Tag 82

Sei immer großzügig

Weisheit Psalm 36,1–13
Neues Testament Lukas 4,14–37
Altes Testament 4. Mose 13,26–14,45

Einführung

Großzügigkeit ist eine wunderbare Eigenschaft. Wir lieben und bewundern großzügige Menschen. Meine Mutter hielt uns stets dazu an, immer großzügig zu sein.

Was denkst du über Gott? Hältst du Ihn für ein bisschen knauserig? Oder für außergewöhnlich großzügig?

Wie üppig Gott gibt, sehen wir in der Natur. So gibt es z.B. 25.000 Orchideenarten, aber die Orchidee ist nur eine von 270.000 Blumenarten. Gott macht keine halben Sachen. In unserer Galaxie gibt es 100 Milliarden Sterne wie unsere Sonne. Unsere Galaxie ist nur eine von einer Milliarde Galaxien. Man nimmt an, dass es für jedes Sandkorn eine Millionen Sterne gibt. In der Schöpfungsgeschichte ist das nur eine Randnotiz, „Und Gott schuf auch die Sterne“ (1. Mose 1,16b).

Gott ist außerordentlich, verschwenderisch großzügig. David sagt, Gott überschütte uns mit Freude (Psalm 36,9). Er „gibt allen gern“ (Jakobus 1,5; NGÜ). Wenn Gott so großzügig zu uns ist, sollten wir dann nicht auch „immer großzügig” sein?

Weisheit

Psalm 36,1–13

Gott kennen ist Leben!

1 Von David, dem Diener des HERRN.
2 Der Gottlose wird durch und durch
 von der Sünde beherrscht;
 die Ehrfurcht vor Gott ist ihm völlig fremd.

3 Er bildet sich viel zu viel auf sich ein,
 um sein Unrecht einzusehen
 oder es gar zu hassen.
4 Was er sagt, ist Lug und Trug.
 Längst hat er aufgehört, vernünftig zu handeln
 und Gutes zu tun.
5 Selbst wenn er im Bett liegt,
 schmiedet er finstere Pläne.
 Bewusst hat er sich für das Böse entschieden
 und lässt sich nicht von seinem falschen Weg abbringen.

6 HERR, deine Güte ist unvorstellbar
 weit wie der Himmel,
 und deine Treue reicht so weit,
 wie die Wolken ziehen.
7 Deine Gerechtigkeit ist unerschütterlich
 wie die mächtigen Berge,
 deine Entscheidungen sind unermesslich
 wie das tiefe Meer.
 Mensch und Tier erfahren deine Hilfe, HERR!
8 Wie kostbar ist deine Güte, o Gott:
 Bei dir finden Menschen Schutz und Sicherheit.
9 Aus dem Reichtum deines Hauses
 schenkst du ihnen mehr als genug,
 mit Freude und Glück überschüttest du sie.
10 Denn du bist die Quelle – alles Leben strömt aus dir.
 In deinem Licht sehen wir das wahre Licht.

11 Erhalte deine Liebe denen, die dich kennen,
 und erweise deine Treue allen,
 die dir aufrichtig dienen!
12 Lass nicht zu, dass hochmütige Menschen
 mich mit Füßen treten und dass gottlose Verbrecher
 mich fortjagen!
13 Da! Die Unheilstifter stürzen zu Boden
 und sind unfähig, wieder aufzustehen!

Kommentar

Gott schenkt Freude im Überfluss

David beschreibt Gott als reichen und großzügigen Gastgeber, der allen Menschen ohne Ansehen der Person gibt (36,8).

David war umgeben von gottlosen Menschen, die „von der Sünde bestimmt“ waren und „keine Ehrfurcht [vor Gott]“ (36,2) hatten. Über ihre „Lippen kommt nichts als Lug und Trug“ (36,4a; NGÜ) und andauernd schmiedeten sie „schlimme Pläne“ (5a). Sie haben es „aufgegeben, verständig zu handeln, Gutes zu tun“ (36,4b; ELB). Weil sie „fest auf dem bösen Weg [stehen]“ (36,5b; LUT), haben sie Gottes Großzügigkeit verspielt.

Doch David kannte Gott (36,11) und ließ sich von Ihm mit Freude überschütten (36,9); mit der Freude, Gottes Liebe zu kennen und zu erleben:

1.\tGottes Liebe ist „astronomisch“
„Herr, deine Gnade ist so weit wie der Himmel“ (36,6a).

2.\tGottes Treue ist „endlos“
Seine „Treue reicht so weit, wie die Wolken ziehen“ (6b).

3.\tGottes Gerechtigkeit ist „gigantisch“
„Deine Gerechtigkeit ist unerschütterlich wie die Berge“ (7a).

4.\tGottes Urteil ist „ozeanisch“
„Dein Urteil gründet tief wie das Meer“ (7b).

Im Schatten Seiner Flügel findest du „Schutz“ (36,8b). Er beschenkt dich aus Seinem „Überfluss“ (9a). Überfluss ist ein Synonym für Großzügigkeit. Die „Quelle des Lebens“ ist bei Ihm (10a). Er ist „das Licht, durch das wir leben“ (10b).

Das sind einige der „Freuden”, von denen Er dir reichlich in einer Beziehung zu Ihm gibt.

Gebet

Herr, danke, dass Du mich aus Deinem Überfluss beschenkst und mich mit Freude überschüttest. Ich bete, dass Du nicht aufhörst, mich, Deine Kirche und Dein Volk so großzügig mit Deiner Liebe zu beschenken.

Neues Testament

Lukas 4,14–37

Jesus beginnt seinen Auftrag zu erfüllen

14 Mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt, kehrte Jesus nach Galiläa zurück. Schon bald sprach man in der ganzen Gegend von ihm. 15 Er lehrte die Menschen in den Synagogen, und alle redeten mit größter Hochachtung von ihm.

Ein Prophet gilt nichts in seiner Heimatstadt

16 So kam Jesus auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen war. Am Sabbat ging er wie gewohnt in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Heiligen Schrift vorzulesen, 17 reichte man ihm die Schriftrolle des Propheten Jesaja. Jesus öffnete sie, suchte eine bestimmte Stelle und las vor:

 18 »Der Geist des Herrn ruht auf mir,
 weil er mich berufen und bevollmächtigt hat.
 Er hat mich gesandt,
 den Armen die frohe Botschaft zu bringen.
 Ich rufe Freiheit aus für die Gefangenen,
 den Blinden sage ich, dass sie sehen werden,
 und den Unterdrückten,
 dass sie von jeder Gewalt befreit sein sollen.
 19 Ich verkünde ihnen ein Jahr,
 in dem der Herr seine Gnade zeigt.«

20 Jesus rollte die Schriftrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle blickten ihn erwartungsvoll an. 21 Er begann: »Heute, wo ihr diese Worte hört, hat sich die Voraussage des Propheten erfüllt.«

22 Während er sprach, konnte ihm die ganze Gemeinde nur zustimmen. Sie staunten über die Worte, die Gott ihm schenkte, aber sie fragten sich auch ungläubig: »Ist das nicht der Sohn von Josef?«

23 Darum fuhr Jesus fort: »Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: ›Arzt, hilf dir selbst!‹ In Kapernaum hast du offenbar große Wunder getan. Zeig auch hier, was du kannst! –

24 Aber ich versichere euch: Kein Prophet gilt etwas in seiner Heimat. 25 Denkt doch an Elia! Damals gab es genug Witwen in Israel, die Hilfe brauchten; denn es hatte dreieinhalb Jahre nicht geregnet, und alle Menschen im Land hungerten. 26 Aber nicht zu ihnen wurde Elia geschickt, sondern zu einer nichtjüdischen Witwe in Zarpat bei Sidon. 27 Oder erinnert euch an den Propheten Elisa! Es gab zu seiner Zeit unzählige Aussätzige in Israel, aber von ihnen wurde keiner geheilt. Naaman, der Syrer, war der Einzige.«

28 Das war den Zuhörern in der Synagoge zu viel. 29 Wütend sprangen sie auf und schleppten Jesus aus der Stadt hinaus bis zu dem Steilhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war. Dort wollten sie ihn hinunterstoßen. 30 Doch Jesus ging mitten durch die aufgebrachte Volksmenge hindurch und zog weiter, ohne dass jemand ihn aufhielt.

Jesus erweist seine Macht

31 Jesus kam in die Stadt Kapernaum in Galiläa und sprach dort am Sabbat zu den Menschen. 32 Die Zuhörer waren von seinen Worten tief beeindruckt. Denn Jesus lehrte sie mit einer Vollmacht, die Gott ihm verliehen hatte.

33 In der Synagoge war ein Mann, der von einem bösen Geist, einem Dämon, beherrscht wurde. Der schrie laut: 34 »Hör auf! Was willst du von uns, Jesus aus Nazareth? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: Du bist der Heilige, den Gott gesandt hat!«

35 Jesus befahl dem Dämon: »Schweig und verlass diesen Menschen!« Da schleuderte der Dämon den Mann mitten unter sie auf den Boden und verließ ihn, ohne ihm weiter zu schaden.

36 Darüber erschraken alle in der Synagoge, und erstaunt fragte einer den anderen: »Mit welch einer Vollmacht redet denn dieser Mann? In der Kraft Gottes befiehlt er den bösen Geistern, und sie müssen weichen!« 37 Bald sprach man in der ganzen Gegend über das, was Jesus getan hatte.

Kommentar

Gott gießt Seinen Heiligen Geist freigiebig aus

Jesus kehrt „von der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt” (4,14) nach Galiläa zurück. In der Synagoge in Nazareth verkündet Er Sein Manifest. Er liest aus Jesaja 61,

„Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt, um den Armen die gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, Gefangenen zu verkünden, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden und dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist“ (Lukas 4,18-19),

und verkündet, „Heute ist dieses Wort vor euren Augen und Ohren Wirklichkeit geworden“ (4,21).

Der „Geist des Herrn“ ist derselbe wie der Heilige Geist, „den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Heiland“ (Titus 3,6; LUT). In Jesus sehen wir die Früchte eines geisterfüllten Lebens, das allen offen steht, die Ihm nachfolgen:

1.\tGesalbt vom Geist
Das Wort „Christus“ bedeutet wörtlich „der Gesalbte“ (es ist das griechische Pendant zum hebräischen ‚messiah’). Hier sehen wir, dass Jesus vom Heiligen Geist für Seinen Dienst gesalbt war. In derselben Weise wurden an Pfingsten Seine Nachfolger (durch den Heiligen Geist) gesalbt: „Er hat uns gesalbt und uns … seinen Geist in unser Herz gegeben als Anzahlung“ (2. Korinther 1,21-22; GNB). Theophilus von Antiochen schrieb, „Wir werden Christen genannt, weil wir mit dem Öl Gottes gesalbt sind (chrisometha)“.

Der Heilige Geist salbt uns, damit wir „den Armen die gute Botschaft .. verkünden…[den] Gefangenen …, dass sie freigelassen werden, [den] Blinden, dass sie sehen werden, [den] Unterdrückten, dass sie befreit werden“ (4,18).

2.\tWorte der Gnade
Die Menschen „staunten darüber, wie begnadet er redete“ (4,22; EÜ). Die „Liebe verletzt nicht“ (1. Korinther 13,5; Hfa). Jesus war immer freundlich und barmherzig. „Begnadete“, freundliche Worte sind oft ein Hinweis auf Geist Gottes in einem Leben.

3.\tErstaunliche Lehre
„Die Zuhörer waren sehr beeindruckt von dem, was er lehrte; denn Jesus redete mit einer Vollmacht“ (4,32; Hfa). Seine Lehre war geradeheraus, überzeugend und hatte Autorität; keine Wortklaubereien oder endlose Zitate, wie sie es gewohnt waren. Autorität kommt aus der Kraft des Geistes. Ohne den Heiligen Geist ist Lehre nur eine Aneinanderreihung von Worten.

4.\tAutorität und Vollmacht
In der Kraft des Heiligen Geistes machte Er auch dämonischen Mächten den Garaus (4,33-35). Wieder staunten die Menschen, denn „selbst böse Geister gehorchen ihm und weichen, wenn er es befiehlt“ (4,36).

5.\tAnerkennung und Zorn
Dienst in der Kraft des Heiligen Geistes ruft zwei unterschiedliche Reaktionen hervor. Als Jesus in der Synagoge lehrte, „wurde [Er] von allen verehrt“ (4,15). Nur wenige Verse später heißt es aber, „Als die Leute in der Synagoge das hörten, wurden sie zornig“ (4,28). Auch heute musst du mit denselben Reaktionen rechnen. Die Botschaft von Jesus Christus und der Dienst des Heiligen Geistes rufen sowohl Anerkennung als auch Zorn hervor.

Gebet

Danke, Herr, dass ich mit demselben Heiligen Geist, von dem Jesus gesalbt und erfüllt war, erfüllt bin. Herr, ich bete, dass Du mich mit der Kraft Deines Heiligen Geistes salbst. Gib mir, freundliche Worte mit Vollmacht, die von Dir kommt.

Altes Testament

4. Mose 13,26–14,45

26 Als die Kundschafter in Kadesch in der Wüste Paran eintrafen, berichteten sie Mose, Aaron und dem ganzen Volk, was sie gesehen hatten, und zeigten ihnen die Früchte aus Kanaan. 27 Sie sagten zu Mose: »Wir sind in dem Land gewesen, in das du uns geschickt hast. Du hattest recht: Dort gibt es sogar Milch und Honig im Überfluss. Sieh dir nur diese Früchte an! 28 Allerdings leben mächtige Völker dort, und ihre Städte sind gewaltige Festungen. Wir haben Anakiter gesehen. 29 Und in der Wüste Negev siedeln die Amalekiter, im Gebirge die Hetiter, Jebusiter und Amoriter. Außerdem wohnen am Mittelmeer und am Jordan die Kanaaniter.«

30 Da machten die Israeliten Mose wieder Vorwürfe. Kaleb versuchte, sie zu beruhigen, und rief: »Wir sind stark genug, das Land zu erobern. Wir müssen nur losziehen und es in Besitz nehmen!«

31 Aber die anderen Kundschafter widersprachen: »Gegen diese Völker können wir auf keinen Fall antreten. Sie sind viel stärker als wir.« 32 Und sie erzählten den Israeliten die schlimmsten Geschichten über ihre Reise: »Wir haben das Land durchzogen, wir wissen, wie es dort aussieht. Glaubt uns, dort herrschen Mord und Totschlag! Alle Menschen, die wir gesehen haben, sind groß und kräftig. 33 Die Anakiter, die wir getroffen haben, sind Riesen. In deren Augen waren wir klein wie Heuschrecken, und so haben wir uns auch gefühlt!«

Die Israeliten wollen nicht nach Kanaan

14 1 Die Israeliten schrien entsetzt auf und weinten die ganze Nacht. 2 Alle schimpften auf Mose und Aaron. »Wären wir doch in Ägypten oder hier in der Wüste gestorben!«, riefen sie. 3 »Warum bringt uns der HERR in solch ein Land? Damit man uns tötet und unsere Frauen und Kinder als Gefangene verschleppt? Lieber kehren wir nach Ägypten zurück!« 4 Dann legten sie sich einen Plan zurecht: »Lasst uns einen neuen Anführer wählen und zurück nach Ägypten gehen!«

5 Da warfen sich Mose und Aaron vor den Augen des versammelten Volkes zu Boden. 6 Josua, der Sohn von Nun, und Kaleb, der Sohn von Jefunne, zerrissen entsetzt ihre Gewänder 7 und riefen den Israeliten zu: »Das Land, das wir erkundet haben, ist wirklich sehr gut! 8 Dort gibt es alles im Überfluss! Wenn der HERR Gefallen an uns hat, wird er uns dorthin bringen und uns das Land schenken. 9 Lehnt euch nur nicht gegen ihn auf! Ihr müsst keine Angst vor den Leuten dort haben. Wir werden sie leicht überwältigen, denn sie haben keinen Schutz mehr. Ihr braucht euch nicht vor ihnen zu fürchten, der HERR ist auf unserer Seite!«

10 Aber die Israeliten schrien: »Steinigt sie!« Da erschien der HERR in seiner Herrlichkeit am heiligen Zelt, so dass alle es sehen konnten. 11 Er sprach zu Mose: »Dieses Volk hört nicht auf, mich zu beleidigen. Wie viele Wunder habe ich vor ihren Augen getan, und sie vertrauen mir immer noch nicht! Doch damit ist jetzt Schluss, 12 denn ich werde sie durch eine Seuche ausrotten. An ihrer Stelle will ich deine Nachkommen zu einem Volk machen, das größer und mächtiger ist als sie.«

13 Doch Mose wandte ein: »Wenn das geschieht, werden es die Ägypter erfahren. Sie haben erlebt, wie du unser Volk mit gewaltigen Taten aus ihrem Land befreit hast. 14 Auch die Bewohner von Kanaan haben gehört, dass du, HERR, mitten unter uns bist und dich uns sogar zeigst. Sie wissen, dass deine Wolke über uns steht; bei Tag gehst du uns in der Wolkensäule voran und bei Nacht in der Feuersäule. 15 Wenn du nun ganz Israel auf einen Schlag tötest, dann werden alle diese Völker, die schon so viel von dir gehört haben, davon erfahren und sagen: 16 ›Der HERR konnte dieses Volk nicht in das Land bringen, das er ihnen mit einem Eid versprochen hat. Er hat sie in der Wüste abgeschlachtet.‹

17 Darum bitte ich dich, Herr: Zeige deine Macht auf andere Weise. Du hast gesagt: 18 ›Meine Geduld ist groß, und meine Liebe kennt kein Ende. Ja, ich vergebe Schuld und Unrecht, doch ich lasse nicht alles ungestraft. Wenn jemand an seiner Schuld festhält, muss er die Folgen tragen, und nicht nur er, sondern auch seine Kinder, Enkel und Urenkel!‹ 19 Herr, weil deine Liebe so groß ist, bitte ich dich: Vergib diesem Volk, wie du es auf dem ganzen Weg von Ägypten bis hierher immer wieder getan hast.«

20 Da antwortete der HERR: »Ich will dem Volk vergeben, weil du mich darum bittest. 21 Aber ich sage dir: So wahr ich lebe und so wahr die ganze Welt einmal von meiner Herrlichkeit erfüllt sein wird: 22-23 Diese Leute hier werden das Land nicht sehen, das ich ihren Vorfahren versprochen habe. Keiner, der mich beleidigt hat, wird hineinkommen. Zehnmal haben sie mich nun schon herausgefordert. Obwohl sie meine Macht und die Wunder in Ägypten und hier in der Wüste mit eigenen Augen gesehen haben, wollen sie einfach nicht auf mich hören. 24 Ganz anders dagegen mein Diener Kaleb: Er ließ sich nicht beirren und ist mir immer treu gefolgt. Darum werde ich ihn in das Land bringen, das er bereits gesehen hat. Seine Nachkommen sollen es besitzen. 25 Die Amalekiter und die Kanaaniter jedoch werden in der Ebene wohnen bleiben. Aber zuvor werdet ihr alle in die Wüste zurückkehren. Morgen sollt ihr wieder in Richtung Rotes Meer aufbrechen.«

Vierzig Jahre in der Wüste

26 Der HERR sprach zu Mose und Aaron: 27 »Ich habe gehört, was die Israeliten mir vorwerfen. Soll ich ihre Bosheit noch weiter dulden? Sie haben sich lange genug gegen mich aufgelehnt! 28 Darum richtet ihnen aus: Ich habe genau gehört, was ihr gesagt habt. Ich schwöre, so wahr ich lebe, dass ich euren Wunsch erfüllen werde! 29 Hier in der Wüste werdet ihr sterben, und zwar jeder wehrfähige Mann von 20 Jahren an aufwärts, der bei der Musterung erfasst worden ist. Weil ihr euch gegen mich aufgelehnt habt, 30 werdet ihr niemals in das Land kommen, das ich euch mit einem Eid versprochen habe. Nur Kaleb, den Sohn von Jefunne, und Josua, den Sohn von Nun, 31 werde ich dorthin bringen, und auch eure Kinder, die ihr schon in der Gewalt eurer Feinde gesehen habt. Sie werden das Land kennen lernen, das ihr nicht haben wolltet. 32 Aber eure Leichen werden in der Wüste verwesen. 33 Eure Kinder sollen vierzig Jahre mit euch umherziehen, bis auch der Letzte von euch gestorben ist. So lange müssen sie mit darunter leiden, dass ihr mir untreu wart. 34 Vierzig Tage lang habt ihr das Land erkundet – vierzig Jahre lang werdet ihr nicht hineinkommen. Für jeden Tag, den ihr dort unterwegs wart, werdet ihr ein Jahr lang die Folgen eurer Sünde tragen. Ihr sollt erleben, was es heißt, wenn ich mich abwende. 35 Das verspreche ich, der HERR, und ich werde es auch tun. Ja, ich schwöre euch: Alle, die sich gegen mich verbündet haben, werden in der Wüste umkommen. Dieses ganze boshafte Volk wird hier sterben!« 36-37 Die Männer aber, die Mose als Kundschafter losgeschickt hatte, ließ der HERR tot umfallen. Denn sie hatten die schlimmen Gerüchte über das Land verbreitet und das Volk in Aufruhr gebracht. 38 Nur zwei von ihnen blieben am Leben: Josua, der Sohn von Nun, und Kaleb, der Sohn von Jefunne.

39 Als Mose den Israeliten Gottes Worte ausgerichtet hatte, fingen sie an zu weinen und zu klagen. 40 Früh am nächsten Morgen machten sie sich bereit, ins nördliche Bergland vorzurücken. Sie sagten: »Wir wollen unseren Fehler wiedergutmachen! Wir gehorchen jetzt und ziehen hinauf in das Land, von dem der HERR gesprochen hat!«

41 Aber Mose rief: »Warum widersetzt ihr euch schon wieder dem Befehl des HERRN? Das kann nicht gutgehen! 42 Bleibt hier! Der HERR ist nicht bei euch, er schützt euch nicht vor euren Feinden. 43 Dort drüben erwarten euch die Amalekiter und Kanaaniter, und sie werden euch umbringen. Der HERR wird euch nicht beistehen, denn ihr habt euch von ihm abgewandt!«

44 Doch die Israeliten hörten in ihrem Stolz nicht zu, sondern zogen ins Bergland hinauf. Mose ging nicht mit, und auch die Bundeslade des HERRN blieb unten im Lager. 45 Da kamen ihnen die Amalekiter und Kanaaniter aus dem Bergland entgegen, besiegten die Israeliten und jagten sie bis nach Horma.

Kommentar

Gott versorgt großzügig

Gott ist so großzügig zu Seinem Volk. In dem Abschnitt heute lesen wir, wie Er ihnen „ein Land, in dem Milch und Honig überfließen“ (14,8) gab. Josua und Kaleb berichteten, dass „das Land, das wir durchwandert und ausgekundschaftet haben, sehr gut ist. Und wenn der Herr uns gut gesinnt ist, wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben: Es ist ein Land, in dem Milch und Honig überfließen“ (14,7-8).

Gottes Großzügigkeit ist außerordentlich. Einige Dinge werden für die Zukunft versprochen (Epheser 1,13-14; Hebräer 4,8-11; 1. Petrus 1,4-5), aber es gibt Vieles, das uns Gott bereits hier auf Erden schenkt. Wenn du Seine Großzügigkeit richtig auskosten möchtest, konzentriere dich heute auf Folgendes:

1.\tNimm es ein
Kaleb sagte, „Lasst uns … das Land einnehmen, denn wir können es ganz bestimmt erobern“ (13,30b). Aber manche äußerten Einwände, „sie sind stärker als wir…Und sie stellten den Israeliten das Land, das sie erkundet hatten, negativ dar“ (13,331-32). Es wird immer Widerstände geben, aber lass dich nicht von den Riesen aufhalten.

Das Volk glaubte nicht, dass es die Riesen besiegen könnte. Nur vier Personen (Moses, Aaron, Kaleb und Josua) glaubten, dass Gott größer als ihr Problem war. Joyce Meyer kommentiert, „Traurigerweise starren wir meistens auf unser riesen-großes Problem anstatt auf unseren Gott… Ich glaube, wenn wir mehr Zeit damit verbrächten, unseren Gott anzubeten und zu loben, würde uns dabei helfen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es würde uns ermöglichen, mit einer starken, positiven Einstellung und im Glauben, dass wir alles schaffen können, was uns Gott aufträgt, vorwärts zu gehen.“

2.\tGlaube, Gottes Verheißungen
Der Herr fragte Mose, „Wie lange noch wollen sie mir nicht vertrauen?“ (14,11). Das Volk begann gegen seine Anführer zu murren. Das ging so weit, dass sie sagten, „Wären wir doch bloß in Ägypten [geblieben]… Lasst uns einen Anführer wählen und nach Ägypten zurückkehren“ (14,2-4). Wie ist das bei dir? Wenn dir eine steife Brise entgegenbläst und es Probleme gibt, neigst du dann auch zu Selbstmitleid und wünschst dir dein altes Leben zurück – in dem Glauben, dass es dir, bevor du Jesus nachgefolgt bist, besser ging? Dieser Versuchung musst du unter allen Umständen aus dem Weg gehen.

3.\tLass dich von Ihm leiten
Gott ist so freundlich und großzügig zu uns. Er verspricht, „bei Tag in einer Wolkensäule und bei Nacht in einer Feuersäule vor ihnen her“ zu ziehen (14,14). Wenn du all die guten Dinge, die Gott für dich bereithält, genießen möchtest, musst du schauen, wohin Er dich führen will.

4.\tFolge Ihm mit Leidenschaft
Die Mehrheit hatte Angst vor den Riesen. Nur Josua und Kaleb waren anders. „Nur meinen Diener Kaleb will ich in das Land bringen… Denn in ihm war ein anderer Geist, er ließ sich nicht beirren und hat mir vertraut“ (4,24; LUT). Am Ende kamen nur die, die dem Herrn unbeirrt vertraut hatten, in das Land, in dem Milch und Honig fließen.

Gebet

Herr, ich danke Dir für Deine überwältigende Großzügigkeit und alle guten Dinge, die Du für Dein Volk bereithältst. Bitte hilf mir, Deine guten Gaben „einzunehmen“, Deinen Verheißungen zu glauben, mich von Dir leiten zu lassen und Dir mit Leidenschaft nachzufolgen.

Pippa fügt hinzu

4. Mose 14,29–30

Gott nur halbherzig zu dienen, zu murren oder ungehorsam zu sein, ist nicht gut. Das Volk Gottes hat so viel verpasst. (Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich auch gelegentlich murre!)

Gott belohnt Treue: „Mein Diener Kaleb … hat stets treu zu mir gehalten“ (14,24). Lasst uns aufhören mit dem zynischen Murren und Gott begeistert und mit ganzen Herzen nachfolgen.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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