche vielmehr, sie mit Liebe zu gewinnen (5,11). Bitte sie an Christi statt (5,20). Du bist Christi Stellvertreter, und Jesus handelte immer aus Liebe. Als Sein Botschafter repräsentierst du Seine Liebe.

Paulus schreibt, „Gott weiß, dass ich nur dies eine will, und ich hoffe, auch ihr unterstellt mir keine anderen Absichten“ (11b; Hfa). Es heißt, „Es kümmert die Leute nicht, wie viel du weißt, bis sie wissen, wie sehr du dich kümmerst.“

Gebet

Herr, bitte hilf mir, ein guter Botschafter Christi zu sein. Hilf mir, mein Leben in Liebe zu leben. Möge „die Liebe, die Christus uns erwiesen hat, mein ganzes Handeln bestimmen“ (14a; GNB).

Altes Testament

Jesaja 1,1–2,22

1 1 In diesem Buch sind die Botschaften Jesajas aufgeschrieben, der ein Sohn von Amoz war. Während der Regierungszeit der judäischen Könige Usija, Jotam, Ahas und Hiskia offenbarte ihm Gott, was mit Juda und seiner Hauptstadt Jerusalem geschehen würde.

Gottes Volk will nichts von Gott wissen

2 Himmel und Erde rufe ich als Zeugen an!
  Hört gut zu, was der HERR sagt:
»Die Kinder, die ich großgezogen und ernährt habe,
  wollen nichts mehr von mir wissen.
3 Jeder Ochse kennt seinen Besitzer,
  und jeder Esel weiß, wo die Futterkrippe seines Herrn steht.
Was aber macht mein Volk Israel?
  Sie haben vergessen, wem sie gehören,
  und sie wollen es auch gar nicht mehr wissen!«

4 Wehe euch, ihr abtrünniges Volk!
  Wie viel Schuld habt ihr auf euch geladen!
Eine Bande von Übeltätern seid ihr,
  durch und durch verdorben.
Ihr habt den HERRN verlassen.
  Voller Verachtung habt ihr
  dem heiligen Gott Israels den Rücken gekehrt.

5 Seid ihr noch nicht genug bestraft?
  Müsst ihr euch immer weiter von Gott entfernen?
  Ihr seid doch schon an Leib und Seele krank!
6 Von Kopf bis Fuß seid ihr voller Beulen,
  blutiger Striemen und frischer Wunden.
Nichts mehr an euch ist gesund,
  und keiner ist da, der eure Wunden reinigt,
  mit Salbe behandelt und verbindet.
7 Euer Land liegt in Trümmern:
  Die Städte sind verbrannt;
ihr müsst zusehen,
  wie sich Fremde über eure Ernte hermachen,
und wenn sie abziehen,
  sind die Äcker verwüstet!
8 Nur Zion ist übrig geblieben,
  verloren wie eine Stadt,
die von Feinden eingeschlossen ist.
  Einsam steht sie da wie ein Wächterhäuschen im Weinberg,
  wie eine Hütte im Gurkenfeld.
9 Hätte der HERR, der allmächtige Gott,
  nicht einen kleinen Rest von uns gerettet,
dann wären wir alle umgekommen
  wie damals die Leute von Sodom und Gomorra.

10 Ihr Führer des Volkes gleicht den Fürsten von Sodom.
  Hört, was der HERR euch zu sagen hat!
Und ihr vom Volk seid wie die Einwohner von Gomorra;
  achtet genau auf die Weisung unseres Gottes!
11 Der HERR fragt:
  »Was soll ich mit euren vielen Opfern anfangen?
Ich habe genug von euren Schafböcken
  und dem Fett eurer Mastkälber;
das Blut eurer Opfertiere ist mir zuwider,
  sei es von Stieren, Ziegenböcken oder Lämmern.
12 Ihr kommt zum Tempel
  und wollt dort in meine Gegenwart treten.
Doch in Wirklichkeit zertrampelt ihr nur meinen Vorhof.
  Hat irgendjemand das von euch verlangt?
13 Hört endlich mit diesen nutzlosen Opfern auf!
  Ich kann euren Weihrauch nicht mehr riechen.
Ihr feiert bei Neumond und am Sabbat,
  ihr kommt zu den Gottesdiensten
und den jährlichen Festen zusammen,
  aber ich verabscheue sie, weil ihr an euren Sünden festhaltet.
14 Darum hasse ich alle diese Festversammlungen!
  Sie sind mir eine Last, ja, sie sind für mich unerträglich geworden!
15 Streckt nur eure Hände zum Himmel, wenn ihr betet!
  Ich halte mir die Augen zu.
Betet, so viel ihr wollt!
  Ich werde nicht zuhören,

denn an euren Händen klebt Blut.

16 Wascht euch, reinigt euch von aller Bosheit!
  Lasst eure Gräueltaten, hört auf mit dem Unrecht!
17 Lernt wieder, Gutes zu tun!
  Sorgt für Recht und Gerechtigkeit,
tretet den Gewalttätern entgegen
  und verhelft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht!«

Gott richtet sein Volk

18 So spricht der HERR:
  »Kommt, wir wollen miteinander verhandeln,
wer von uns im Recht ist, ihr oder ich.
  Selbst wenn eure Sünden blutrot sind,
sollt ihr doch schneeweiß werden.
  Sind sie so rot wie Purpur,
  will ich euch doch reinwaschen wie weiße Wolle.
19 Wenn ihr mir von Herzen gehorcht,
  dann könnt ihr wieder die herrlichen Früchte
  eures Landes genießen.
20 Wenn ihr euch aber weigert
  und euch weiter gegen mich stellt,
dann werdet ihr dem Schwert eurer Feinde zum Opfer fallen.
  Darauf gebe ich, der HERR, mein Wort!«

21 Ach, Jerusalem, früher warst du deinem Gott treu,
  jetzt aber bist du zur Hure geworden.
Damals ging es in der Stadt gerecht und redlich zu.
  Und heute? Heute herrschen dort Mord und Totschlag!
22 Jerusalem, damals warst du wie reines Silber,
  heute bist du mit vielen Schlacken vermischt;
früher warst du ein guter Wein,
  heute bist du mit Wasser gepanscht.
23 Deine führenden Männer sind Aufrührer
  und machen mit Betrügern gemeinsame Sache.
Sie lieben Geschenke und Bestechungsgelder.
  Um das Recht von hilflosen Waisen kümmern sie sich nicht,
und Hilfe suchende Witwen lassen sie gleich an der Tür abweisen.

24 Deshalb spricht der HERR,
  der allmächtige und starke Gott Israels:
»Wehe euch, wenn ich meinem Zorn freien Lauf lasse!
  Ich räche mich an euch; ja, ihr seid meine Feinde.
25 Jerusalem, ich werde dich packen
  und in den Schmelztiegel werfen.
Wie ein Silberschmied die Schlacken ausschmilzt,
  um reines Silber zu bekommen,
  so schmelze ich bei dir die Bosheit und Unreinheit aus.
26 Ich gebe dir wieder unbestechliche Richter
  und unvoreingenommene Berater.
Dann wird man Jerusalem wieder so nennen wie früher:
  ›Stadt, in der Recht geübt wird‹ und ›Stadt, die Gott treu ist‹.«

27 Ja, Gott wird Zion erlösen und dort das Recht wiederherstellen.
  Und er wird allen die Schuld vergeben, die zu ihm zurückkehren.
28 Doch wer sich von Gott losgesagt hat
  und sein Gesetz ständig missachtet, der kommt um.
Jeder, der dem HERRN den Rücken kehrt,
  läuft ins Verderben.

29 Ihr verehrt heilige Bäume
  und legt kunstvolle Gärten an für eure Götzen.
Das wird ein böses Erwachen geben,
  wenn ihr einsehen müsst, dass sie nicht helfen können!
  Beschämt werdet ihr dastehen
30 und einem Baum mit verdorrten Blättern gleichen,
  einem Garten ohne Wasser.
31 Wer sich für stark hielt, ist dann wie trockenes Stroh.
  Sein Tun wird zum überspringenden Funken,
der Götzendiener und Götzen in Flammen aufgehen lässt.
  Dieses Feuer kann niemand löschen!

Jerusalem, der Mittelpunkt eines neuen Reiches

2 1 In einer Vision empfing Jesaja, der Sohn von Amoz,
  diese Botschaft für Juda und Jerusalem:

2 Am Ende der Zeit

wird der Berg,
  auf dem der Tempel des HERRN steht,
alle anderen Berge und Hügel weit überragen.
  Menschen aller Nationen strömen dann herbei.

3 Viele Völker ziehen los und rufen einander zu:

»Kommt, wir wollen auf den Berg des HERRN steigen,
  zum Tempel des Gottes Israels!
Dort wird er uns seinen Weg zeigen,
  und wir werden lernen, so zu leben, wie er es will.«
Denn vom Berg Zion aus wird der HERR seine Weisungen geben,
  dort in Jerusalem wird er der ganzen Welt seinen Willen verkünden.
4 Gott selbst schlichtet den Streit zwischen den Völkern,
  und den vielen Nationen spricht er Recht.
Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um
  und ihre Speere zu Winzermessern.
Kein Volk wird mehr das andere angreifen;
  niemand lernt mehr, Krieg zu führen.

5 Kommt, ihr Nachkommen von Jakob,
  wir wollen schon jetzt mit dem HERRN leben. Er ist unser Licht!

Der schreckliche Gerichtstag Gottes

6 Herr, du hast dich von deinem Volk Israel abgewandt,
  weil sie die heidnischen Bräuche aus dem Osten übernommen haben.
Sie treiben Zauberei wie ihre Nachbarn im Westen, die Philister.
  Bedenkenlos haben sie sich anderen Völkern angepasst.
7 Israel hat in jeder Hinsicht Überfluss:
  Das Land ist voll von Gold, Silber und anderen Schätzen;
  Pferde und Streitwagen sind in großer Zahl vorhanden.
8 Doch auch mit Götzenstatuen ist das Land übersät.
  Vor selbst gemachten Figuren
werfen die Menschen sich nieder
  und beten sie an.
9 Verzeih ihnen das nicht!
  Du wirst jeden in die Knie zwingen,
  alle müssen sich vor dir beugen.

10 Ja, versteckt euch in den Höhlen, kriecht in die Erdlöcher!
  Denn der HERR verbreitet Furcht und Schrecken,
  wenn er sich in seiner Pracht und Majestät zeigt.
11 Es kommt der Tag,
  an dem der Hochmut der Menschen ein Ende hat
und ihr Stolz gebrochen wird.
  Dann wird nur einer groß sein: der HERR!

12 Der allmächtige Gott hat einen Tag bestimmt,
  an dem er über die stolzen
und hochmütigen Menschen Gericht hält
  und sie erniedrigt.
13 Alle hochgewachsenen Zedern auf dem Libanon
  und die mächtigen Eichen in der Baschan-Ebene wird er umhauen,
14 jeden hohen Berg
  und Hügel einebnen,
15 gewaltige Türme
  und feste Mauern einreißen;
16 alle Handelsschiffe
  und prunkvollen Boote wird er versenken.
17-18 So macht er den Hochmut der Menschen zunichte.
  Die stolzen Herren liegen dann im Staub,
und mit den Götzen ist es aus und vorbei.
  An diesem Tag wird nur einer groß sein: der HERR!

19 Wenn der HERR sich in seiner Pracht und Majestät
  zum Gericht erhebt und die Erde in Schrecken versetzt,
fliehen seine Feinde voller Angst in die Felsenklüfte
  und verkriechen sich in Erdlöchern.
20 Sie werfen ihre silbernen und goldenen Götzenfiguren,
  die sie mit viel Mühe angefertigt haben,
  achtlos den Ratten und Fledermäusen hin,
21 um so schnell wie möglich in Felsspalten
  und Höhlen zu verschwinden.
Angst und Grauen wird sie packen,
  wenn der HERR sich in seiner Pracht
und Majestät erhebt,
  um Gericht zu halten.

22 Hört endlich auf, euch auf Menschen zu verlassen!
  Sie vergehen wie ein Lufthauch.
  Was kann man schon von ihnen erwarten?

Kommentar

Botschafter einer heiligen Liebe

Jesajas Name für Gott ist „der Heilige”, schreibt Eugene Peterson in der Einleitung zum Buch Jesaja in der The Message Bible. „Heiligkeit ist eine ansprechende Eigenschaft, die intensivste Erfahrung reinen Lebens – authentischen Lebens aus erster Hand, kein Leben aus einiger Entfernung betrachtet… Heiligkeit ist der Feuerofen, der die Männer und Frauen verändert, die ihn betreten.“

Jesajas Botschaft handelt von der Liebe des heiligen Gottes zu Seinem Volk. Gott liebt Sein Volk mehr als Eltern ihre Kinder.

Und trotzdem sagt Jesaja, „Dies sagt der Herr: „Ich habe Kinder großgezogen und versorgt und durch mich haben sie es zu etwas gebracht, aber sie haben sich von mir abgewandt““ (1,2). Dann führt er aus, auf wie viele Arten und Weisen Seine Kinder gegen Ihn rebelliert haben – ihre Untreue, das Unrecht, das sie zulassen und ihre Unfähigkeit, sich um die Witwen und Waisen zu kümmern (1,21-23).

Gott wünscht sich Heiligkeit:

„Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen. Hört auf, Schlechtes zu tun und lernt, Gutes zu tun. Schafft Recht, weist Übeltäter zur Ordnung. Verhelft den Waisen zu ihrem Recht. Tretet für die Witwen ein“ (1,16-17).

Doch sie sind gescheitert, haben rebelliert. Außerdem sind sie abergläubisch, üben Wahrsagerei und Zauberei, und das Land ist voller Götzen (2,6-8).

Ihre Religiosität funktioniert nicht. Der Herr sagt, „Mir gefällt das Blut eurer Opferstiere, Lämmer und Ziegenböcke nicht“ (1,11c). „Hört auf, mir solche verlogenen Opfer zu bringen…finde ich abscheulich… kann ich nicht mehr aushalten… Ich verabscheue eure Feste und Neumondfeiern, sie sind mir zuwider… Ich bin es leid, sie [eure Religiosität] länger zu ertragen!“ (1,13-14).

Dennoch verlässt Gott sie nicht, sondern sagt, „lasst uns doch miteinander rechten“ (1,18a). „Eure Sünden sind blutrot, und doch sollt ihr schneeweiß werden. Sie sind so rot wie Purpur, und doch will ich euch rein waschen wie weiße Wolle“ (18; Hfa).

Und Er verspricht, „Du wirst wieder Gerechte Stadt und Treue Burg genannt werden. Jerusalem wird vor das Gericht gestellt werden und diejenigen, die umkehren, werden darin durch Gerechtigkeit erlöst werden“ (1,26b-27). Wie Micha verheißt Er Gerechtigkeit und Frieden (2,2-4).

Aber wie? Wie können die ungehorsamen Sünder gerecht werden? Wie können die, deren „Sünden blutrot“ sind, „schneeweiß…wie weiße Wolle“ (1,18) werden? Wie sollen diese bemerkenswerten Verheißungen des Alten Testaments erfüllt werden?

Nur in Jesus finden wir die Lösung. Die Propheten des Alten Testaments gaben eine Vorahnung von dem, was kommen sollte. In unserem Abschnitt im Neuen Testament heute lesen wir, wie das möglich wurde: „Gott machte Christus, der nie gesündigt hat, zum Opfer für unsere Sünden, damit wir durch ihn vor Gott gerechtfertigt werden können“ (2. Korinther 5,21).

Jesus, „der ohne jede Sünde war“ (21a; Hfa) wurde für uns zur Sünde am Kreuz, damit wir in Ihm, obwohl wir blutrot waren, schneeweiß und zur Gerechtigkeit Gottes werden konnten. So bekommst du Gott zum Freund und wirst ein Botschafter Christi.

Gebet

Herr, danke für das ungeheure Vorrecht, Dein Botschafter sein zu dürfen; dass ich Deine Botschaft in die Welt bringen kann, die Hoffnung und Vergebung so dringend nötig hat.

Pippa fügt hinzu

Jesaja 2,3

„Kommt, wir wollen auf den Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Israels, gehen. Dort wird er uns seine Wege lehren, damit wir auf seinen Pfaden gehen.“

Im September wird mein Leben immer ein bisschen hektisch, weil so viel geplant werden muss. Diesen September will ich auf Seinen Pfaden gehen, Seine Stimme hören und wieder sagen, „Lehre mich Deine Wege, Herr.“

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottland (no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“) \t Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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