Tag 245

Wozu du lebst

Weisheit Sprüche 21,17–26
Neues Testament 2. Korinther 5,1–10
Altes Testament Micha 5,1–7,20

Einführung

„Was für eine Verschwendung!” sagte die Frau zu meinem Freund. Sie sprach von Bischof Sandy Millar, der, bevor er ordinierter Pfarrer der Anglikanischen Kirche in England wurde, zehn Jahre lang erfolgreich als Anwalt gearbeitet hatte.

Verschwendung?“ erwiderte mein Freund aufgebracht. „Ja“, sagte die Frau, „Was für eine Verschwendung! Er hätte in seinem Beruf ein Vermögen verdienen und es bis ganz an die Spitze seiner Zunft schaffen können. Denk nur, was er alles hätte erreichen können?!“

„Denk doch nur, was er alles erreicht hat!“, erwiderte mein Freund – der dabei an die Bedeutung und Reichweite von Sandys Dienst dachte, an seine Ausstrahlung, an die Leben, die verändert, die Ehen, die gestärkt, die Gemeinden, die erneuert worden waren; an alle Menschen, die Glaube, Liebe, Hoffnung und Frieden gefunden hatten, weil sie durch Sandys Dienst zu Jesus gefunden hatten.

Viele Menschen haben eine erfolgreiche Karriere, hohe Gehälter und – in den Augen der Welt – jede Zukunftsperspektive an den Nagel gehängt, um Gott vollzeitlich für wenig oder gar kein Geld zu dienen. Sie wissen um die Relevanz ihrer Berufung und des Zieles; das das, was die Welt zu bieten hat, bei weitem übersteigt.

Selbstverständlich haben auch die, die Gott an einem säkularen Arbeitsplatz dienen, einen wichtigen Auftrag, wenn sie das, was sie tun, für Gott und Sein Reich tun. Es geht nicht primär um Job oder Karriere, sondern um das Ziel, das du verfolgst.

Wie viele Menschen vergeuden ihr Leben, weil ihr Leben keinen Sinn und kein Ziel hat. Andere haben zwar ein Ziel, aber es ist das falsche. Sie jagen etwas nach, das letzten Endes völlig bedeutungslos ist. Viele erklimmen die Karriereleiter, um festzustellen, dass sie an der falschen Mauer lehnt. Wofür du lebst, ist viel wichtiger als Besitz und Eigentum. Mehr zum Leben zu haben ist kein Ersatz dafür, etwas zu haben, wofür man lebt.

Es heißt, „die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, wozu“.

Weisheit

Sprüche 21,17–26

17 Wer ausgelassene Feste liebt, wird bald arm –
  ein aufwendiger Lebensstil hat noch keinen reich gemacht!

18 Die Gerechtigkeit wird siegen:
  Nicht den Ehrlichen, sondern den Gottlosen trifft das Unglück.

19 Lieber in einer einsamen und trostlosen Wüste leben
  als mit einer launischen Frau, die ständig nörgelt!

20 Ein weiser Mensch kommt zu großem Reichtum,
  ein Dummkopf aber verschleudert sein Geld.

21 Wer Liebe und Gerechtigkeit übt, der findet das Leben;
  ein solcher Mensch erntet Anerkennung und Ehre.

22 Der Kluge kann sogar eine gut bewachte Stadt erobern
  und ihre Befestigungen niederreißen, auf die sich ihre Einwohner verlassen.

23 Überlege deine Worte,
  und dir bleibt viel Ärger erspart!

24 Wer verächtlich auf andere hinabsieht,
  ist zu Recht als Spötter verschrien;
  er macht, was er will, und sonnt sich in seinem Stolz.

25 Ein Faulpelz will viel haben und erreichen,
  ist aber zu bequem, auch nur einen Finger zu rühren.
  Dieser Zwiespalt bringt ihn langsam um.

26 Den ganzen Tag lang denkt er nur an sich und seine Wünsche;
  wer aber zu Gott gehört, der gibt gerne und knausert nicht.

Kommentar

Jage der Gerechtigkeit und Güte nach

Viele Menschen verfolgen einen hedonistischen Lebensstil. Das höchste Lebensziel eines Hedonisten sind Genuss und Vergnügen. Er ist geradezu süchtig nach allem, was ihm Genuss verschafft.

„Wer Vergnügungen liebt, dem geht schnell das Geld aus; immer gut essen und trinken macht niemand reich“ (21,17; GNB).

Dinge genießen zu können, ist nicht falsch (ebenso wenig ist es falsch, zu sparen): „Ein weiser Mensch kann mit seinem Reichtum gut umgehen, ein Dummkopf aber verschleudert ihn sofort“ (21,20; Hfa). Doch Beziehungen sind wichtiger als Reichtümer: „Es ist besser, allein in der Wüste zu leben, als sein Leben mit einer verärgerten und nörgelnden Frau zu verbringen“ (21,19).

Dein Lebenszweck und Ziel sollten sich nie allein um materielle Dinge drehen. Vielmehr gilt, „Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre“ (21,21; LUT). Mach es dir zum Lebensziel, einer rechten Gottesbeziehung und guten Beziehungen zu deinen Mitmenschen nachzujagen.

Nimm dir die Liebe zum Ziel: ein gottloser Mensch „verlangt nach immer mehr; der Gottesfürchtige aber ist großzügig und gibt gerne“ (21,26).

Das Ironische daran ist, dass wer „anderen Güte und Liebe erweist“ (21a; GNB), am Ende findet, was der Hedonist sucht: „Leben, Gerechtigkeit und Anerkennung“ (21b); wobei das nur Nebenprodukte sind. Sie sollen nicht unser Lebenssinn und Ziel sein, sondern Gottes Reich und Seine Gerechtigkeit. Jesus verspricht, „so wird euch das alles zufallen“ (Matthäus 6,33; LUT).

Gebet

Herr, bitte hilf mir, mein Leben nicht auf der Jagd nach Genuss und Vergnügen zu vergeuden, sondern Dein Reich zu suchen – in allem, was ich tue, Gerechtigkeit und Güte nachzujagen.

Neues Testament

2. Korinther 5,1–10

Hoffnung auf eine neue Heimat

5 1 Das wissen wir: Unser irdischer Leib ist vergänglich; er gleicht einem Zelt, das eines Tages abgebrochen wird. Dann erhalten wir einen neuen Leib, eine Behausung, die nicht von Menschen errichtet ist. Gott hält sie im Himmel für uns bereit, und sie wird ewig bleiben. 2 Voll Verlangen sehnen wir uns danach, den neuen Leib schon jetzt überzuziehen wie ein Gewand, 3 damit wir nicht nackt, sondern bekleidet sind, wenn wir unseren irdischen Körper ablegen müssen. 4 Solange wir in diesem Körper leben, liegt eine schwere Last auf uns. Am liebsten wäre es uns, wenn wir nicht erst sterben müssten, um unseren neuen Körper anziehen zu können. Wir möchten den neuen Körper einfach über den alten ziehen, damit alles Vergängliche vom Leben überwunden wird. 5 Auf dieses neue Leben hat uns Gott vorbereitet, indem er uns als sicheres Pfand dafür schon jetzt seinen Geist gegeben hat.

6 Deshalb sind wir jederzeit zuversichtlich, auch wenn wir in unserem irdischen Leib noch nicht bei Gott zu Hause sind. 7 Unser Leben auf dieser Erde ist dadurch bestimmt, dass wir an ihn glauben, und nicht, dass wir ihn sehen. 8 Aber wir rechnen fest damit und würden am liebsten diesen Leib verlassen, um endlich zu Hause beim Herrn zu sein. 9 Ganz gleich ob wir nun daheim bei ihm sind oder noch auf dieser Erde leben, wir möchten in jedem Fall tun, was Gott gefällt. 10 Denn einmal werden wir uns alle vor Christus als unserem Richter verantworten müssen. Dann wird jeder das bekommen, was er für sein Tun auf dieser Erde verdient hat, mag es gut oder schlecht gewesen sein.

Kommentar

Versuche, Gott zu gefallen

Paulus’ höchstes Ziel und Lebenssinn waren es, Gott zu gefallen: „Unser Ziel ist es deshalb, immer zu tun, was ihm gefällt, ob wir nun in diesem Körper leben oder ihn verlassen“ (5,9).

Vielleicht stehst du vor körperlichen Herausforderungen. Dein Körper baut im Laufe deines Lebens ab. Eines Tages „wird dieses irdische Zelt, in dem wir leben, einmal abgerissen“ und wir werden „einen neuen … unseren himmlischen Körper anziehen dürfen wie ein neues Gewand“ (5,1-2).

Wenn du dein ganzes Vertrauen in Jesus Christus legst, sind dir alle Segnungen des Himmelreiches verheißen. Dennoch fühlen wir uns schwach und schuldig, wir erleben trotzdem Bedrängnis und Enttäuschungen, wir leben weiterhin in einer zerbrochenen Welt. Auf welchen Teil des göttlichen Segens musst du in der Zukunft warten, und wie viel erlebst du bereits hier und jetzt?

Es besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem, was dich in der Zukunft erwartet, und dem, was du heute schon erlebst. Jetzt, solange „wir nicht daheim beim Herrn sind… leben wir im Glauben und nicht im Schauen“ (5,6-7). In der Zukunft, werden „wir dann daheim beim Herrn [sein]“ (5,8). Unser sterblicher Körper möchte „in das ewige Leben überwechseln“ (5,4). Du kommst jetzt noch nicht in den Genuss allen himmlischen Segens.

Nichtsdestotrotz bekommst du schon jetzt einen Vorgeschmack auf die Zukunft. „Gott selbst hat uns darauf vorbereitet und uns als Sicherheit seinen Heiligen Geist gegeben“ (5,5). Dieses Unterpfand ist nicht nur eine Garantie für das, was noch kommen wird. Es ist ein Teil des göttlichen Noch-Nichts, Seines Segens, Reichs und seiner Herrschaft im Hier und Jetzt – zu uns gebracht durch den Heiligen Geist.

Während wir also warten, „ist es deshalb unser Ziel, immer zu tun, was ihm gefällt“ (9a). „Einmal werden wir uns alle vor Christus als unserem Richter verantworten müssen. Dann wird jeder das bekommen, was er für sein Tun auf dieser Erde verdient hat, mag es gut oder schlecht gewesen sein“ (5,10; Hfa).

Gebet

Herr, bitte hilf mir, mich auf mein Lebensziel zu konzentrieren. Alles, was ich tue, sage oder denke, soll Dir gefallen, Herr.

Altes Testament

Micha 5,1–7,20

5 1 Aber zu Bethlehem im Gebiet der Sippe Efrat sagt der Herr:
»Du bist zwar eine der kleinsten Städte Judas,
doch aus dir kommt der Mann,
der das Volk Israel in meinem Namen führen wird.
Sein Ursprung liegt weit zurück, in fernster Vergangenheit.«

2 Bis zu der Zeit, wo eine Frau den erwarteten Sohn geboren hat,
lässt Gott die Menschen seines Volkes den Feinden in die Hände fallen;
doch dann werden die Überlebenden
zu den anderen Israeliten in ihr Land zurückkehren.

3 Wie ein Hirte seine Herde weidet,
so wird der neue König regieren.
Sein Gott hat ihn dazu beauftragt,
vom höchsten HERRN erhält er seine Kraft.
Dann kann das Volk endlich in Sicherheit leben,
denn seine Macht reicht bis in die fernsten Länder der Erde.

4 Er bringt uns Frieden!
Wenn die Assyrer unser Land überfallen
und in unsere Festungen eindringen wollen,
bieten wir viele mächtige Führer gegen sie auf.
5 Mit ihren Schwertern werden sie Assyrien,
das Land der Nachfahren Nimrods,
bezwingen und seine Festungen zerstören.
Ja, unser neuer König wird uns vor den Assyrern retten,
wenn sie unser Land überfallen und erobern wollen!

6 Die Nachkommen von Jakob, die überlebt haben
und inmitten der anderen Völker wohnen,
sind dann für sie wie der Tau und der Regen,
die das Land erfrischen und von Gott
ohne Zutun der Menschen geschickt werden.
7 Sie sind für die Völker aber auch
wie der Löwe unter den Tieren des Waldes
oder wie ein junger Löwe in einer Schafherde:
Er fällt über die Tiere her und zerreißt sie,
niemand kann sie aus seinen Klauen retten.
8 Ja, Israel, hol zum Schlag aus gegen deine Feinde, sie sollen allesamt vernichtet werden!

Der Herr vernichtet Israels Götzen

9 So spricht der HERR:

»Der Tag wird kommen, an dem ich eure Schlachtrosse ausrotte
und eure Streitwagen in Stücke schlage.
10 Ich zerstöre die Städte in eurem Land
und reiße alle eure Festungen nieder.
11 Die Zaubergegenstände schlage ich euch aus der Hand,
es wird bei euch keine Wahrsager mehr geben!
12 Ich zerschmettere eure Götzenstatuen
und die den Göttern geweihten Steinsäulen.
Dann könnt ihr nicht mehr Gegenstände anbeten,
die ihr selbst gemacht habt!
13 Die Pfähle zu Ehren der Göttin Aschera reiße ich heraus,
und eure Städte mache ich dem Erdboden gleich.
14 Ich ziehe alle Völker zur Rechenschaft,
die nicht auf mich gehört haben.
Sie sollen meinen glühenden Zorn zu spüren bekommen!«

Gott klagt sein Volk an

6 1 Hört, wozu der HERR sein Volk auffordert:

»Kommt und verteidigt euch!
Berge und Hügel sollen Zeugen unseres Rechtsstreites sein!«

2 Ihr Berge und ihr uralten Fundamente der Erde,
hört, welche Anklage der HERR gegen sein Volk erhebt!
Jetzt geht er mit Israel ins Gericht.

3 Er fragt: »Was habe ich dir bloß angetan, mein Volk?
Habe ich vielleicht zu viel von dir gefordert? Sag es nur!
4 Habe ich dich nicht sogar aus der Sklaverei in Ägypten erlöst
und dir Mose, Aaron und Mirjam als Führer gegeben?
5 Mein Volk, erinnere dich doch, welche finsteren Pläne Balak,
der König von Moab, gegen dich schmiedete und was ihm Bileam,
der Sohn von Beor, zur Antwort gab!
Denk daran, wie du den Jordan bei Schittim überquertest
und weiter bis nach Gilgal zogst!
Dann wirst du erkennen, was ich, der HERR, für dich getan habe.
Ich bin treu und gerecht!«

6 Das Volk fragt: »Wie können wir denn dem HERRN begegnen,
diesem großen und erhabenen Gott?
Sollen wir einjährige Rinder als Opfer für ihn verbrennen,
wenn wir ihn anbeten wollen?

7 Hat er Gefallen daran, wenn wir ihm Tausende von Schafböcken
und ganze Ströme von Olivenöl darbringen?
Oder sollen wir ihm sogar unsere ältesten Söhne opfern,
um unsere Schuld wiedergutzumachen?«
8 Nein! Der HERR hat euch doch längst gesagt, was gut ist!
Er fordert von euch Menschen nur eines:
Haltet euch an das Recht, begegnet anderen mit Güte,
und lebt in Ehrfurcht vor eurem Gott!

Jerusalem trifft dasselbe Schicksal wie Samaria

9 Hört, was der HERR der Stadt Jerusalem zuruft!
Wer klug ist, der nimmt seine Worte ernst!
Lasst euch warnen durch die Strafe, die euch bevorsteht!
Gott selbst hat sie über euch verhängt.
10 Er sagt: »Soll ich noch länger zusehen,
wie gewissenlose Menschen in ihren Häusern Schätze ansammeln,
die sie nur durch Betrug bekommen haben?
Sie tun, was ich verabscheue, und verwenden gefälschte Maße!
11 Wie kann ich sie freisprechen,
wenn sie andere mit ihren falschen Waagen
und Gewichtssteinen hinters Licht führen?
12 Die Reichen in der Stadt beuten die Menschen aus
und unterdrücken sie, ja, alle Einwohner von Jerusalem lügen und betrügen!
13 Weil ihr so viel Schuld auf euch geladen habt,
werde ich euch hart bestrafen und eure Stadt verwüsten.
14 Bald könnt ihr euch nicht mehr satt essen,
ständig quält euch der Hunger.
Was ihr beiseiteschafft, könnt ihr doch nicht retten,
und was ihr noch in Sicherheit bringt, verliert ihr im Krieg.
15 Ihr werdet die Saat ausstreuen,
aber keine Ernte einbringen, die Oliven auspressen,
aber euch nicht mit dem Öl salben,
Wein keltern, ihn aber nicht mehr genießen.
16 Bis heute folgt ihr dem schlechten Vorbild
der Könige Omri und Ahab. Alles, was diese Sippe tat,
habt ihr ihnen nachgemacht!
Darum lasse ich eure Stadt zu einem Ort des Grauens werden
und euch zur Zielscheibe des Spotts;
überall wird man euch, mein Volk, verhöhnen und verachten.«

Micha klagt über sein Volk

7 1 Ich unglücklicher Mensch!
Ich komme mir vor wie einer,
der nach der Ernte hungrig durch die Weinberge streift
oder die Feigenbäume nach Früchten absucht.
Doch nichts: Keine Traube und keine Feige ist mehr zu finden!
2 Ja, im ganzen Land gibt es keine rechtschaffenen Menschen mehr,
keiner fragt mehr nach Gott.
Einer macht Jagd auf den anderen
und wartet bloß auf eine Gelegenheit,
um Blut zu vergießen.
3 Sie haben nur Böses im Sinn,
und darin sind sie wahre Meister.
Die führenden Männer lassen sich bestechen,
die Richter sind käuflich,
und die Mächtigen entscheiden aus reiner Willkür.
So arbeiten sie alle Hand in Hand.
4 Selbst die Besten und Ehrlichsten
unter ihnen sind wie Dornhecken,
die bloß Schaden anrichten.
Aber der Tag kommt, an dem euch die Strafe trifft –
die Propheten haben es vorausgesehen
und euch davor gewarnt.
Dann werdet ihr mit eurer Weisheit am Ende sein!
5 Trau keinem einzigen Menschen mehr,
nicht einmal dem besten Freund!
Sei verschwiegen wie ein Grab,
auch bei der Frau in deinen Armen!
6 Denn der Sohn achtet den Vater nicht mehr,
die Tochter lehnt sich gegen die Mutter auf
und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.
Die eigenen Angehörigen werden zu Feinden!

7 Doch ich verlasse mich auf den HERRN,
ich warte auf seine Hilfe.
Ja, mein Gott wird mich erhören!

Der Herr wird uns retten!

8 Freut euch nur nicht zu früh, ihr Feinde!
Wir liegen zwar am Boden, doch wir stehen wieder auf.
Wir sitzen im Finstern, aber der HERR ist unser Licht.
9 Wir haben gegen ihn gesündigt
und müssen nun seinen Zorn ertragen.
Doch er wird wieder für uns eintreten
und das Unrecht vergelten,
das man uns angetan hat.
Er führt uns von neuem hinaus ins Licht.
Wir werden erleben, wie er für Recht sorgt!
10 Wenn unsere Feinde das sehen,
müssen sie sich in Grund und Boden schämen.
Spöttisch riefen sie uns zu:
»Wo bleibt denn der HERR, euer Gott?«
Aber dann werden wir über sie triumphieren,
man wird sie zertreten wie Dreck auf der Straße!

11 Jerusalem, es kommt die Zeit,
in der deine Mauern wieder aufgebaut werden
und dein Herrschaftsgebiet sich weit ausdehnt.
12 In jenen Tagen werden die Menschen
von überall her zu dir strömen:
aus Assyrien und den Städten Ägyptens,
aus dem gesamten Gebiet zwischen Euphrat und Nil, ja,
von weit entfernten Küsten und Gebirgen.
13 Die Erde aber wird zur Wüste
wegen der Schuld ihrer Bewohner.

14 Herr, kümmere dich um dein Volk
wie ein Hirte um seine Schafe,
denn wir gehören doch dir!
Wir leben einsam in der Öde,
doch um uns her dehnt sich fruchtbares Land.
Bring uns, deine Herde, dorthin zurück, ja,
führe uns wieder auf die saftigen Weiden von Baschan und Gilead,
so wie in vergangenen Zeiten.

15 Vollbringe Wunder für uns wie damals,
als unsere Vorfahren aus Ägypten zogen.

16 Dann müssen die anderen Völker beschämt zusehen
und können trotz ihrer Macht nichts dagegen tun.
Sprachlos werden sie sein,
es wird ihnen Hören und Sehen vergehen!
17 Sie sollen Staub fressen wie Schlangen und Würmer.
Zitternd vor Angst werden sie aus ihren Festungen kriechen
und sich vor dir, dem HERRN, unserem Gott, beugen.
Ja, vor dir werden sie sich fürchten!
18 Herr, wo ist ein Gott wie du?
Du vergibst denen, die von deinem Volk übrig geblieben sind,
und verzeihst ihnen ihre Schuld.
Du bleibst nicht für immer zornig,
denn du liebst es, gnädig zu sein!
19 Ja, der Herr wird wieder Erbarmen mit uns haben
und unsere Schuld auslöschen.
Er wirft alle unsere Sünden ins tiefste Meer.
20 Herr, du wirst uns,
den Nachkommen von Abraham und Jakob,
deine Treue und Gnade erweisen,
wie du es einst unseren Vorfahren geschworen hast.

Kommentar

Stelle dich Michas Herausforderung

Man kann auch eine nutzlose Seele haben. Gott warnt durch den Propheten Micha:

„Unrecht erworbene[m] Gut …
mit der falschen Waage und den falschen Gewichten…
Die Reichen … verfolgen gnadenlos und brutal ihre eigenen Interessen,
und alle .. lügen und betrügen…
Du wirst essen und nicht satt werden –
dein Hunger soll ungestillt bleiben.
Was du dir beiseite schaffst, wirst du doch nicht retten können.
Und was du gerettet hast, wirst du im Krieg wieder verlieren“ (6,10-14).

An manchen Stellen blickt Micha nach vorne (z.B. 7,7-20). An einer Stelle prophezeit er unwissentlich über Jesus (Matthäus 2,5-12). Er sieht einen Herrscher aus Bethlehem. „Seine Herkunft reicht in ferne Vergangenheit zurück, ja bis in die Urzeit.… Und er wird der Friede sein” (5,1.4a).

An anderen Stellen schaut Micha zurück. Dann betrachtet er, was Gott schon alles für Sein Volk getan hat (s. 6,3ff). Er hat sie hinausgeführt (6,4). Er ermahnte sie, sich zu erinnern (6,5).

Gottes Liebe und Barmherzigkeit sind erstaunlich groß: „Wo ist ein Gott wie du, der die Sünden vergibt und die Missetaten seines Volkes verzeiht? Der nicht für immer an seinem Zorn festhält, sondern der sich freut, wenn er barmherzig sein kann? Er wird sich wieder über uns erbarmen, alle unsere Sünden zertreten und alle unsere Verfehlungen ins tiefe Meer werfen“ (7,18-19).

Durch Jesus ist dir deine Vergangenheit vollständig vergeben. Sieh nicht ständig mit Bedauern zurück. Gott hat „alle [deine] Verfehlungen ins tiefe Meer [geworfen]“ (7,19). Und Angeln ist dort verboten!

Wie antwortest du auf diese unfassbare Gnade? Micha stellt uns vor eine Herausforderung: „Er fordert von euch nichts anderes, als dass ihr euch an das Recht haltet, liebevoll und barmherzig miteinander umgeht und demütig vor Gott euer Leben führt“ (6,8c). Diese dreifache Herausforderung gibt unserem Leben Sinn und Ziel:

1.\tHalte das Recht
Gerechtigkeit steht ganz weit oben auf Gottes Agenda. Unrecht ist für den Großteil des Leids unserer Zeit verantwortlich. Auch ich muss dem eine noch höhere Priorität in meinem Leben und in unserer Gemeinde geben. Wir müssen noch mehr dafür tun, dass Mittellose, Menschen in den Randgruppen und solche, die keine Stimme haben, Gerechtigkeit erhalten.

2.\tSei liebevoll und barmherzig
Gott begegnet uns immer wieder mit großer Barmherzigkeit. Deshalb sollten wir unsererseits barmherzig mit anderen Menschen sein. Erwarte nicht, dass sie perfekt sind, sondern nimm sie an, wie sie sind. Wir müssen das Evangelium von Gottes Liebe und Barmherzigkeit so vielen Menschen wie nur möglich bringen – und dazu gehören auch Häftlinge, Obdachlose, alte und mittellose Menschen.

3.\tLebe demütig vor Gott
Halte dich niemals für besser, höher oder wichtiger als andere. Stolze Menschen überschätzten ihre Bedeutung. Sie können nicht über sich selbst lachen. Die The Message Bible übersetzt „demütig vor Gott leben“ mit: uns selbst nicht zu ernst zu nehmen, sondern Gott (6,8c). Wenn wir nicht in enger Gemeinschaft mit Gott gehen, werden wir nichts von alledem schaffen.

Diese drei Schritte gehören zusammen. Wahrer Glaube zeigt sich daran, wie du lebst. Deshalb schreibt Paulus, ist das, „was er während seines Lebens in diesem Körper getan hat“, wirklich relevant (2. Korinther 5,10; NGÜ). Es bestimmt, wie das Urteil über dich einmal ausfallen wird. Deine Taten bezeugen deinen Glauben.

Gebet

Herr, bitte hilf mir, gerecht, liebevoll und barmherzig zu sein und demütig vor Dir zu leben.

Pippa fügt hinzu

2. Korinther 5,10

„Denn wir alle müssen einmal vor Christus und seinem Richterstuhl erscheinen, wo alles ans Licht kommen wird. Dann wird jeder von uns das bekommen, was er für das Gute oder das Schlechte, das er in seinem Leben getan hat, verdient.“

Da bin ich doch erleichtert bei Micha zu lesen: „Wo ist ein Gott wie du, der die Sünden vergibt und die Missetaten seines Volkes verzeiht? … Er wird sich wieder über uns erbarmen, alle unsere Sünden zertreten und alle unsere Verfehlungen ins tiefe Meer werfen“ (7,18-19).

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottland (no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“) \t Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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