Tag 257

Jesus Christus lebt in dir

Weisheit Sprüche 22,17–27
Neues Testament 2. Korinther 13,1–13
Altes Testament Jesaja 30,19–32,20

Einführung

Ich hatte zur Veranschaulichung meiner Predigt einen Boxhandschuh mitgebracht, mit dem ich herumspielte, um zu demonstrieren, wie nutzlos er ist, wenn keine Hand darin steckt. Dann zog ich ihn an, ballte die Faust und boxte in die Luft, sodass jeder den Unterschied sehen konnte, den die Kraft meiner Hand ausmachte.

Das war in einer Jugendhaftanstalt in Oxford. Damals war ich noch Theologiestudent und durfte dort predigen.

Der Gefängnispfarrer in der Anstalt, der mich betreute, wies darauf hin, dass die Illustration für ein Gefängnis nicht wirklich geeignet sei, da sie nahe lege, dass Jesus und Gewalt eng miteinander verbunden seien! Aber abgesehen davon gefiel ihm die Analogie.

Ich wollte demonstrieren, welchen Unterschied es macht, wenn Jesus Christus durch Seinen Geist in unser Leben tritt. Ohne Ihn sind wir so schwach (2. Korinther 13,4) wie der leere Boxhandschuh. Aber wenn Jesus Christus beginnt, in dir zu leben, kommt Gottes Kraft in dein Leben (2. Korinther 13,4-5).

Wenn du das „erkennst“ (13,5; LUT), verändert es deine Art zu leben.

Weisheit

Sprüche 22,17–27

17 Hör genau zu, ich will dir erzählen,
  was weise Menschen gesagt haben.
  Nimm dir meine Worte zu Herzen!
18 Du tust gut daran, wenn du sie im Gedächtnis behältst
  und jederzeit aufsagen kannst.
19 Ich unterrichte gerade dich heute,
  damit du es lernst, dem HERRN zu vertrauen.
20 Ich habe dir dreißig Lebensweisheiten aufgeschrieben,
  lauter lehrreiche Ratschläge.
21 Sie werden dir zeigen,
  was wahr und zuverlässig ist.
  Dann kannst du denen Rede und Antwort stehen,
  die dich beauftragt haben.

1.

22 Beraube nicht den Armen, der sich nicht wehren kann,
  und hintergehe keinen Hilflosen vor Gericht!
23 Denn der HERR sorgt für ihr Recht,
  und wer sie ausbeutet, dem nimmt er dafür das Leben.

2.

24 Lass dich nicht mit einem Jähzornigen ein,
  halte dich von einem Hitzkopf fern,
25 sonst wirst du am Ende genauso wie er
  und bringst dich selbst zu Fall!

3.

26 Verpflichte dich nie durch einen Handschlag,
  für die Schulden eines anderen zu bürgen!
27 Denn wenn du dann nicht bezahlen kannst,
  nimmt man dir sogar dein Bett weg!

Kommentar

Fülle dein Herz mit Gottes Weisheit

Wie gesund ist dein Herz? Hast du es mit göttlicher Weisheit gefüllt? Ebenso wie alles, was in deinen Mund wandert, deine leibliche Gesundheit beeinflusst, ist alles, mit dem du dein Herz füllst, wichtig.

Der Autor bittet dringlich, dass du Gottes Wort in deinem Herzen bewahrst, „Höre aufmerksam und achte auf die Worte…damit du sie jederzeit aufsagen kannst…damit du auf den Herrn vertraust“ (22,17-19).

Er zählt „dreißig Sprüche voller Weisheit und Erkenntnis“ auf, nach denen man leben soll (22,20). Sie sind „zuverlässig und wahr“ (22,21; Hfa). Die ersten stehen in unserem heutigen Abschnitt.

1.\tWie man arme und bedürftige Menschen behandelt: „Nutze die Wehrlosigkeit anderer nicht aus und benachteilige die Armen nicht vor Gericht“ (22-23; GNB). 2.\tWie man nicht von Zorn und schlechter Laune überwältigt wird: „Halte dich von einem zornigen Menschen fern …damit du nicht wirst wie [er]“ (22,24a.25a). 3.\tEine Warnung vor Glückspiel und praktische Tipps, wie man Schulden verhindert: „Übernimm keine Bürgschaft für fremde Schulden“ (22,27; GNB).

Weise Prinzipien, die zu einem guten Leben beitragen. Weisheit ist mehr als guter Rat. Weisheit ist, auf den Herrn zu vertrauen (22,19).

Im Neuen Testament lernen wir, dass Jesus Gottes „Weisheit“ ist (1. Korinther 1,30). Weil Jesus in dir lebt, trägst du göttliche Weisheit in deinem Herzen.

Gebet

Danke, Herr, dass Du im Heiligen Geist in meinem Herzen wohnst. Ich danke Dir für die Kraft Deines Wortes. Hilf mir, darin zu lesen, es zu lernen, darüber nachzudenken und es auf meinen Lippen zu tragen, damit ich Dir, Jesus Christus, vertraue.

Neues Testament

2. Korinther 13,1–13

Abschließende Bitte und Grüße

13 1 Jetzt werde ich zum dritten Mal zu euch kommen. Denkt daran: »Jede Sache soll durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.« 2 Schon bei meinem zweiten Besuch habe ich euch gewarnt. Ich schreibe es jetzt in diesem Brief noch einmal unmissverständlich, und zwar denen, die in ihrer Schuld verharren, und auch allen anderen: Wenn ich wieder bei euch bin, hat meine Nachsicht ein Ende. 3 Ihr selbst wollt ja den Beweis, dass Christus durch mich spricht. Nun, Christus ist euch gegenüber nicht schwach, sondern stark und mächtig. 4 Als er gekreuzigt wurde, war er schwach; aber jetzt lebt er aus der Kraft Gottes. Auch wir sind schwach, weil wir mit Christus verbunden sind; doch euch gegenüber wird sich zeigen, dass wir mit Christus aus der Kraft Gottes leben.

5 Prüft euch! Stellt selbst fest, ob euer Glaube noch lebendig ist! Oder ist bei euch nichts mehr davon zu merken, dass Jesus Christus unter euch lebt? Dann allerdings hättet ihr diese Prüfung nicht bestanden. 6 Ich hoffe aber, ihr werdet erkennen, dass wir diese Probe bestanden haben. 7 Wir beten zu Gott, dass ihr nichts Böses tut, und zwar nicht, damit wir bestätigt werden, sondern allein damit ihr das Gute tut. Es macht uns nichts aus, dass wir in diesem Fall wie Versager dastehen, weil wir dann doch nicht – wie angekündigt – hart durchgegriffen haben. 8 Gegen Gottes Wahrheit können wir ohnehin nichts ausrichten, wir können nur für sie eintreten. 9 Gern wollen wir schwach sein, wenn ihr nur stark seid. Darum beten wir, dass ihr euch von Gott zurechtbringen lasst. 10 Ich habe euch das alles aus der Ferne geschrieben, ehe ich zu euch komme, damit ich nicht zu streng mit euch sein muss, wenn ich bei euch bin. Denn Gott hat mir seine Vollmacht gegeben, um euch aufzubauen, nicht um euch zu zerstören.

11 Zum Schluss, meine lieben Brüder und Schwestern, noch einmal meine Bitte: Freut euch! Lasst euch wieder auf den richtigen Weg zurückbringen! Hört auf alles, was ich euch geschrieben habe. Haltet fest zusammen und lebt in Frieden miteinander. Dann wird Gott, von dem alle Liebe und aller Friede kommt, bei euch sein.

12 Grüßt einander mit dem Friedenskuss. Die Gemeinde hier lässt euch grüßen.

13 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft, die der Heilige Geist schenkt, sei mit euch.

Kommentar

Erkenne, dass Jesus Christus in dir lebt

Ist dir bewusst, dass Jesus Christus in dir lebt? Der Apostel Paulus zweifelte nicht daran. Das bekannte er, als er sagte, „Christus redet durch mich“ (13,3).

Paulus hatte den Vorteil, dem auferstandenen Jesus begegnet zu sein. Er konnte mit großer Zuversicht sagen, „Als er am Kreuz starb, war er schwach. Aber jetzt lebt er durch Gottes Kraft. Auch ich bin mit Christus schwach. Aber ich werde mit ihm leben und mich stark erweisen euch gegenüber aus Gottes Kraft“ (13,4; GNB).

Sich selbst zu prüfen, ist wichtig und etwas völlig anderes, als sich selbst zu verurteilen. Paulus drängt sie, „Prüft euch, ob euer Glaube echt ist. Prüft euch selbst“ (5a). Das Ziel der Selbstprüfung ist, dass du die Fehler deines Lebens erkennst, sie bekennst, dich von ihnen abkehrst und dich von Jesus befreien lässt.

Ernstlich bittet Paulus die Korinther, sie mögen erkennen, „dass Jesus Christus in [ihnen] ist“ (13,5; LUT), so wie Er in ihm, Paulus, lebt. Paulus spricht viel häufiger davon, dass wir in Christus sind, als umgekehrt. Aber die Stellen, wo er es tut, sind bemerkenswert: „Christus lebt in euch! Darin liegt eure Hoffnung: Ihr werdet an seiner Herrlichkeit teilhaben“ (Kolosser 1,27). Und auch hier schreibt er, was Christus in dir für einen Unterschied macht: „Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist?“ (13,5; SLA).

Das ist, was unsere Schwäche in Stärke verwandelt (13,9). Deshalb betete er, „dass ihr .. Glauben erneuert“ werde (9b). Deshalb konnte er sie bitten, „Nehmt meine Worte zu Herzen und lasst euch wieder auf den rechten Weg bringen“ (13,11; GNB).

Natürlich wird keiner von uns in diesem Leben je vollkommen sein. Perfektionismus ist auch ungesund. Aber wir können uns alle zum Ziel setzen, in einer vollkommenen Beziehung mit Gott und den Menschen zu leben. Paulus appellierte an sie, „Haltet fest zusammen und habt Frieden untereinander. Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein“ (13,11).

Wie geht das? Paulus schließt mit „Gnade“: „Wir wünschen euch die Gnade von Jesus Christus, unserem Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes“ (13,13).

Die ganze Dreieinigkeit wirkt zusammen. Die „Gnade von Jesus Christus“ (13a) erlaubt, dass uns ständig vergeben wird und wir immer wieder neu reingewaschen werden. Die „Liebe Gottes“ (des Vaters) (13b) erfüllt unsere Herzen und lässt uns nach vollkommener Liebe streben. Die „Gemeinschaft des Heiligen Geistes“ (13c), Jesus in uns, lässt unvollkommene Menschen geistliche Reife erlangen und den Herrn eines Tages von Angesicht zu Angesicht sehen. Erst dann bist du vollkommen.

Gebet

Herr, danke, dass Du in mir lebst. Ich bete, dass Deine unfassbare Gnade in allem sichtbar wird, was ich tue. Lass mich heute Deine Liebe und meine Verbundenheit mit dem Heiligen Geist erkennen.

Altes Testament

Jesaja 30,19–32,20

19 Ihr Einwohner von Jerusalem, ihr Menschen aus Zion, ihr müsst nicht mehr weinen! Der Herr wird euch wieder in Liebe annehmen, darauf könnt ihr euch verlassen. Sobald er euer Schreien hört, kommt er euch zu Hilfe. 20 Und lässt er auch schlimme Zeiten anbrechen, in denen Sorge und Leid euer tägliches Brot sind, so werdet ihr doch nicht umkommen. Der Herr wird sich nicht länger vor euch verborgen halten, sondern er wird euch unterweisen. Mit eigenen Augen werdet ihr ihn als euren Lehrer erkennen. 21 Und kommt ihr vom richtigen Weg ab, so hört ihr hinter euch eine Stimme: »Halt, dies ist der Weg, den ihr einschlagen sollt!« 22 Dann sind eure geschnitzten und gegossenen, mit Gold und Silber überzogenen Götzenfiguren für euch auf einmal nur noch Abfall. Verächtlich ruft ihr: »Bloß weg mit diesem Dreck!«

23 Eure bestellten Felder wird der Herr mit Regen tränken. Üppig steht euer Korn da, ihr bringt eine reiche Ernte ein. Eure Herden weiden auf weiten, saftigen Wiesen. 24 Die Rinder und Esel, mit denen ihr die Felder bearbeitet, bekommen Kraftfutter aus Getreide zu fressen, das man sorgfältig von der Spreu getrennt hat. 25 An dem Tag, an dem Gott mit den Feinden abrechnet und ihre Festungen einreißt, da werden Bäche voller Wasser von allen Bergen und Hügeln herabfließen. 26 Der Mond leuchtet so hell wie die Sonne, und die Sonne scheint siebenmal heller als sonst, als würde sie das Licht einer ganzen Woche verbreiten. An diesem Tag wird der HERR die Wunden, die er seinem Volk zugefügt hat, verbinden und ihre Brüche heilen.

Der Herr rechnet mit den Assyrern ab

27 Seht ihr den HERRN nahen?
  Er selbst kommt von weit her,
gepackt von glühendem Zorn.
  Mit Gewalt erhebt er sich.
Seine Lippen beben vor Wut,
  und seine Zunge sprüht Feuer.
28 Sein Atem reißt alles mit sich fort wie ein tosender Bach,
  der einem bis zum Hals reicht.
Er kommt, um die Völker im Sieb zu schütteln
  und die wertlosen Stoppeln wegzuwerfen.
Wie wilde Pferde wird er sie bändigen,
  er wird ihnen Zaumzeug anlegen
  und sie daran ins Verderben führen.
29 Ihr aber werdet Lieder singen wie in den Nächten,
  in denen ihr heilige Feste feiert.
Ihr werdet fröhlich sein wie die Pilger,
  die unter Flötenspiel zum Berg des HERRN ziehen,
  zum schützenden Fels des Volkes Israel.
30 Der HERR lässt seine Donnerstimme hören;
  in schrecklichem Zorn schlägt er zu, mit loderndem Feuer,
  Wolkenbruch, Sturm und Hagel.
31 Die Assyrer werden zu Tode erschrecken,
  wenn sie die Donnerstimme des HERRN hören
  und seine Stockschläge spüren.
32 Sie bekommen die vom HERRN verhängte Strafe;
  ein Rutenhieb nach dem anderen klatscht auf sie nieder,
begleitet von Trommelwirbel und Klängen der Laute.
  Ja, Gott selbst wird gegen sie kämpfen!
33 Der Platz ihrer Hinrichtung ist längst vorbereitet.
  Auch auf den König wartet der Scheiterhaufen.
Die Feuerstelle wurde ausgehoben, tief und weit;
  eine große Menge Brennholz hat man aufgeschichtet.
Der Atem des HERRN,
  feurig wie ein glühender Lavastrom, setzt alles in Brand.

Der Herr allein rettet Jerusalem

31 1 Wehe denen, die nach Ägypten gehen, um Hilfe zu holen!
  Sie setzen ihre Hoffnung auf Pferde,
sie vertrauen auf die unzähligen Streitwagen
  und die starken Reitertruppen.
Den heiligen Gott Israels aber lassen sie außer Acht,
  den HERRN bitten sie nicht um Hilfe.
2 Doch er weiß genau, was er tut:
  Unglück lässt er über euch kommen.
Er nimmt seine Drohungen nicht zurück.
  Gegen euch, ihr Übeltäter, und gegen alle,
von denen ihr Hilfe erwartet,
  wird er sich erheben.
3 Die Ägypter sind doch nur Menschen und nicht Gott;
  ihre Pferde sind aus Fleisch und Blut
und haben keine göttliche Kraft.
  Der HERR braucht nur drohend seine Hand zu erheben,
schon stolpert der Helfer, der Hilfesuchende stürzt,
  und alle beide kommen um.

4 Der HERR hat mir gesagt:

»Ein junger Löwe verteidigt knurrend seine Beute.
  Er lässt sich nicht einschüchtern
vom Geschrei der vielen Hirten,
  die ihm das Schaf wieder entreißen wollen.
Genauso furchtlos werde ich, der allmächtige Gott,
  auf den Berg Zion herabkommen und um Jerusalem kämpfen.
5 Wie ein Vogel über seinem Nest kreist
  und seine Jungen ständig im Auge behält,
so werde ich, der allmächtige Gott, Jerusalem beschützen.
  Ich beschirme und verteidige die Stadt,
  ich verschone und befreie sie.«

6 Kehrt um, ihr Israeliten, zurück zum Herrn! Ihr habt euch schon so weit von ihm entfernt. 7 Noch verehrt ihr eure selbst gemachten Götzenfiguren aus Silber und Gold, noch begeht ihr diese schwere Sünde. Doch es kommt der Tag, an dem ihr sie alle verabscheuen werdet.

8 »Assyrien wird fallen«, sagt der Herr.
  »Mit dem Schwert wird das Heer geschlagen.
Doch keine menschliche Waffe,
  sondern mein Schwert bringt sie um.
Sie werden davor fliehen,
  und die jungen Soldaten müssen Zwangsarbeit leisten.
9 Die Heerführer der Assyrer vergehen fast vor Angst.
  Sie lassen ihre Truppen im Stich und ergreifen die Flucht.
Das sage ich, der HERR, der in Jerusalem wohnt,
  dessen Feuer auf dem Berg Zion brennt.«

Ein gerechter Herrscher

32 1 Eines Tages wird ein gerechter König regieren.
  Auch seine obersten Beamten werden sich an das Recht halten.
2 Jeder von ihnen wird für das Volk sein
  wie ein windgeschützter Ort im Sturm,
wie ein Schutzdach beim Wolkenbruch,
  wie ein sprudelnder Bach in der Steppe,
wie der kühle Schatten eines hohen Felsens
  in glühend heißer Wüste.

3 Dann wird keiner mehr verblendet sein;
  alle sehen wieder klar und hören aufmerksam hin.
4 Hitzköpfe lernen, überlegt und einsichtsvoll zu handeln,
  und selbst Menschen, denen das Reden schwerfiel,
  können fließend und deutlich sprechen.
5 Ein unverbesserlicher Narr
  wird dann nicht mehr vornehm genannt,
  kein Betrüger wird mehr als ehrlich hingestellt.
6 Denn ein Dummkopf wird immer
  dummes Geschwätz von sich geben.
Er will nur Unheil anrichten
  und schreckt vor keiner gottlosen Tat zurück.
Was er über den HERRN sagt, ist verkehrt
  und führt andere in die Irre.
Den Hungrigen gibt er nichts zu essen,
  und Durstige lässt er nicht trinken.
7 Auch der Betrüger hat nichts
  als üble Machenschaften im Sinn:
Er schmiedet hinterlistige Pläne,
  um die Armen mit falschen Aussagen zugrunde zu richten,
  selbst wenn diese im Recht sind.
8 Ein ehrlicher Mensch dagegen
  ist auf das Gute bedacht und setzt sich dafür ein,
  dass die Wahrheit siegt.

Das sorglose Leben hat ein Ende

9 Sorglos lebt ihr in den Tag hinein, ihr Frauen –
  hört, was ich euch sage!
  Ihr unbekümmerten Mädchen, hört mir zu!
10 Noch gut ein Jahr, dann werdet ihr vor Angst zittern,
  ihr leichtfertigen Frauen.
Dann gibt es keine Weinlese
  und auch keine Obsternte mehr.
11 Ja, fürchtet euch, ihr Sorglosen, und zittert,
  ihr Unbekümmerten!
Legt eure feinen Gewänder ab
  und zieht Trauerkleider an!
12 In eurer Verzweiflung werdet ihr euch alle
  mit den Händen an die Brust schlagen
und um die schönen Felder
  und die fruchtbaren Weinberge klagen:
13 Unkraut und Dornengestrüpp
  überwuchern die Äcker im ganzen Land.
Die Häuser sind zerstört,
  in denen ihr so viel Freude erlebt habt;
die Stadt, die heute noch so lebenslustig ist,
  wird in Trümmern liegen.
14 Verlassen steht der Palast da;
  alles Leben ist aus den Straßen verschwunden;
Totenstille liegt über der Stadt.
  Burghügel und Wachturm werden für immer
zu Schlupfwinkeln der Tiere: Wildesel
  fühlen sich dort wohl,
  und Herden weiden zwischen den Ruinen.

Gottes Geist schenkt Glück und Frieden

15 So wird es bleiben,
  bis der Geist Gottes aus der Höhe über uns kommt.
Dann wird die Wüste in einen Obstgarten verwandelt,
  dicht wie im Wald stehen die Bäume beieinander.
16 Im ganzen Land beachtet man das Recht.
  Überall herrscht Gerechtigkeit,
  in der Wüste wie im fruchtbaren Land.
17 Und wo es gerecht zugeht,
  da herrschen auch Friede, Ruhe und Sicherheit – für immer.
18 Der Herr sagt: »Mein Volk lebt dann in einem Land,
  in dem Frieden herrscht.
Ruhig und ohne Sorgen wohnen sie dort,
  ihre Häuser sind vor jeder Gefahr sicher.
19 Den Wald der Feinde aber wird der Hagel zerschlagen,
  ihre Stadt wird untergehen.
20 Doch ihr könnt euch glücklich schätzen:
  Bäche und Flüsse durchziehen euer Land,
ihr sät auf fruchtbaren Boden,
  und eure Rinder und Esel laufen frei herum.«

Kommentar

Erkenne die Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist in dein Herz ausgegossen ist

Es ist Pfingsten zu verdanken, dass der Heilige Geist in dir lebt. „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist“ (Römer 5,5; LUT). Der Geist lässt dich erkennen, dass du ein Kind Gottes bist und dass Christus in dir lebt.

Im heutigen Abschnitt beschreibt Jesaja Gott mit sechs Bildern:

1.\tLehrer
Der Herr ist dein Lehrer. Er lehrt dich durch „Brot der Not und Wasser der Bedrängnis“ (30,20; ELB). Nicht selten lernen wir gerade in schweren Zeiten am meisten. Jesus nannte Sich „Herr“ und „Meister“ (Johannes 13,14).

2.\tLeiter
„Ob dein Weg nach rechts oder links führt, wird eine Stimme hinter dir herrufen und dir ansagen: „Das ist der richtige Weg, den geh!““ (30,21). Der Heilige Geist wird dich auf dem engen Pfad, der zum Leben führt, führen und leiten.

3.\tArzt
„Der Herr [wird] die Verletzungen seines Volkes verbinden und die Wunden… heilen“ (30,26). Es passiert so oft, dass Menschen, die Jesus zum ersten Mal begegnen, von alten Verletzungen und Schmerz geheilt werden. Dieser Heilungsprozess dauert ein Leben lang.

4.\tKönig
Jesus ist der „gerechte König“, der eines Tages herrschen wird. „Auch seine obersten Beamten werden sich an das Recht halten“ (32,1; Hfa). Er regiert unser Leben durch den Heiligen Geist, der in uns lebt.

5.\tWeisheit
Er ist der Ursprung unserer Weisheit (31,1-3). Jesaja warnt davor, auf unsere eigene Stärke zu vertrauen, anstatt auf „den Heiligen Israels“ (31,1). Der Heilige Geist ist die Quelle unserer Weisheit.

6.\tMutter
Er ist wie ein Muttervogel, der Jerusalem beschützen und befreien wird (31,5; s. Lukas 13,34). Gott ist uns sowohl Vater als auch Mutter. Der Heilige Geist wird häufig mit der weiblichen Seite von Gottes Wesen in Verbindung gebracht.

Der Heilige Geist ist der „Geist Jesu“ (Apostelgeschichte 16,7; EÜ). Im Heiligen Geist nimmt Jesus Wohnung in dir.

Der Prophet Jesaja scheint einen Blick auf Pfingsten erhascht zu haben, denn er schreibt, dass „schließlich der Geist vom Himmel über uns ausgegossen wird“ (32,15a).

„Der Geist wird vom Himmel über uns ausgegossen… Gerechtigkeit… Frieden... Ruhe und Sicherheit .. sichere Wohnungen, sorglos und ruhig… Ihr seid zu beglückwünschen“ (32,15-20).

Die Ausgießung des Geistes trägt reiche Frucht, hat Gerechtigkeit und Frieden zur Folge, sowie großzügige Aussaat und führt in die Freiheit. Sofern du dich vom Heiligen Geist leiten lässt, verheißt dir Gott, bis in alle Ewigkeit ein segensreiches Leben.

Gebet

Herr, ich danke Dir für das Privileg in der Zeit des Geistes zu leben – einer Zeit, die Jesaja nur erahnen konnte. Danke, dass ich erleben darf – wie Jesus Christus durch Seinen Geist in mir lebt.

Pippa fügt hinzu

Jesaja 30,21

„Ob dein Weg nach rechts oder links führt, wird eine Stimme hinter dir herrufen und dir ansagen: „Das ist der richtige Weg, den geh!““

Ich finde es interessant, dass die Stimme „hinter dir“ und nicht vor dir ist. Das bedeutet, du musst einen Glaubensschritt gehen; du weißt vielleicht noch nicht, wohin er dich führen wird. Du betrittst Neuland, und während du gehst, musst du aufmerksam auf die Stimme hinter dir lauschen, die dir ins Ohr flüstert, „Das ist der richtige Weg, den geh!“

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottland (no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“) \t Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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