Tag 34

Drei Arten von Sieg

Weisheit Psalm 18,17+19
Neues Testament Matthäus 22,34+41-46
Altes Testament Hiob 31,6

Einführung

Jose Henriquez gehörte zu den dreiunddreißig Bergmännern, die 2010 in über 700 Metern Tiefe in einem Stollen der San José Kupfermine im Norden Chiles eigeschlossen waren. Es war am 5. August 2010. Siebzehn Tage lang waren alle Rettungsversuche gescheitert. Es gab keine Lebenszeichen mehr aus der Tiefe. Die Bergmänner hatten genug Essen für drei Tage und etwas Trinkwasser. Ein schrecklicher Tod durch Verhungern und Verdursten schien ihnen sicher.

Ich interviewte Jose Henriquez und seine Frau Bianca in unserer Gemeinde, Holy Trinity Brompton in London (HTB). Er erzählte, wie sie alle zu Gott um ein Wunder gebetet hatten. Er beschrieb den Augenblick am 22. August, als ein Bohrer die Decke des Stollens durchbrach, in dem die Kumpel eingeschlossen waren. Mit Eisenstangen hämmerten sie auf den Bohrer ein. Sie bemalten ihn mit Farbe. Sie umarmten ihn. Sie schickten viele Nachrichten nach oben, aber nur eine blieb auf dem Weg an die Oberfläche heften. Darauf stand, „Uns geht es gut. Die 33 im Schutzraum.“

Insgesamt überlebten die Männer neunundsechzig Tage unter Tage, bevor sie am 13. Oktober 2010 wieder das Tageslicht erblickten. Ein Rekord. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit verfolgten die Bergung live im Fernsehen. Es waren bewegende Szenen, als die Männer, ihre Familien, das chilenische Volk und die ganze Welt diesen wunderbaren Triumph feierte.

Ein Leben im Glauben ist voller Herausforderungen, Schwierigkeiten und Prüfungen, aber es gibt auch immer wieder Zeiten des Sieges. In unseren heutigen Passagen lesen wir von drei unterschiedlichen Arten des Sieges.

Weisheit

Psalm 18,17+19

17 Gott streckte mir seine Hand von oben entgegen
 und riss mich aus den tosenden Fluten.
19 Sie hatten mich überfallen,
 als ich schon im Unglück steckte.
 Aber der HERR gab mir sicheren Halt

Kommentar

Sieg über deine Feinde

David war ein kampferprobter Mann. Er war von Feinden umzingelt, die „zu stark für [ihn] waren (18,18b). Für Gott sind sie aber nicht zu stark. Er befreite David aus der Hand derer, die zu stark für ihn waren und brachte ihn „an einen sicheren Ort“ (18,20). Derr Herr „riss mich aus aller Gefahr heraus, weil er Gefallen an mir hatte“ (18,20; NGÜ).

Wenn du momentan an einem „sicheren Ort“ bist, danke Gott dafür. Wenn nicht, dann rufe zu Gott um Hilfe, dass Er dich retten möge. Und wenn jemand in deiner Familie oder ein Freund zurzeit zu kämpfen hat, dann bete, dass Gott ihn oder sie an einen „sicheren Ort“ bringt.

Gebet

Herr, ich danke Dir für die Situationen, in denen Du mich an einen sicheren Ort gebracht hast. Heute bete ich für …

Neues Testament

Matthäus 22,34+41-46

34-35 Als die Pharisäer hörten, wie Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, dachten sie sich eine neue Frage aus, um ihm eine Falle zu stellen.

41 Bei dieser Gelegenheit fragte Jesus die Pharisäer, die sich bei ihm versammelt hatten: 42 »Was denkt ihr über den Christus, der als Retter zu euch kommen soll? Wessen Nachkomme ist er?«

Sie antworteten: »Er ist ein Nachkomme von König David.«

43 Da entgegnete Jesus: »Warum hat David ihn dann, geleitet vom Geist Gottes, ›Herr‹ genannt? Denn David sagte:
44 ›Gott, der Herr, sprach zu meinem Herrn: Setze dich auf den Ehrenplatz an meiner rechten Seite, bis ich dir alle deine Feinde unterworfen habe und du deinen Fuß auf ihren Nacken setzt!‹

45 Wenn David den Christus also ›Herr‹ nennt, wie kann er dann Davids Nachkomme sein?« 46 Darauf wussten sie keine Antwort. Und von da an wagte niemand mehr, ihm weitere Fragen zu stellen.

Kommentar

Sieg über deine Kritiker

Jesu Gegner stellten Ihm drei Fragen: eine hinterlistige Frage, eine Fangfrage und eine Testfrage (22,23.35). Alle drei beantwortet Er in einer Art und Weise, die Ihn als Sieger aus der Situation hervorgehen lässt. Seine Antworten machen sprachlos (22,22) und beeindrucken (22,33) nicht nur, sondern haben Auswirkung auf die Menschheitsgeschichte. Was können wir aus Jesu Antworten lernen?

1.\tUnterteile dein Leben nicht in geistlich und weltlich
Die erste Frage, die die Pharisäer stellen, ist hinterlistig: „Nun sage uns, was du darüber denkst: Ist es richtig, an den Kaiser Steuern zu zahlen?“ (22,17). Die Steuern, die sie hier ansprachen, waren ausgesprochen unbeliebt. Hätte Jesus mit „ja“ geantwortet, wäre Er beim Volk in Verruf gekommen. Alle hätten Ihn gehasst und als Verräter gesehen, der Sich bei den Römern anbiedern will.

Aber wenn Er mit „nein“ geantwortet hätte, hätte Er Sich der Aufwiegelung strafbar gemacht, wäre verhaftet und hingerichtet worden.

In Seiner einzigartigen Weisheit führte Jesus keine Regeln und Bestimmungen an, sondern erklärte zeitlose Prinzipien. Seine Antwort machte sie sprachlos, „gebt dem Kaiser, was ihm gehört. Und gebt Gott, was Gott gehört“ (22,21).

Jeder Nachfolger Jesu hat eine doppelte Staatsbürgerschaft. Du hast eine Verantwortung, dich als gute Bürger in die Gesellschaft, in der du hier auf der Erde lebst, einzubringen.

Grundsätzlich müssen beide – der Kaiser und Gott – nicht im Widerspruch zu einander stehen. Beiden sollen wir gute Bürger sein. Engagiere dich in dieser Gesellschaft und zieh dich nicht aus ihr zurück.

Es ist nicht so, dass Gott für dein „geistliches“ Leben zuständig ist und die Regierung für alle „weltlichen“ Aspekte deines Lebens. Vielmehr steht dein ganzes Leben unter der Autorität Gottes. Teil deiner Verantwortung gegenüber Gott ist, dass wir unsere Regierung ehren und ihre rechtmäßigen Forderungen an uns erfüllen. So wie die Münzen damals das Konterfei von Cäsar schmückte, trägst du das Bild Gottes (1. Mose 1,26). Gott möchte, dass du Ihm dein ganzes Leben schenkst.

2.\tWissen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt
Als nächstes warten die Sadduzäer mit einer Fangfrage über eine Frau auf, die sieben Männer hatte. Die Sadduzäer glaubten nicht an die Auferstehung, daher konstruierten sie eine komplizierte Frage, um zu zeigen, wie absurd dieser Gedanke ist (22,23-28).

Jesus antwortete ihnen, „ihr irrt euch, weil ihr die Schrift nicht kennt und auch nicht die Macht Gottes!“ (22,29). Anhand des Pentateuchs, der fünf Bücher Mose – die einzigen Schriften, die bei den Sadduzäern galten, zeigt Er ihnen, dass Gott „der Gott der Lebenden und nicht der Toten“ ist (22,32).

Das tut Er, indem Er aus 2. Mose 3 zitiert, wo Gott aus dem brennenden Dornbusch zu Moses sprach, „Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks“ (22,32). Als Gott dort zu Moses sprach, waren Abraham, Isaak und Jakob schon viele hundert Jahre tot. Trotzdem sagte Gott nicht, „ich war ihr Gott“, sondern „ich bin der Gott“. Sie leben noch.

Damit zeigt Jesus, dass dieses Leben nicht alles ist. Außerdem, dass der Übergang von diesem Leben zum zukünftigen ohne Unterbrechung erfolgt. Es gibt eine körperliche Auferstehung. Und doch gibt es auch einen Bruch, denn wir „werden sein wie die Engel im Himmel“ (22,30). Vor allem heißt es in der Heiligen Schrift, dass es eine Auferstehung geben wird. Und wenn wir davon ausgehen, dass Gott allmächtig ist, was spricht dann dagegen?

3.\tMache Liebe zu Gott und anderen Menschen zur Priorität
Die dritte Frage der Pharisäer ist eine Testfrage, auf die Jesus eine brillante Antwort parat hat, die mitten ins Herz des Alten Testamentes spricht: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken…Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (22,37.39). Alles andere sind ausführliche Ausarbeitungen dieser zwei Gebote (22,34-40).

Nachdem Er Seine Kritiker zum Schweigen gebracht hat, stellt Jesus nun Seinerseits eine Frage. Dabei geht es um Seine Identität. Anhand der Heiligen Schrift zeigt Er, dass der Christus nicht nur ein Sohn Davids ist – sondern auch Herr über David (22,41-46). Damit beweist Er, dass der Messias weit mehr ist als nur ein großer menschlicher König. Das stellt nicht nur ihre Vorstellungen über den Messias infrage, sondern ist ein verdeckter Hinweis darauf, wer Jesus ist.

Ein Augenblick des Siegs für Jesus: „Niemand konnte seine Frage beantworten. Danach wagte niemand mehr, ihm weitere Fragen zu stellen“ (22,46).

Gebet

Vater, bitte schenke mir Weisheit, dass ich wie Jesus hinterhältigen Fragen ausweichen, Fangfragen erkennen und Testfragen beantworten kann.

Altes Testament

Hiob 31,6

6 Gott soll mich wiegen auf seiner gerechten Waage
 – und er wird feststellen,
 dass ich unschuldig bin!

Kommentar

Sieg über Versuchungen

Das Buch Hiob macht Schluss mit der Annahme, dass Sünde und Leid sich gegenseitig bedingen, dass Leid an die Schuld (oder Nichtschuld) einer Person gebunden ist. Ziel des Buches Hiob ist zu zeigen, dass, auch wenn Hiob nicht perfekt war (13,26 und 14,17), sein Leiden nicht durch seine Schuld ausgelöst worden war. Hiob war „rechtschaffen, aufrichtig und gottesfürchtig und sein Lebenswandel war untadelig“ (1,1).

Hiob wusste, dass sein Gewissen rein war, unabhängig von den Anschuldigungen seiner Freunde. Es ist, als stünde er vor Gericht, vor seinem Gegner, der die Anklageschrift verliest (31,35). Heute lesen wir „[seine] Verteidigung“ (31,35; Hfa).

Hiob ist uns Vorbild und Inspiration gleichermaßen. Er gibt uns ein wunderbares Beispiel eines heiligen und gerechten Lebens.

•\tBleib sauber
„Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, dass ich keine Jungfrau mit begehrlichem Blick anschauen will“, (31,1). Nie ließ Hiob sich von einer anderen Frau „betören” (31,9) oder auch nur im Herzen zum Ehebruch verleiten. Er erkannte, dass „ein solches Begehren eine schändliche Sünde… ein verzehrendes Feuer [ist], das einen bis zum Untergang auffrisst und alles ruiniert“ (31,11-12).

•\tHäng dich nicht an materielle Dinge
Hiob verließ sich nicht auf seinen Reichtum (31,24). Auch in diesem Punkt ließ er sich nicht „heimlich verführen“ (31,27).

•\tLiebe deine Feinde
Er widerstand der Versuchung, seine Gegner zu hassen. Nie war er schadenfroh, wenn es ihnen schlecht erging (31,29b) – das kann eine sehr große Versuchung sein. Auch ist die Versuchung groß, unserem Zorn Worte zu verleihen, aber „nie habe ich es meinem Mund erlaubt, sich so zu versündigen oder ihm mit einem Fluch den Untergang zu wünschen“ (31,30).

•\tSei großzügig
Er vermied nicht nur im Privatleben, Schuld auf sich zu laden, sondern war auch ein gerechter Arbeitgeber (31,13). Er verschloss sich „den Bitten der Armen“ nicht (31,16a), und „kein Fremder musste draußen übernachten, denn [seine] Tür stand immer allen offen“ (31,32; GNB).

Gebet

Herr, bitte hilf mir, mit einem reinen Gewissen zu leben. Hilf mir, „sauber“ zu bleiben und alle meine Hoffnung in Dich zu setzen. Danke, dass Jesu Kreuz die Vergebung meiner Fehler möglich macht und dass ich in der Kraft des Heiligen Geistes Versuchungen besiegen kann.

Pippa fügt hinzu

Die Zuversicht, dass Gott Hiobs Unschuld anerkennen wird, beeindruckt mich sehr (31,6). Hiobs Art sein Leben zu leben, spricht dafür. Wie er beispielsweise bereitwillig sein Essen teilte (31,17). Ich war alles andere als großherzig, als ich neulich nach Hause kam und Nicky alle Schokoladen-Brownies unseren Gäste angeboten hatte, die unangekündigt vorbeigeschaut hatten. Da liegt noch ein langer Weg vor mir!

Thought for the Day

Liebe Gott und liebe die Menschen. - Jesus

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuellen Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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