Tag 261

Die beste Art zu leiten

Weisheit Sprüche 22,28–23,9
Neues Testament Galater 3,10–25
Altes Testament Jesaja 41,1–42,25

Einführung

Wer ist der Diener des Herrn?“ fragte der Kämmerer aus Äthiopien Philippus: „Von wem spricht der Prophet? Von sich selbst oder von jemand anderem?“ (Apostelgeschichte 8,34).

Diener Gottes“ ist ein würdevoller Titel, und er ist besonderen Anführern wie Abraham, Mose und David vorbehalten. Aber in den vier sog. „Gottesknecht-Liedern“ (Jesaja 42,1-4; 49,1-7; 50,4-9; 52,13-53,12) rückt der Gedanke von „Dienerschaft“ stärker in den Fokus.

Die Rolle des „Dieners“ lässt sich gut am Andreaskreuz darstellen (Es heißt, der Heilige Andreas, Petrus‘ Bruder, starb an einem diagonal gekreuztem Kreuz, das die Römer manchmal bei Hinrichtungen verwendeten. Daher hat es seinen Namen: „Andreaskreuz“. Außerdem ist es die Flagge Schottlands .)

Ursprünglich beabsichtigte Gott, dass die ganze Menschheit Ihm dienen sollte. Nach dem Sündenfall aber, erwählte Gott die Nation Israel, Ihm zu dienen. Aber selbst das von Ihm erwählte Volk wurde Ihm untreu. Der Fokus wurde immer enger und beschränkte sich schließlich auf einen kleinen „treuen Rest“. Am Ende war nur ein Einziger vollkommen treu (dort, wo sich die Balken kreuzen) – Jesus.

Jesus offenbart, was Israel (und die Menschheit) hätte sein sollen. Er war Israelit und wurde nach Israel gesandt, Er identifizierte Sich absolut mit Seiner Nation und ragte doch aus ihr heraus. Kein irdischer König oder Prophet erfüllt die Beschreibungen in den o.g. Passagen. Außer Jesus – und Er tut es vollkommen.

Wo Israel versagte, hatte Jesus Erfolg. Außerdem ist es Gottes Plan, dass die Kirche durch Jesu Sieg und die Kraft des Heiligen Geistes den Erfolg davontragen kann und wird. Deshalb öffnet sich das Andreaskreuz wieder, während die Angehörigen der Kirche Jesu Christi zu Dienern Gottes werden mit dem Auftrag, die ganze Menschheit zurück in ihre ursprüngliche Berufung, zu der sie geschaffen wurde, zu führen.

Weisheit

Sprüche 22,28–23,9

28 Verrücke niemals die Grenzsteine,
  die deine Vorfahren festgesetzt haben!

4. 5.

29 Kennst du jemanden, der gute Arbeit leistet?
  Er wird erfolgreich sein und Königen
  statt einfachen Leuten dienen.

6.

23 1 Wenn du mit einem mächtigen Herrn am Tisch sitzt,
  dann bedenke, wen du vor dir hast!
2 Beherrsche dich,
  selbst wenn du heißhungrig bist!
3 Stürze dich nicht auf seine Leckerbissen,
  denn wenn du meinst,
  sie seien dir zu Ehren aufgetischt,
  täuschst du dich selbst.

7.

4 Versuche nicht, mit aller Gewalt reich zu werden;
  sei klug genug, darauf zu verzichten!
5 Schneller, als ein Adler fliegen kann,
  ist dein Geld plötzlich weg –
  wie gewonnen, so zerronnen!

8.

6 Iss nicht mit einem Geizhals,
  sei nicht begierig nach seinen Leckerbissen,
7 denn er ist falsch und berechnend.
  »Iss und trink nur!«, fordert er dich auf,
  aber in Wirklichkeit gönnt er dir nichts.
8 Sobald du es merkst,
  kommt dir das Essen wieder hoch;
  dann waren all deine freundlichen Worte umsonst!

9 Versuche nicht, einem Dummkopf etwas zu erklären;
  er wird deinen guten Rat ohnehin nur verachten!

Kommentar

Diene anderen mit all deinen Führungsqualitäten

Der Verfasser der Sprüche warnt davor, unser Leben falschen Göttern wie dem leiblichen Wohl (23,1-3) oder Reichtümern zu widmen: „Versuche nicht, mit aller Kraft reich zu werden; sei klug und vergeude deine Zeit nicht damit. Denn der Reichtum kann plötzlich verschwinden - er bekommt Flügel wie ein Adler und fliegt davon“ (23,4-5). Der Adler, der jede 1-$-Note ziert, erinnert uns daran.

Vielmehr sollen wir tun, was wir gut können: „Kennst du jemanden, der geschickt ist bei seiner Arbeit?“ (22,29a; Hfa). „Sicherlich dienen sie eher Königen als geringen Menschen“ (29b). Seit Jahren beobachte ich, wie Menschen still und bescheiden aber mit großem Geschick dienen; und Gott hat sie in einflussreiche Positionen gehoben.

Gebet

Herr, danke für das Vorbild der Menschen, die Dir mit großer Bescheidenheit und viel Geschick dienen, ohne nach eigener Ehre zu suchen. Danke, dass Du uns solche Menschen zum Vorbild gibst.

Neues Testament

Galater 3,10–25

10 Wer dagegen darauf vertraut, von Gott angenommen zu werden, weil er das Gesetz erfüllt, der steht unter einem Fluch. Die Heilige Schrift sagt: »Verflucht ist, wer sich nicht an dieses ganze Gesetz hält und danach lebt!« 11 Dass aber niemand durch das Gesetz Anerkennung bei Gott finden kann, ist ebenfalls klar. Denn in der Schrift heißt es an einer anderen Stelle: »Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut.« 12 Das Gesetz aber fragt nicht nach dem Glauben. Hier gilt: »Nur wer seine Forderungen erfüllt, wird leben.« 13 Von diesem Fluch des Gesetzes hat uns Christus erlöst. Als er am Kreuz starb, hat er diesen Fluch auf sich genommen. In der Heiligen Schrift lesen wir ja: »Wer so aufgehängt wird, ist von Gott verflucht.« 14 Der Segen, den Gott Abraham zugesagt hatte, sollte durch Jesus Christus allen Völkern geschenkt werden. Und durch den Glauben an Christus empfangen wir alle den Geist Gottes, wie Gott es versprochen hat.

Das Gesetz und die Zusagen Gottes

15 Liebe Brüder und Schwestern! Ich möchte einmal ein ganz alltägliches Beispiel gebrauchen. Ist ein Testament einmal ausgefertigt und rechtsgültig, dann kann niemand etwas hinzufügen oder gar das Testament selbst für ungültig erklären. 16 So ist es auch mit Gottes Zusagen an Abraham. Betrachten wir sie genauer, dann stellen wir fest: Gott gab sein Versprechen Abraham und seinem Nachkommen. Es heißt nicht: »Abraham und seinen Nachkommen«, als ob viele gemeint wären. Gott sagt ausdrücklich: »deinem Nachkommen«, also einem Einzigen. Dieser Eine ist Christus. 17 Ich will damit Folgendes sagen: Gottes Versprechen an Abraham ist rechtsgültig wie ein Testament, und das Gesetz von Mose, das erst 430 Jahre später gegeben wurde, ändert daran nichts. Gottes Versprechen wird deshalb nicht ungültig. 18 Würde Gott jetzt aber den Empfang des Erbes von der Erfüllung des Gesetzes abhängig machen, so wäre sein früheres Versprechen aufgehoben. Aber Gott hat Abraham das Erbe ausdrücklich ohne jede Bedingung zugesagt.

Welche Aufgabe hat das Gesetz?

19 Was aber soll dann überhaupt das Gesetz? Gott hat es zusätzlich gegeben, damit wir das Ausmaß unserer Sünden erkennen. Dieses Gesetz – von den Engeln durch den Vermittler Mose zu uns gebracht – sollte auch nur so lange gelten, bis der Nachkomme von Abraham da wäre, an dem Gott sein Versprechen erfüllen wollte. 20 Bei dieser Zusage war kein Vermittler notwendig, sondern Gott, der Eine, hat selbst zu Abraham gesprochen.

21 Soll man nun daraus schließen, dass Gottes Zusagen und das Gesetz einander widersprechen? Auf keinen Fall! Das Gesetz, das Gott uns gegeben hat, kann uns ja schließlich kein neues Leben schenken. Nur dann käme unsere Anerkennung vor Gott tatsächlich durch die Erfüllung des Gesetzes. 22 Aber in der Heiligen Schrift heißt es eindeutig, dass wir alle Gefangene der Sünde sind. Gott wollte uns das, was er versprochen hatte, durch den Glauben an Jesus Christus schenken. Nur wer an ihn glaubt, sollte erleben, wie sich Gottes Zusage erfüllt.

23 Bevor aber der Glaube kam, waren wir Gefangene der Sünde, vom Gesetz scharf bewacht. Das dauerte so lange, bis die Zeit da war, in der der Glaube an Christus uns befreien sollte. 24-25 Bis dahin hatte das Gesetz für uns die Aufgabe eines strengen Erziehers. Seit Christus aber finden wir durch den Glauben Gottes Anerkennung und sind dem Gesetz, diesem strengen Erzieher, nicht mehr unterstellt.

Kommentar

Danke Gott für Jesu größte Tat dienender Leiterschaft

Jesus sagte, wer Ihm nachfolge, solle anders leiten als andere: Mach dich nicht wichtig; lass dir die Macht nicht zu Kopf steigen (s. Markus 10,42-45). Folge Seinem Beispiel dienender Leiterschaft. Jesus sagte, Er sei „nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um anderen zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele Menschen hinzugeben“ (Markus 10,45).

In diesem Abschnitt nun erläutert Paulus, wie das bei Jesus aussah. Das Kreuz ist der höchste Ausdruck Seines Dienens.

Wir alle versagen immer wieder dabei, Gottes Gebote zu halten. Nach dem Gesetz des Mose ist „jeder verflucht, der nicht alle Gebote beachtet und befolgt, die im Buch des Gesetzes geschrieben stehen“ (3,10b). Niemand hat das je geschafft. Folglich sind wir alle verflucht.

Am Kreuz nahm Jesus diesen Fluch auf Sich. Er „hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns“ (13a; LUT). Paulus verweist auf 5. Mose 21,23, wo es heißt, „Verflucht ist jeder, der am Holz hängt“ (13b). Gekreuzigt zu werden, war damals die größtmögliche Schande. „Von diesem Fluch des Gesetzes hat uns Christus erlöst. Als er am Kreuz starb, hat er diesen Fluch auf sich genommen“ (3,13; Hfa). Ganz vorsätzlich ist Er für dich und mich in die Bresche gesprungen.

Du bist gerecht gesprochen aufgrund dessen, was Jesus, der Diener Gottes, für dich am Kreuz getan hat, indem Er zum Fluch für dich wurde. „Jesus Christus hat uns freigekauft, damit den Heiden durch ihn der Segen Abrahams zuteil wird und wir so aufgrund des Glaubens den verheißenen Geist empfangen“ (3,14; EÜ).

Ursprünglich hatte Gott diese Verheißung Abraham und seinen Nachkommen gegeben (16a). Paulus erklärt nun, „dass hier nicht steht, dass die Zusage seinen Kindern galt, als wären viele Nachkommen damit gemeint. Sie galt dem einen Nachkommen - und dieser ist Christus“ (16b).

„Aber warum wurde das Gesetz dann überhaupt gegeben?“ (19a). Dafür gab es wenigstens zwei Gründe. Der eine war, um uns unsere Schuld aufzuzeigen (19b). Es enttarnte das Problem und nannte sie beim Namen. Es sollte der Sünde Einhalt gebieten.

Zweitens weist das Gesetz auf Jesus. Es soll uns zu Christus führen (21-25). „Bis dahin hatte das Gesetz für uns die Aufgabe eines strengen Erziehers“ (3,24; Hfa). Es führt uns zu Christus, durch den wir durch Glauben gerecht gesprochen sind (3,24).

Jesus Christus, der ultimative Diener des Herrn, hat, indem Er unseren Fluch auf Sich nahm, den Fluch des Gesetzes von uns genommen. Du bist vom Gesetz befreit, damit du ein Diener des Herrn werden kannst.

Gebet

Herr, ich danke Dir für die einmalige dienende Handlung, als Du den Fluch auf Dich nahmst, der eigentlich der meine war. Danke, dass ich deshalb im Glauben gerecht gesprochen bin. Danke, dass Du mich zum Dienst befreit hast.

Altes Testament

Jesaja 41,1–42,25

Der Herr fordert die Götter heraus

41 1 So spricht der Herr:
  »Ihr Bewohner der Inseln
und der fernen Küsten,
  seid still und hört mir zu!
Nehmt euren ganzen Mut zusammen,
  ihr Völker, und kommt her!
Hier könnt ihr eure Sache vorbringen.
  Lasst uns die Gerichtsverhandlung beginnen.

2 Wer hat den Mann aus dem Osten berufen,
  um für Gerechtigkeit einzutreten?
Wer verhilft ihm zum Sieg über ganze Völker?
  Wer lässt ihn Könige stürzen,
sie mit seinen Waffen bezwingen
  und wie Staub und Spreu durch die Luft wirbeln?
3 Er scheint zu fliegen, wenn er ihnen nachjagt.
  Seine Füße berühren kaum den Boden.
  Niemand kann ihm Schaden zufügen.
4 Wer steht dahinter, wer bewirkt das alles?
  Es ist derselbe, der von Anfang
an die Geschichte der Menschheit gelenkt hat:
  ich, der HERR! Vor der ersten Generation war ich schon da,
und auch bei der letzten
  bin ich noch derselbe.«

5 Als die Bewohner der Inseln
  und der fernen Länder sahen, was geschah,
bekamen sie es mit der Angst zu tun.
  Zitternd liefen sie zusammen.
6 Einer hilft nun dem anderen,
  gegenseitig sprechen sie sich Mut zu.
7 Sie setzen ihre Hoffnung auf eine neue Götterstatue.
  Der Kunsthandwerker glättet die gegossene Figur
mit dem Hammer und fordert den Goldschmied auf:
  »Beeil dich!« Der hämmert das Goldblech
und überzieht damit sorgfältig die Statue.
  »Das wird gut halten«, sagt er.
Schließlich wird das Standbild
  auf einem Sockel festgenagelt,
  damit es nicht wackelt.

Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott

8 Der Herr sagt:
  »Israel, du bist das Volk, das mir dient.
Du Nachkommenschaft Jakobs,
  dich habe ich erwählt.
  Du stammst von meinem Freund Abraham ab,
9 dich allein habe ich vom Ende der Erde herbeigeholt.
  Von weit her habe ich dich gerufen
und zu dir gesagt: ›Du sollst mir dienen!‹
  Dich habe ich erwählt und nicht verstoßen.
10 Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei;
  hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!
Ich mache dich stark, ich helfe dir,
  mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!

11 Alle, die voller Wut gegen dich toben,
  werden am Ende in Schimpf und Schande dastehen.
Die Männer, die dich bekämpfen,
  werden zugrunde gehen.
  Niemand redet dann mehr von ihnen.
12 Vergeblich wirst du dich umsehen nach denen,
  die Krieg mit dir führten –
du wirst sie nicht mehr finden.
  Wo sind sie geblieben, deine Feinde?
Sie sind verschwunden,
  als ob es sie nie gegeben hätte.
13 Denn ich bin der HERR, dein Gott.
  Ich nehme dich an deiner rechten Hand und sage:
  Hab keine Angst! Ich helfe dir.
14 Israel, du kleines Volk, das von Jakob abstammt,
  hab keine Angst, auch wenn du schwach und hilflos bist.
Ich helfe dir; ich, der HERR,
  der heilige Gott Israels, bin dein Erlöser.
15 Ich mache dich
  zu einem neuen Dreschschlitten mit scharfen Zähnen.
Berge und Hügel wirst du dreschen
  und zu Staub zermalmen.
16 Du wirst sie mit einer Schaufel
  in die Luft werfen wie Getreide,
damit der Wind sie wie Spreu fortträgt
  und in alle Himmelsrichtungen zerstreut.
Du aber wirst jubeln über mich, den HERRN;
  den heiligen Gott Israels wirst du rühmen.«

Gott gibt Wasser in der Wüste

17 Der Herr sagt: »Mein Volk steckt tief im Elend.
  Sie suchen Wasser, aber finden keins.
Vor Durst klebt ihnen die Zunge am Gaumen.
  Doch ich, der HERR, antworte auf ihre Hilfeschreie.
Ich bin der Gott Israels
  und lasse mein Volk nicht im Stich.
18 Auf den kahlen Hügeln lasse ich Bäche hervorbrechen,
  und in öden Tälern sollen Quellen entspringen.
Ich verwandle die Wüste in fruchtbares Land
  mit Teichen und sprudelnden Quellen.
19 Viele Bäume pflanze ich dort an:
  Zedern, Akazien und Myrten,
Ölbäume und Wacholder,
  Platanen und Zypressen.
20 Wer das sieht, wird erkennen,
  dass ich, der HERR, hier eingegriffen habe;
jeder soll wissen:
  Der heilige Gott Israels hat dies alles gemacht.«

Die Götter sind nichts und können nichts

21 Der HERR, der König Israels,
  sagt zu den Göttern der Völker:
»Jetzt habt ihr Gelegenheit,
  euch vor Gericht zu verteidigen.
  Legt eure Beweise vor!
22 Zeigt eure Macht und lasst uns wissen,
  was sich alles ereignet.
Ihr wisst doch, was in der Vergangenheit geschah.
  Was hat es zu bedeuten?
Erklärt es uns, damit wir es verstehen können!
  Oder sagt uns jetzt die Zukunft voraus,
  damit wir sehen, ob es eintrifft.
23 Kündigt an, was einmal geschehen wird,
  damit wir erkennen, dass ihr Götter seid!
Sagt uns, was kommt,
  ganz gleich ob es etwas Gutes oder Schlimmes ist.
  Dann werden wir große Achtung vor euch haben.
24 Aber dazu seid ihr gar nicht in der Lage:
  Ihr seid nichts und könnt nichts!
  Wer euch verehrt, ist mir zuwider.

25 Ich habe den Mann aus dem Norden berufen
  und auf den Weg geschickt.
Er, der meinen Namen anruft,
  tritt seinen Siegeszug an und stürmt von Osten herbei.
Er wird mächtige Fürsten wie Lehmklumpen zertreten,
  so wie ein Töpfer den Ton stampft und knetet.
26 Hat etwa einer von euch Göttern
  das lange Zeit im Voraus angekündigt,
so dass man es wiedererkennt,
  wenn es eintrifft? Dann hätten wir gerufen:
›Richtig, so hat er es vorausgesagt!‹
  Aber keiner hat es prophezeit,
keiner hat es angekündigt.
  Niemand hörte von euch
  auch nur ein einziges Wort darüber!
27 Ich bin der Erste und Einzige,
  der Jerusalem die Befreiung
durch diesen Mann angekündigt hat.
  Ich schickte einen Boten
  mit dieser frohen Nachricht zum Berg Zion.
28 Doch wenn ich diese Götter anschaue,
  so finde ich keinen, den ich um Rat fragen könnte.
Von keinem einzigen
  kann ich eine Antwort erwarten.
29 Sie alle sind nichts als ein großer Betrug.
  Gar nichts bringen sie zustande.
In ihren Statuen ist kein Leben.
  Diese Götter sind hohl und leer!«

Der Diener Gottes und sein Auftrag

42 1 Der Herr spricht:
  »Seht, hier ist mein Diener, zu dem ich stehe.
Ihn habe ich auserwählt,
  und ich freue mich über ihn.
Ich habe ihm meinen Geist gegeben,
  und er wird den Völkern mein Recht verkünden.
2 Aber er schreit es nicht hinaus;
  er ruft nicht laut und lässt seine Stimme nicht
  durch die Straßen der Stadt hallen.
3 Das geknickte Schilfrohr wird er nicht abbrechen
  und den glimmenden Docht nicht auslöschen.
  Unbeirrbar setzt er sich für das Recht ein.
4 Er wird nicht müde, nie verliert er den Mut,
  bis er auf der ganzen Erde für Gerechtigkeit gesorgt hat.
Selbst die Bewohner der Inseln
  und der fernen Küsten warten auf seine Weisung.«

5 Gott, der HERR, hat den Himmel geschaffen
  und ihn wie ein Zeltdach ausgespannt.
Die Erde in ihrer ganzen Weite hat er gebildet,
  die Pflanzen ließ er hervorsprießen,
und den Menschen hat er Leben und Atem gegeben.
  Und nun sagt er zu seinem Diener:
6 »Ich, der HERR, habe dich berufen,
  meine gerechten Pläne auszuführen.
Ich fasse dich an der Hand
  und helfe dir, ich beschütze dich.
Durch dich schließe ich einen Bund mit den Menschen, ja,
  für alle Völker mache ich dich zu einem Licht,
  das ihnen den Weg zu mir zeigt.
7 Den Blinden sollst du das Augenlicht geben
  und die Gefangenen aus ihren Zellen holen.
Alle, die in Finsternis sitzen,
  sollst du aus ihrer Gefangenschaft befreien.

8 Ich heiße ›HERR‹, und ich bin es auch.
  Die Ehre, die mir zusteht, lasse ich mir nicht rauben.
Ich dulde nicht, dass Götterfiguren
  für meine Taten gerühmt werden.
9 Ihr könnt sehen,
  dass meine Vorhersagen eingetroffen sind.
Und nun kündige ich etwas Neues an.
  Ich sage euch, was geschehen wird,
  ehe man das Geringste davon erkennt.«

Singt dem Herrn ein neues Lied!

10 Singt dem HERRN ein neues Lied
  und rühmt ihn überall auf der Welt.
Besingt ihn, ihr Seefahrer und alles, was im Meer lebt!
  Preist ihn, ihr Inseln und seine Bewohner!
11 Auch die Wüste und alle, die dort leben,
  sollen in das Lied mit einstimmen.
Singt und jubelt, ihr Beduinen von Kedar!
  Ihr aus dem Bergland,
steigt auf die Gipfel
  und jubelt ihm zu!
12 Ihr alle – gebt dem HERRN die Ehre
  und verkündet selbst auf den fernsten Inseln
  seine ruhmvollen Taten!
13 Der HERR zieht in den Krieg wie ein Held.
  In aller Entschlossenheit rüstet er sich zum Kampf.
Dann erhebt er sein lautes Kriegsgeschrei
  und zwingt seine Feinde in die Knie.

14 »Sehr lange habe ich geschwiegen«,
  sagt der Herr. »Ich blieb ruhig
und hielt mich zurück.
  Aber jetzt kann ich nicht mehr an mich halten.
Nun schreie ich auf wie eine Frau in den Wehen,
  ich keuche und schnappe nach Luft.
15 Berge und Hügel lasse ich austrocknen,
  alle Pflanzen darauf verdorren.
Die Flüsse und Sümpfe sollen versanden
  und zu festem Boden werden.
16 Mein blindes Volk werde ich auf Straßen führen,
  die sie nicht kennen, und neue Wege mit ihnen gehen.
Ich mache die Dunkelheit um sie her zum Licht
  und räume die Hindernisse beiseite.
Das alles werde ich tun,
  mein Plan steht fest.
17 Aber alle, die ihre Hilfe
  von einer selbst gemachten Statue erwarten
und zu ihr sagen:
  ›Du bist mein Gott‹,
  müssen beschämt die Flucht ergreifen.«

Israel verschließt die Augen vor dem Herrn

18 »Ach, wie seid ihr taub und blind!«,
  sagt der Herr. »Warum wollt ihr nicht hören,
  warum nicht sehen?
19 Wenn je ein Volk blind war,
  dann mein Volk Israel.
Gibt es überhaupt einen,
  der so taub ist wie mein Volk,
das ich als meinen Boten senden will?
  Gibt es ein Volk, das so blind ist wie Israel,
  mein Vertrauter, den ich in meinen Dienst gestellt habe?
20 Was habt ihr nicht alles an Gutem gesehen,
  aber es lässt euch kalt!
Was habt ihr nicht alles gehört,
  aber es war vergeblich!«
21 Der HERR will, dass das Recht geschieht,
  darum hat er sein Gesetz klar und unübertrefflich gemacht.
22 Was aber ist aus euch geworden?
  Ihr seid ein beraubtes und ausgeplündertes Volk.
Gefesselt hockt ihr in Erdlöchern;
  man hat euch in Kerker gesteckt.
Man hat euch ausgeplündert und verschleppt.
  Niemand hilft euch, niemand fordert eure Freilassung.

23 Ach, wenn euch das doch
  zum Nachdenken bringen würde!
Wenn ihr doch für euer weiteres Leben
  eine Lehre daraus ziehen wolltet!
24 Wer hat denn zugelassen,
  dass Israel ausgeplündert wurde?
Wer hat die Nachkommen
  von Jakob an die Räuber ausgeliefert?
Ist es nicht der HERR,
  dem wir ungehorsam waren?
Er hat es getan, weil Israel nicht auf ihn hören wollte,
  weil es seinen Geboten keine Beachtung schenkte.
25 Darum bekamen sie seinen glühenden Zorn zu spüren:
  Er ließ Krieg ausbrechen;
sie waren eingeschlossen von loderndem Feuer.
  Das ganze Land brannte –
aber sie wollten nicht einsehen,
  dass der Herr sie straft.
  Sie ließen sich nicht belehren.

Kommentar

Folge Jesu Beispiel: diene, um zu leiten

Das Motto der Sandhurst Militärakademie, welches dort überall zu lesen ist, lautet, „Serve to Lead” (diene, um zu leiten). Jesus praktizierte das. J. Oswald Sanders schrieb, „Echte Führungsqualität zeigt sich nicht, indem man Leute zu Dienern macht, sondern indem man ihnen selbstlos dient.“

Wie wir gesehen haben, hatte Gott ursprünglich Israel zu Seinen Dienern erkoren. Er versprach ihnen Kraft und Hilfe (41,8-9).

Das Volk Israel versagte jedoch und wurde Teil des Problems. Man kann die volle Sehkraft besitzen und ist doch geistlich blind: „Wer ist so blind wie mein Diener? Wer ist so taub wie mein eigener Bote? Wer ist so blind wie mein Vertrauter, blind wie der Knecht des Herrn?“ (42,19).

Jesaja sah einen anderen Diener des Herrn voraus:

„Schaut her, das ist mein Knecht, den ich festhalte. Er ist mein Auserwählter und macht mir Freude. Ich habe ihm meinen Geist gegeben, damit er den Völkern das Recht bringt. Er wird weder schreien und lärmen noch seine Stimme auf der Straße hören lassen. Er wird das geknickte Rohr nicht brechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen. Er wird das Recht wahrheitsgetreu ans Licht bringen. Er wird nicht müde werden oder zerbrechen, bis auf der ganzen Erde das Recht fest gegründet dasteht“ (42,1-4a).

Matthäus weist darauf hin, dass Jesus diese Worte des Propheten Jesaja erfüllte. Er zitiert diese Verse aus Jesaja (42,1-4) unmittelbar (Matthäus 12,17-21).

In Jesus erfüllte sich diese Prophetie vollkommen, so wie alle anderen Passagen bei Jesaja über den „Gottesknecht“ sich ebenfalls in Ihm erfüllten (49,1-7; 50,4-9; 52,13-53,12). Jesus war zum „Licht für die Völker“ erkoren (42,6b). So sollte Er „den Blinden die Augen öffnen, die Häftlinge aus dem Gefängnis befreien und die in der Dunkelheit Gefangenen ans Licht führen“ (42,7).

Aufgrund dessen, was Jesus für dich getan hat, gelten diese wunderbaren Verheißungen nun auch dir:

„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Sieh dich nicht ängstlich nach Hilfe um, denn ich bin dein Gott: Meine Entscheidung für dich steht fest, ich helfe dir. Ich unterstütze dich, indem ich mit meiner siegreichen Hand Gerechtigkeit übe“ (41,10).

Er wird dich neue Wege führen, Dunkelheit in Licht verwandeln und den Weg vor dir ebnen (42,16).

Gebet

Herr Jesus, danke, dass nur Du diese Prophetien vollkommen erfüllst; dass Du Deine Herrlichkeit keinem anderen gibst (42,8). Danke für Dein Vorbild an Freundlichkeit und Demut. Danke, dass Du auch uns in den Dienst des Herrn berufst. Bitte hilf mir, Deinem Beispiel zu folgen.

Pippa fügt hinzu

Jesaja 41,9–10

  „„Du bist mein Diener.“ Denn ich habe dich erwählt
und nicht verworfen. Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir.
  Sieh dich nicht ängstlich nach Hilfe um,
denn ich bin dein Gott:
  Meine Entscheidung für dich steht fest, ich helfe dir.
Ich unterstütze dich,
  indem ich mit meiner siegreichen Hand Gerechtigkeit übe.“

Das sind einfach wunderbar tröstliche Worte, besonders in schweren Zeiten.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottland (no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“) \t Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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