Tag 112

Hallo Gott!

Weisheit Psalm 49,8-10+16-18
Neues Testament Lukas 20,35-36
Altes Testament 5. Mose 33,27

Einführung

Die Handlung der englischen Comedyserie, The Vicar of Dibley, basiert auf der Lebensgeschichte einer der ersten Pastorinnen Englands, Joy Carroll Wallis. Vor ein paar Jahren trafen wir Joy persönlich. Sie erzählte uns eine Geschichte aus ihrer Zeit als Anglikanische Pastorin in London.

Eines ihrer Gemeindemitglieder war eine gottesfürchtige, siebenundachtzigjährige alte Dame namens Flory Shore, die vor einer schweren Operation stand, deren Erfolgsaussichten nicht gut aussahen.

Glücklicherweise überlebte sie den Eingriff. Mit das erste, das sie sah, als sie aus der Narkose erwachte, war das verschwommene Gesicht ihres Arztes in seinem weißen Kittel.

Sie lächelte ihn an und sagte, „Hallo Gott, ich bin Flory Shore.“

Ihre Reaktion zeige zwei Dinge, erläuterte Joy. Zum einen ist sie ein Beweis für Florys Demut, denn sie erwartete nicht, dass Gott wisse, wer sie sei Und es zeigt, dass sie sich ihrer Auferstehung absolut sicher war und wusste, wohin sie gehen würde.

Die Gewissheit ihrer Auferstehung basierte auf dem Eckpfeiler des christlichen Glaubens: Jesu Auferstehung am Ostermorgen. Dieselbe Kraft, die Jesus von den Toten auferweckte, lebt durch den Heiligen Geist jetzt auch in dir (siehe Epheser 1,18-23). Eines Tages wirst auch du auferweckt werden und sagen können, „Hallo Gott!“

Weisheit

Psalm 49,8-10+16-18

8 Doch niemand kann für das Leben
 seines Freundes bezahlen,
 niemand kann ihn bei Gott vom Tod freikaufen.
9 Denn ein Menschenleben kann man
 nicht mit Gold aufwiegen – aller Reichtum
 dieser Welt wäre noch zu wenig!
10 Keiner lebt hier ewig,
 niemand kann dem Grab entrinnen.

16 Ich bin gewiss: Gott wird mich erlösen,
 er wird mich den Klauen des Todes entreißen.
17 Lass dich nicht einschüchtern,
 wenn einer steinreich wird
 und sein Haus immer prachtvoller ausstattet!
18 Nichts kann er davon mitnehmen,
 wenn er stirbt; was er angehäuft hat,
 folgt ihm nicht ins Grab.

Kommentar

Leben nach dem Tod

Zwischen einem Leben ohne Gott und einem Leben mit Gott bestehen große Unterschiede.

1.\tLeben ohne Gott
Menschen, die ohne Gott leben, vertrauen üblicherweise auf ihren „großen Besitz“ (49,7a) oder „auf sich selbst“ (49,14a). Diese Art Vertrauen ist geprägt vom Streben nach Status. Die Wohlhabenden „geben mit ihrem Reichtum an“ (49,7b) und protzen mit ihren Besitztümern (49,17). Manche benennen sogar das Land, das sie besitzen, nach sich (49,12a).

Sie genießen es, bewundert zu werden (19b) und halten sich deshalb für glücklich (19a). Sie mögen versuchen sich „vom Tod … frei[zu]kaufen“, aber „Der Kaufpreis für ein Leben ist zu hoch, niemand kann so viel zahlen“ (49,8-9). Letzten Endes sind ihre Versuche vergeblich, und sie hinterlassen alles anderen (11b). „Lass dich nicht einschüchtern, wenn einer steinreich wird und sein Haus immer prachtvoller ausstattet! Nichts kann er davon mitnehmen, wenn er stirbt“ (49,17-18a; Hfa). Welchen Wert hat das alles, wenn wir doch alle „im Grab verwesen“? (49,15).

2.\tLeben mit Gott
Wenn du aber mit Gott lebst, musst du nicht nach Status streben, denn dein Status ist nicht abhängig von deinem Erfolg oder Wohlstand, sondern davon zu wissen, zu wem du gehörst und wie wertvoll du Ihm bist.

Das „Lösegeld“ (49,8b) für dich ist bezahlt, du bist freigekauft – deine Zukunft ist sicher: „Mein Leben aber wird Gott freikaufen. Er wird mich der Macht des Todes entreißen“ (49,16).

Ein Leben mit Gott bedeutet, du wirst „ewig leben“ (49,10). Deshalb fragt der Psalmist, „Warum sollte ich mich fürchten?“ (49,6). Angst ist ein ganz menschliches Empfinden, aber mit Gott kannst du deinen Ängsten zuversichtlich entgegentreten, weil du vollkommen darauf vertrauen kannst, dass Gott der Gott dieses Lebens ist und des Lebens, das kommen wird.

In diesem Psalm finden wir einen der wenigen Hinweise im Alten Testament auf ein Leben nach dem Tod. Der Schreiber ist zuversichtlich, „Mich aber wird Gott erlösen und den Klauen des Todes entreißen, er wird mich zu sich holen und bei sich aufnehmen“ (49,15; NGÜ). Ein Leben mit Gott endet nicht mit dem Tod, sondern besteht in Ewigkeit. Der Psalmist war sich dessen sicher, obwohl er sich nicht vorstellen konnte, wie das möglich ist. Die Antwort darauf ist Jesu Auferstehung.

Gebet

Herr, ich danke Dir für die Auferstehungskraft, die jetzt in mir lebt. Danke, dass Du mich den Klauen des Todes entreißen und mich zu Dir holen wirst.

Neues Testament

Lukas 20,35-36

35 Die Menschen aber, die von den Toten auferstehen und in die zukünftige Welt kommen dürfen, werden nicht mehr wie hier auf der Erde heiraten. 36 Denn sie können ja auch nicht mehr sterben und müssen deshalb nicht für Nachkommen sorgen. Als Menschen, die vom Tod auferstanden sind, gleichen sie den Engeln: Sie sind Kinder Gottes.

Kommentar

Auferstehung der Toten

Wir können uns nur schwer vorstellen, wie die Auferstehung und das Leben nach dem Tod einmal sein werden. Wie werden die Menschen aussehen? Was für einen Leib wirst du haben? In welcher Verbindung werden wir zueinander stehen?

Manche Leute nehmen diese Art Fragen, um den Gedanken der Auferstehung als unrealistisch oder absurd hinzustellen. Die Sadduzäer waren „eine jüdische Gruppierung, die nicht an die Auferstehung nach dem Tod glaubt“ (20,27). Mit einer Fangfrage über eine Frau, die sieben Ehemänner überlebt hatte, kamen sie zu Jesus: „Wessen Frau wird sie bei der Auferstehung sein? Denn alle sieben waren mit ihr verheiratet!“ (20,33).

Jesus erklärt ihnen, dass ihre Frage fehlerhaft sei, denn sie basiere auf einer weltlichen Denkweise. Die Auferstehung wird alle unsere menschlichen Beziehungen verändern. Ehe als Rahmen für den Fortbestand von Familien wird keine Rolle mehr spielen (20,34-36).

Jesus beantwortet zunächst die Frage, kommt dann aber zum eigentlichen Punkt: Die Sadduzäer waren unbeeindruckt von den Hinweisen auf die Auferstehung im Alten Testament, weil sie mehr Gewicht auf die fünf Bücher Mose (den Pentateuch) legten.

Deshalb zitiert Jesus nun aus diesen Büchern: „Die Auferstehung der Toten hat Mose schon am brennenden Dornbusch angedeutet, als er vom Herrn als `dem Gott Abrahams, dem Gott Isaaks und dem Gott Jakobs´ sprach, obwohl Abraham, Isaak und Jakob längst gestorben waren. So ist Gott also der Gott der Lebenden und nicht der Toten. Denn für ihn sind sie alle am Leben“ (20,37-38).

Jesus formuliert unmissverständlich, dass Er sowohl an Seine eigene Auferstehung als auch an eine Auferstehung der Toten in größerem Umfang glaubt (20,35). Die auferstehen, „können hinfort auch nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, weil sie Kinder der Auferstehung sind“ (20,36; LUT).

Selbstverständlich hängt alles von Jesu Anspruch ab, wer Er behauptet zu sein. Jesus weist darauf hin, dass Er nicht nur ein Sohn Davids ist, sondern auch Davids Herr (20,41-44). Wenn Jesus Herr ist, dann kannst du Seiner Zusage vertrauen, dass „die Toten auferstehen“ (20,37; LUT).

Wenn du wirklich an die Auferstehung glaubst, verändert das deine Lebenseinstellung total, auch die zu deinem Besitz. Wie die Witwe (21,1-4) bist du zu großzügigem Geben aufgefordert; du sollst dich nicht an deinen Besitz klammern und letztlich bereit sein, alles in deinem Leben aufzugeben. Überhaupt verändert sich deine Perspektive auf das Leben. Und auch im Angesicht des Todes hast du eine echte Hoffnung. Das Leben hier ist nur der Anfang.

Gebet

Herr, ich danke Dir, dass Du für mich gestorben bist. Danke auch für die unglaubliche Hoffnung, die mir Deine Auferstehung schenkt! Danke, dass dieselbe Kraft, die Jesus von den Toten auferweckte, auch mich auferwecken wird.

Altes Testament

5. Mose 33,27

27 Er, der ewige Gott, breitet seine Arme aus,
 um euch zu tragen und zu schützen.
 Er hat eure Feinde besiegt und euch befohlen,
 sie zu vernichten.

Kommentar

Die ewigen Arme

Wenn das Leben eines Menschen je zu einem guten Ende fand, dann war es das von Mose: „Bei seinem Tod war Mose 120 Jahre alt. Bis zuletzt waren seine Augen klar und seine Kraft ungebrochen“ (34,7; Hfa). Er hatte den Herrn „von Angesicht zu Angesicht“ gekannt (34,10; Hfa).

Mose war von Gott in großartiger Weise gebraucht worden: „Kein anderer hat Israel mit so starker Hand geführt und vor den Augen des ganzen Volkes solche mächtigen und Schrecken erregenden Taten vollbracht wie er“ (34,12; GNB).

Eine der größten Herausforderungen im Leben ist, es gut zu beenden. Und das bedeutet, die Nachfolge zu regeln.

Mose machte alles richtig. Er hatte Josua zu seinem Nachfolger auserkoren. „Josua, der Sohn Nuns, war mit dem Geist der Weisheit erfüllt, denn Mose hatte ihm die Hände aufgelegt. Deshalb hörten die Israeliten auf ihn und machten alles so, wie der Herr es ihnen durch Mose befohlen hatte“ (34,9). Dies ist eines der wenigen Beispiele, wo die Salbung durch Gott von einer auf die nächste Generation weitergegeben wurde.

Vor seinem Tod segnete Mose die verschiedenen Stämme in bedeutungsvoller Art und Weise. Zum Stamm Benjamin sagte er beispielsweise, „In Sicherheit wohne der Liebling des Herrn. Täglich wacht über ihn der Höchste und zwischen seinen Schultern wohne er“ (33,12; EÜ).

Nachdem er alle Stämme gesegnet hat, sagt er, „Keiner gleicht dem Gott Jeschuruns. Er fährt am Himmel dahin, um euch zu helfen, und in seiner Erhabenheit auf den Wolken. Der ewige Gott ist eure Zuflucht und unter euch sind seine ewigen Arme“ (33,26-27a).

Vielleicht wusste Mose, dass der Tod nicht das Ende bedeutete. Er vertraute auf den ewigen Gott und wusste, dass Seine Arme ewig sind.

Das kann den Schmerz und die Trauer über den Tod nicht völlig aufheben. Das Volk weinte und trauerte um Mose (34,8a). Es ist vollkommen natürlich und sogar wichtig, dass wir trauern. Auch diese Gefühle sind von Gott, und wir sollen sie nicht unterdrücken.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen Trauer ohne Hoffnung und der Trauer des Gläubigen, der im Besitz der Auferstehungshoffnung ist (1. Thessalonicher 4,13).

Ich bin berufsbedingt auf vielen Beerdigungen und Trauerfeiern. Beide beginnen oft mit diesen großartigen, ermutigenden, tröstenden und kraftvollen Worten: „Der ewige Gott ist eure Zuflucht und unter euch sind seine ewigen Arme“ (33,27a).

Gebet

Herr, ich bete, dass ich, wie Mose, in einer engen Beziehung mit Dir lebe. Lass mich wissen, dass Du, der ewige Gott, meine Zuflucht bist und Deine ewigen Arme unter mir sind.

Pippa fügt hinzu

5. Mose 33,26–27a

„Keiner gleicht dem Gott Jeschuruns. Er fährt am Himmel dahin, um euch zu helfen, und in seiner Erhabenheit auf den Wolken. Der ewige Gott ist eure Zuflucht und unter euch sind seine ewigen Arme.“

Tröstende Worte in schweren Zeiten.

Thought for the Day

Dieselbe Kraft, die Jesus von Toten auferweckte, lebt im Heiligen Geist in dir.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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