Tag 107

Seine Gegenwart

Weisheit Psalm 46,1–2+7+10-11
Neues Testament Lukas 17,11–16+20-22+24-25
Altes Testament 5. Mose 26,18 und 27,7 und 28,2+6+8

Einführung

Wenn du jemanden liebst, was gibt es Schöneres, als mit dieser Person zusammen zu sein. Fotos mögen einen trösten. Anrufe, E-Mails und SMS sind nett. Briefe sind schön. Skype und Face Time sind hervorragende Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben. Aber nichts davon ist dasselbe, wie tatsächlich Zeit mit dem geliebten Menschen zu verbringen.

Was Adam und Eva im Garten Eden verloren, als sie sündigten, war die Gegenwart Gottes. Mehr noch als das Gesetz machte Gottes Gegenwart mit Seinem Volk Israel den Unterschied zu anderen Völkern. Der Tempel war nicht in erster Linie eine Opferstätte, sondern der Ort, an dem Gottes Gegenwart wohnte. Das Exil war deshalb eine so große Katastrophe für das Volk Israel, weil es sie aus Seiner Gegenwart wegführte.

Gott versprach, dass Er wieder unter Seinem Volk wohnen werde. Diese Verheißung erfüllte sich mit dem Kommen Jesu und im Heiligen Geist. Er verspricht, mit dir zu sein.

Weisheit

Psalm 46,1–2+7+10-11

1 Von den Nachkommen Korachs.
 Ein Lied für hohe Frauenstimmen.
2 Gott ist unsere Zuflucht und Stärke...
7 Ringsum versinken die Völker im Chaos,
 und ihre Macht wird erschüttert.
 Denn Gott lässt seine mächtige Stimme erschallen,
 und schon vergeht die ganze Erde.
10 In aller Welt bereitet er den Kriegen ein Ende.
 Die Kampfbogen bricht er entzwei,
 er zersplittert die Speere und verbrennt die Kriegswagen.
11 »Hört auf!«, ruft er, »und erkennt, dass ich Gott bin!
 Ich stehe über den Völkern; ich habe Macht über die ganze Welt.«

Kommentar

„Der allmächtige Herr ist bei uns“

Die Gegenwart Gottes war im Alten Testament mit Jerusalem, der Stadt Gottes (46,5) verbunden. „Gott selbst wohnt in dieser Stadt“ (46,6). Ganz besonders wurde sie mit dem Tempel assoziiert, mit der „heilige[n] Wohnung des Höchsten“ (46,6b). „Der allmächtige Herr ist bei uns“ (45,8.12).

Als Jesus auf der Erde war, erklärte Er, dass Sein Leib der Tempel ist, in dem Gott lebt (siehe Johannes 2,19-22). An Pfingsten kam Gottes Gegenwart im Heiligen Geist, dem Geist Jesu, um in Seinem Volk zu wohnen. Im Neuen Testament wohnt Gottes Gegenwart nicht in einem Tempel (Gebäude), sondern bei Seinem Volk – „einem heiligen Tempel“ (Epheser 2,19-22).

Es gibt immer so viel zu tun, das erledigt werden will, und die Versuchung ist groß, es anzupacken und zu erledigen. Aber der Herr sagt, „Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“ (45,11; SLA). Wenn du dir die Zeit nimmst, still zu werden und auf Ihn zu hören, zeigt dir dieser Psalm einige der Segnungen, die es mit sich bringt, Seine Gegenwart bei dir zu kennen.

1.\tFriede
„Gott ist unsre Zuflucht und unsre Stärke, der uns in Zeiten der Not hilft. Deshalb fürchten wir uns nicht“ (45,2-3a).

2.\tFreude
„Ein Fluss erfrischt die Stadt unseres Gottes“ (46,5a). Jesus sagte über den Heiligen Geist, dass er „Ströme lebendigen Wassers“ (Johannes 7,38) mit sich bringt. Dieser Fluss fließt nicht mehr in einer realen Stadt, sondern in deinem Herz.

3.\tSicherheit
„Gott wird sie jeden einzelnen Tag aufs Neue beschützen“ (46,6).

4.\tSchutz
„Der allmächtige Herr ist bei uns“ (46,8.12); „der Gott Israels ist unser Schutz“ (46,12).

Gebet

Herr, ich will heute still werden und erkennen, dass Du Gott bist (46,11). Ich lege Dir all meine Sorgen und Ängste hin. Danke, dass ich auf Dich vertrauen kann. Danke für Deine Gegenwart, für Deinen Frieden, Deine Freude, Sicherheit und für Deinen Schutz, den Du mir gibst.

Neues Testament

Lukas 17,11–16+20-22+24-25

11 Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus mit seinen Jüngern durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. 12 Kurz vor einem Dorf begegneten ihm zehn Aussätzige. Im vorgeschriebenen Abstand blieben sie stehen 13 und riefen: »Jesus, Herr! Hab Erbarmen mit uns!« 14 Er sah sie an und forderte sie auf: »Geht zu den Priestern und zeigt ihnen, dass ihr geheilt seid!« Auf dem Weg dorthin wurden sie gesund. 15 Einer von ihnen lief zu Jesus zurück, als er merkte, dass er geheilt war. Laut lobte er Gott. 16 Er warf sich vor Jesus nieder und dankte ihm. Es war ein Mann aus Samarien.

20 Die Pharisäer wollten von Jesus wissen: »Wann wird denn Gottes Reich kommen?« Er antwortete ihnen: »Gottes Reich kann man nicht sehen wie ein irdisches Reich. 21 Niemand wird sagen können: ›Hier ist es!‹ oder ›Dort ist es!‹ Denn Gottes Reich ist schon jetzt da – mitten unter euch.« 22 Zu seinen Jüngern aber sagte er: »Die Zeit wird kommen, wo ihr alles dafür geben würdet, auch nur einen einzigen Tag die Herrlichkeit des Menschensohnes mitzuerleben. Aber dieser Wunsch wird sich nicht erfüllen.24 Denn wenn der Tag da ist, kommt der Menschensohn für alle sichtbar – wie ein Blitz, der den ganzen Horizont erhellt. 25 Aber vorher muss der Menschensohn noch viel leiden und es erdulden, dass ihn die Menschen dieser Generation von sich stoßen.«

Kommentar

„Das Reich Gottes ist mitten unter euch“

Mit Jesus kam das Reich Gottes auf die Erde. Gott ist gekommen, um unter Seinem Volk zu leben. Jesus ist der „Immanuel … Gott ist mit uns“ (Matthäus 1,23). Jesus lehrte, dass das Reich Gottes beides ist – sowohl „jetzt“ als auch „noch nicht” da:

1.\tGottes Gegenwart: „jetzt
Die Pharisäer fragten Jesus, wann denn nun das Reich Gottes kommen würde. „Das Reich Gottes wird nicht durch sichtbare Zeichen angekündigt. Ihr werdet nicht sagen können: „Hier ist es!“, oder: „Es ist dort drüben!“ Denn das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (17,20-21).

Das Reich Gottes ist Gottes Herrschaft. Jesus setzte das Reich Gottes ein, indem Er die gute Nachricht predigte, Kranke heilte (z.B. 17,15-18) und durch Seinen Tod und Seine Auferstehung. Mit dem Kommen Jesu und des Heiligen Geistes ist Gott unter Seinem Volk, auch wenn man Seine Gegenwart nicht immer sehen kann. Die Menschen können heute nicht immer sagen, „Hier ist es!“, oder: „Es ist dort drüben!“ (17,21), aber es wird eine Zeit kommen, in der Seine Gegenwart sichtbar sein wird.

2.\tGottes Gegenwart: „noch nicht“
Eines Tages wird Jesus wiederkommen. Das wird der Tag der Vollendung des Reichs Gottes sein. Dann „wird es so offensichtlich sein wie ein Blitz, der den Himmel von einem Ende bis zum anderen erhellt“ (17,24).

Das wird der Tag sein, an dem der Menschensohn in all Seiner Herrlichkeit offenbart werden wird (17,30). Dann werden wir Ihn von Angesicht zu Angesicht sehen (1. Korinther 13,12). „Dann werden wir für immer mit ihm zusammen sein“ (1. Thessalonicher 4,17). Dann werden wir immer in der sichtbaren Gegenwart Jesu leben.

Momentan ist Gottes Gegenwart nicht sichtbar. Die Menschen essen, trinken, heiraten, kaufen, verkaufen, säen und bauen (siehe 17,27-28). Nichts davon ist an und für sich falsch. Alles gehört zu einem normalen Leben dazu. Das Problem sowohl zu Noahs als auch zu Lots Zeit war, dass die meisten Menschen die Warnungen in den Wind schlugen. Jesus ermahnt dich, bereit zu sein.

Das Paradoxe ist: „Wer sich an dieses Leben klammert, wird es verlieren, und wer dieses Leben verliert, wird sein Leben retten“ (17,33). Wenn du immer nur darauf schaust, wie du das Beste aus deinem Leben machst – das meiste Geld, die höchste Position, den besten Ruf – dann verpasst du es. Wenn du dein Leben verlierst, dich selbst hintanstellst, um Jesus zu dienen, wirst du zum Leben finden, zu einem Leben in Fülle.

Solange du zwischen Jesu erstem und Seinem zweiten Kommen lebst, darfst du nicht versäumen, Gott für all Seinen Segen zu danken. Zu Beginn unseres heutigen Textes lesen wir von den zehn Leprakranken, die Jesus heilte. Nur einer von ihnen kam zurück und pries Gott laut dafür (17,15-16; GNB).

Wir sind schnell wie die neun anderen Geheilten, die vergaßen, Jesus zu danken. Kultiviere eine dankbare Haltung in dir – nimm dir Zeit, Jesus für erhörtes Gebet, Seine treue Liebe, Vergebung, Freundlichkeit und besonders für Sein Versprechen, bei dir zu sein „danke“ zu sagen. Als ich neulich im Hyde Park unterwegs war und betete, beschloss ich, Gott für einhundert Dinge „danke“ zu sagen. Ich war im Nu fertig, und es kam mir vor, als hätte ich gerade erst angefangen.

Gebet

Herr, bitte vergib mir, dass ich so oft vergesse, Dir zu danken. Deshalb sage ich Dir jetzt „danke“ für all Deine Segnungen…

Altes Testament

5. Mose 26,18 und 27,7 und 28,2+6+8

18 Und der HERR hat euch heute zugesagt, dass ihr sein eigenes Volk seid, wie er es versprochen hat. Er verlangt, dass ihr nach seinen Geboten lebt.

7 Schlachtet Tiere für das Friedensopfer, esst sie und feiert in der Gegenwart des HERRN ein fröhliches Fest!

2 Wenn ihr ihm gehorcht, werdet ihr seinen ganzen Segen erfahren:
6 Der Herr wird euch segnen, wenn ihr nach Hause kommt und wenn ihr wieder aufbrecht.
8 Der HERR, euer Gott, wird euch mit reichen Vorräten beschenken und alles gelingen lassen, was ihr euch vornehmt. Er wird euch in dem Land segnen, das er euch schenkt.

Kommentar

„Vor dem Herrn, deinem Gott”

Dieser Abschnitt gibt uns den Hintergrund zum alttestamentarischen Verständnis der Gegenwart Gottes. Das Land, das Gott Seinem Volk gegeben hatte, war der „Ort, den der Herr, euer Gott, auswählt, um dort zu wohnen“ (26,2; Hfa).

Sie sollten „vor dem Herrn, eurem Gott“ (26,5) ihre Geschichte aufsagen. Sie sollten sich „vor den Herrn, euren Gott, legen und anbeten“ (26,10). „Vor dem Herrn, eurem Gott*“ sollten sie um Gottes Segen für Sein Volk bitten (26,9-16) „und ein großes Freudenfest vor dem Herrn, eurem Gott, feiern“ (27,7).

Gott hatte sie aus „Elend... Leid und .. Unterdrückung” (26,7) befreit; aus einem Leben, in dem die Gegenwart Gottes fehlte. Er nennt Israel sein „eigenes Volk“ (26,18; LUT) und beauftragt sie, einen Ort zu bauen, an dem sie „ein großes Freudenfest vor dem Herrn, eurem Gott, feiern [können]“ (27,7).

Schuld scheidet uns von Gottes Gegenwart. Deshalb warnt Gott Sein Volk vor Götzendienst, Respektlosigkeit in der Familie, Diebstahl, Ungerechtigkeit, sexuellen Ausschweifungen, Mord, Bestechung und davor, die Blinden auf Abwege zu führen (27,14-26).

Wenn Sein Volk hingegen vollkommen gehorsam ist, wird es auch in den Genuss all Seiner Segnungen kommen (28,1-14). Gott verspricht, ihre Häuser, Familien, ihre Arbeit und andere Aktivitäten zu segnen. Wie Joyce Meyer sagt, „Gehorsam ist Nichts, was man ab und zu mal tut; er muss zum Lebensstil werden. Es besteht ein großer Unterschied zwischen Menschen, die bereit sind, Gott jeden Tag gehorsam zu sein und denen, die es nur tun, damit Er ihnen aus der Patsche hilft. Gott hilft Menschen aus der Patsche, aber Er überschüttet die mit Seinem Segen, die Ihm von ganzem Herzen nachfolgen und die Gott-Gehorsam zu ihrem Lebensstil erklärt haben.“

Selbstverständlich ist außer Jesus niemand Gott vollkommen gehorsam. Sein Tod und Seine Auferstehung ermöglichen dir aber, Vergebung zu erlangen, in Gottes Gegenwart zu kommen und geben dir einen Vorgeschmack auf all die Segnungen, von denen hier gesprochen wird. Wenn Jesus eines Tages wiederkommt, wirst du sie in ganzer Fülle genießen können – in Gottes sichtbarer Gegenwart: Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Gebet

Vater, danke für all die Segnungen, die Du verheißt. Danke für Deine Vergebung in Jesus Christus. Danke, dass ich schon heute einen Vorgeschmack auf die Segnungen habe, die ich später in vollem Umfang genießen werde, in der sichtbaren Gegenwart Gottes.

Pippa fügt hinzu

Psalm 46, 2-3a

„Gott ist unsre Zuflucht und unsre Stärke, der uns in Zeiten der Not hilft. Deshalb fürchten wir uns nicht.”

Mir geht’s schon besser, sobald ich diese Verse nur lese. Zu wissen, dass Gott in jeder Situation bei mir ist. Ich muss mich aber daran erinnern, mich nicht zu fürchten, selbst wenn ich versucht bin, es zu tun. Dann bemühe ich mich zu tun, was Er mir in Vers 11 sagt, „Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“ (SLA).

Thought for the Day

Kultiviere eine dankbare Haltung in dir.

reader

App

Hol dir die "The Bible with Nicky and Pippa Gumbel" App für iOS oder Android und starte die Bibel regelmäßig zu lesen oder zu hören.

reader

Email

Registriere dich jetzt, um "Bibel in Einem Jahr" jeden Morgen in deinem Posteingang zu haben. Du bekommst jeden Tag eine E-Mail.

reader

Podcast

Einfach abonnieren und "Bibel in einem Jahr" täglich in deiner Lieblings-Podcast-App anhören.

reader

Website

Starte gleich hier auf der Website mit dem Lesen von Bibel in einem Jahr.

Jetzt lesen

Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

Bibel in einem Jahr

  • INTRODUCTION
  • WISDOM BIBLE
  • WISDOM COMMENTARY
  • NEW TESTAMENT BIBLE
  • NEW TESTAMENT COMMENTARY
  • OLD TESTAMENT BIBLE
  • OLD TESTAMENT COMMENTARY
  • PIPPA ADDS

Diese Website speichert Daten wie Cookies, um die erforderliche Website-Funktionalität und Analyse zu ermöglichen. Mehr dazu