Tag 32

Du kannst Gott vertrauen

Weisheit Sprüche 3,21+23+25-26
Neues Testament Matthäus 21,21-22
Altes Testament Hiob 23,10-12

Einführung

Während der furchtbaren Luftangriffe im 2. Weltkrieg auf London rannte ein Vater, seinen kleinen Jungen an der Hand haltend, von einem Gebäude, das gerade von Bomben getroffen worden war, weg. Im Vorgarten war ein Bombenkrater. Auf der Suche nach Schutz sprang der Vater in das Loch und streckte seine Arme nach oben, um seinen Sohn aufzufangen. Angsterfüllt, weil er nur die Stimme seines Vaters hören konnte, die ihn aufforderte zu springen, rief der Kleine, „Ich kann dich nicht sehen!“ Der Vater rief in Richtung der Silhouette seines Sohnes, „Aber ich sehe dich. Spring!“ Der Junge sprang, weil er seinem Vater vertraute. Oder anders ausgedrückt, weil er ihn liebte, weil er ihm glaubte und weil er ihm vertraute.

Das Wort „Glaube“ beschreibt in der Bibel in erster Linie Vertrauen in eine Person. In diesem Sinn ähnelt es der Liebe. Zu allen liebevollen Beziehungen gehört auch ein gewisses Maß an Vertrauen. Glaube ist Vertrauen in Gott, das alle anderen Beziehungen verändert.

Weisheit

Sprüche 3,21+23+25-26

21 Mein Sohn, achte darauf,
 dass du die Weisheit und Besonnenheit nie aus den Augen verlierst!
23 Dann kannst du sicher deinen Weg gehen,
 nichts bringt dich zu Fall.
25 Du brauchst nicht zu befürchten,
 dass dich auf einmal ein Unglück trifft,
 wie es gottlosen Menschen geschieht.
26 Der HERR selbst ist der Grund für deine Zuversicht;
 er lässt dich nicht in eine Falle laufen.

Kommentar

Vertraue auf den Herrn

Bist du ein zuversichtlicher Mensch? Wenn ja, woher nimmst du deine Zuversicht? Machst du das an deinem Job oder deinem Besitz fest? An deiner Ausbildung, deinem Aussehen, an sportlichen Leistungen oder an irgendetwas anderem? Hängt deine Zuversicht von dem ab, was andere von dir denken?

Nichts davon ist verkehrt. Wir dürfen zuversichtlich sein, aber unsere Zuversicht soll letzten Endes von „dem Herrn“ kommen. So ist es möglich, Zuversicht zu haben, selbst wenn man nichts von all dem o.g. besitzt.

In den Sprüchen heißt es, „der Herr ist deine Zuversicht“ (3,26a). Der Gegenstand deines Glaubens ist eine Person, „der Herr“. Gott ist die eine Person, der du absolut und in allem vertrauen kannst. Diese „Zuversicht“ verändert dein Leben völlig. Sie gibt dir:

1.\tWeisheit
Ein Narr ließe sich als selbstbewusst beschreiben. Wer aber klug ist, vertraut auf den Herrn: „verliere die Weisheit nie aus den Augen und handle stets umsichtig und besonnen“ (3,21). Weisheit, ein gutes Urteilsvermögen und Einsicht erhält man, wenn man nah bei Gott und aus Glauben heraus lebt.

2.\tFrieden
Erfolg bei der Arbeit, Ruhm und Reichtum sind wertlos, wenn du keinen Frieden hast. Frieden entsteht durch eine gute Gottesbeziehung. Kein Kissen ist weicher, als ein reines Gewissen: „Du kannst dich ohne Angst schlafen legen und dein Schlaf wird erholsam sein. Du brauchst dich nicht vor einem plötzlichen Unglück zu fürchten“ (3,24-25a). Was auch immer geschehen wird, du kannst sicher sein, dass Gott mit dir ist.

3.\tGüte
„Verweigere keinem die nötige Hilfe, wenn es in deiner Macht steht“ (3,27). Lass keine Gelegenheit aus, Gutes zu tun. „Wenn du deinem Nächsten sofort helfen kannst, dann sag nicht: „Komm morgen wieder, dann werde ich dir helfen““ (3,28).

4.\tLiebe
„Nutze niemals einen Menschen aus, der dir sein Vertrauen schenkt“ (3,29). Vertrauen auf Gott bewirkt Nächstenliebe.

5.\tInnige Nähe
„Die Rechtschaffenen macht er zu seinem Vertrauten“ (3,32; GNB). Wenn der Herr unser Zuversicht ist, dann schenkt Er uns Sein Vertrauen. Es ist ein wundervolles Bild, wie innige Nähe zu Gott aussieht, „mit den Aufrichtigen hat er vertrauten Umgang“ (3,32; SLA).

6.\tDemut
„Den Demütigen aber schenkt [der Herr] Gnade“ (3,34b). Wenn deine Zuversicht die Folge aus deinem Gottvertrauen stammt, hast du keinen Grund stolz darauf zu sein. Aber Gott verspricht dir, Seinen Segen, Seine Gnade und Ehre (3,33-35).

Gebet

Herr, bitte hilf mir mein Leben im Glauben zu leben – ganz nah bei Dir will ich sein und meine Zuversicht in Dich legen.

Neues Testament

Matthäus 21,21-22

21 Jesus erwiderte: »Ich versichere euch: Wenn ihr Gott vertraut und nicht zweifelt, könnt ihr noch mehr als das tun. Ihr könnt sogar zu diesem Berg sagen: ›Hebe dich von der Stelle und stürze dich ins Meer!‹, und es wird geschehen. 22 Ihr werdet alles bekommen, wenn ihr Gott im Glauben darum bittet.«

Kommentar

Glaube an Jesus

Jesus sagt, „Wenn ihr fest glaubt und nicht zweifelt, … wird [es] geschehen“ (21,21). Die Antwort lautet „glaubt … glaubt …glaubt“ (21,22.25.32). Dieses eine Wort hält die ansonsten scheinbar ungleichen Teile zusammen.

1.\tNähre deinen Glauben, und deine Zweifel werden verhungern
Jesus sagt, „Wenn ihr glaubt, werdet ihr alles bekommen, worum ihr im Gebet bittet“ (21,22). „Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein Taten wie die mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird's geschehen. Und alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, so werdet ihr's empfangen“ (21,21-22; LUT).

Versuche es gleich heute. Bitte, glaube und dann vertraue Gott.

2.\tLass deinem Glauben Taten folgen
Der Feigenbaum tut nicht, was von ihm erwartet wird – nämlich Früchte tragen (21,18-20). Der zweite Sohn in dem Gleichnis tut nicht, was von ihm erwartet wird – nämlich den Anweisungen seines Vaters zu folgen (21,28-31). In ähnlicher Weise tun auch die religiösen Führer nicht, was von ihnen erwartet wird – nämlich an Jesus glauben.

Statt auf Jesus zu vertrauen, stellen sie Seine Autorität infrage, „Mit welchem Recht hast du die Händler aus dem Tempel gejagt? Wer hat dich dazu ermächtigt?“ (21,23). Jesus erwidert mit einer Gegenfrage – nach der Taufe des Johannes. Damit zeigt Er, dass die obersten Priester und Ältesten auch nicht dem Zeugnis von Johannes dem Täufer getraut haben. Sie beraten sich, „Wenn wir sagen, es war eine Handlung im Auftrag Gottes, dann wird er uns fragen, warum wir Johannes nicht geglaubt haben“ (21,25).

Der Glaube der religiösen Anführer dreht sich um Konzepte und Begrifflichkeiten. Dabei entgeht ihnen die Person, um die es im Glauben geht: Jesus.

3.\tIns Himmelreich kommst du durch Glauben
Jesus stellt die religiösen Führer, die nicht glauben, den „Steuereinnehmern und Huren“, die umkehrten und glaubten, gegenüber (21,32).

Die Steuerbeamten und Prostituierten gehörten zu den Geringsten der damaligen Gesellschaft. Dennoch sagte Jesus über sie, dass sie als erste ins Himmelreich kommen würden, weil viele von ihnen glaubten.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Jesus häufig gerade den scheinbar „aufrechten“ Menschen egal ist. Sie meinen, Ihn nicht zu brauchen. Auf der anderen Seite überraschen mich immer wieder die Offenheit und der geistliche Hunger von Häftlingen und Strafentlassenen. Erst seit ich immer auch Gefängnisse besuche, verstehe ich, warum Jesus so gern Zeit mit den Menschen verbrachte, die am Rande der Gesellschaft standen. Oft sind sie am empfänglichsten für Jesus.

Es gibt keine hoffnungslosen Fälle. Selbst eine kriminelle Vergangenheit, nichts, was du jemals gedacht oder gesagt hast, schlägt dir die Tür zum Himmelreich für immer zu. Wie der erste Sohn in dem Gleichnis braucht es nur deinen Gesinnungswandel und dass du die Worte des Vaters tust (21,29). Kehre um (d.h. Reue zeigen) und glaub an Jesus.

Gebet

Herr, danke, dass Du sagst, „Wenn ihr glaubt, werdet ihr alles bekommen, worum ihr im Gebet bittet“ (21,22). Herr, heute bitte ich…

Altes Testament

Hiob 23,10-12

10 Doch er kennt meinen Weg genau;
 wenn er mich prüfte, wäre ich rein wie Gold.
11 Unbeirrbar bin ich dem Weg gefolgt,
 den er mir zeigte, niemals bin ich von ihm abgeirrt.
12 Ich habe seine Gebote nicht übertreten;
 seine Befehle zu beachten, war mir wichtiger als das tägliche Brot.

Kommentar

Vertraue Gott auch, wenn dein Glaube auf die Probe gestellt wird

Hiob lernte, auf Gott zu vertrauen, obwohl er nicht verstand, was in seinem Leben passierte. Zum Glauben gehört, dass wir Gott auch dann vertrauen, wenn wir nicht alle Antworten kennen.

Unser Glaube wird oft in schwierigen Zeiten auf die Probe gestellt. Auch in diesem Abschnitt sehen wir wieder den krassen Unterschied zwischen Hiob und seinen Freunden. Elifas beschuldigte Hiob zu Unrecht, dass er die Armen, die Hunger Leidenden und die Witwen schlecht behandele. „Das wird der Grund dafür sein“ (22,10), warum Hiob so leiden muss. Nichts ist ferner von der Wahrheit.

Die Theologie des Elifas war vereinfacht und falsch. „Versöhne dich doch mit Ihm und mache Frieden! Dadurch wird Gutes über dich kommen“ (22,21; SLA). Das Leben aber ist komplizierter.

Hiob dagegen rang mit dem unerklärlichen, unverdienten Leid in der Realität. Trotzdem war er voll des Glaubens mitten im „Seufzen“ (23,2). Alles in Hiobs Leben war schief gegangen. Gott schien meilenweit weg („Ich wollte, ich wüsste, wie ich Gott finden … könnte“; 23,3).

Manchmal ergibt nichts in unserem Leben einen Sinn. Vielleicht unterzieht uns Gott durch die Umstände einer Prüfung. Versuche, Ihm trotzdem zu vertrauen.

Hiob sagte, „wenn er mich prüft, so werde ich wie Gold hervorgehen!“ (23,10b;SLA). Gold wird unter großer Hitze geläutert, indem so lange Fremdkörper herausgetrennt werden, bis sich das Gesicht des Goldschmiedes in dem Gold widerspiegelt. Mitten in seinem furchtbaren Leid vertraute Hiob also darauf, dass Gott dies alles zu seinem Besten nutzen würde und er selbst reiner und heiliger aus der Sache rauskommen würde. Irgendwie gelang es ihm, sich an Gott zu klammern:

„Unbeirrbar bin ich dem Weg gefolgt, den er mir zeigte, niemals bin ich von ihm abgeirrt. Ich habe seine Gebote nicht übertreten; seine Befehle zu beachten war mir wichtiger als das tägliche Brot“ (23,11-12; Hfa).

Wenn wir Hiobs Leben betrachten, sehen wir, dass Stärke aus Kämpfen erwächst, Mut sich in Herausforderungen entwickelt und wir durch unsere Wunden an Weisheit zunehmen. Als Gott Hiob prüfte, kam sein Glaube wie pures Gold daraus hervor.

Herr, bitte hilf mir in diesen schweren Zeiten, in denen ich mir vorkomme, als sei ich im Schmelzofen, meinen Glauben und mein Vertrauen ganz auf Dich zu setzen, damit ich wie Gold daraus hervorkomme (23,10b). Hilf mir, jeden Tag im Glauben und Vertrauen auf Dich zu leben.

Gebet

Herr, bitte hilf mir in diesen schweren Zeiten, in denen ich mir vorkomme, als sei ich im Schmelzofen, meinen Glauben und mein Vertrauen ganz auf Dich zu setzen, damit ich wie Gold daraus hervorkomme (23,10b). Hilf mir, jeden Tag im Glauben und Vertrauen auf Dich zu leben.

Pippa fügt hinzu

Wenn ich Bibel lese, dann halte ich Ausschau nach ermutigenden Versen. Ich überlese Verse wie, „Der Witwe wird das Kind von der Brust gerissen und was der Arme auf dem Leib trägt, wird gepfändet“ (24,9) schnell. Aber es ist furchtbar, dass solche Dinge auch heute noch passieren. Kinder die der Mutter „entrissen“ und an Bordelle verkauft werden. Kinder, Frauen und Männer, die versklavt werden. Es ist meine Pflicht, dass ich auf jede erdenkliche Weise gegen dieses Unrecht kämpfe.

Thought for the Day

Stärke erwächst aus Kämpfen, Mut entwickelt sich in Herausforderungen und unsere Wunden lassen uns an Weisheit zunehmen.

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Verweise

Diesen Texten liegt die englisch-sprachige Bible in one Year („BIOY“) von Nicki und Pippa Gumbel, London, England zugrunde, in der aktuelle Fassung von 2021.
Quellenangaben für Zitate im Text wurden dem englischen Original entnommen.
BIOY ist Teil von Alpha International. Alpha International ist eine Organisation („registered Charity“) in England und Wales (no. 1086179) und in Schottalnd(no. SC042906) und eine Gesellschaft privaten Rechts „by guarantee“ und registriert in England & Wales (no. 4157379). Der Hauptsitz ist „HTB Brompton Road SW7 1 JA London, England. © Copyright Alpha International 2021

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde erstellt von: Dipl. Übersetzerin Wibke Kiontke, Allgemein ermächtigte Übersetzerin EN/DE, Certified Translator EN/GE, Gutensteinstraße 12, D-61250 Usingen
Sprecher: Jörg Pasquay, Milchberg 7, 86150 Augsburg www.wortmuehle.de und Susanne Pasquay („Noch ein Gedanke meiner Frau“)

Die Bibeltexte (Lesungen) sind der Übersetzung „Hoffnung für alle®“ entnommen, Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis, Basel.“

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